Enttäuschung nach Zinsentscheid der US-Notenbank
Das Marktupdate von Aktien.news

Nach dem jüngsten Zinsentscheid der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) reagierten die Aktienmärkte mit Verlusten. Zwar hatte die Fed eine Zinspause angedeutet, jedoch weitere Zinserhöhungen nicht ausgeschlossen. Diese Unsicherheit führte zu einem heftigen Schwanken der Kurse an der Wall Street. Optimistische Anleger wurden zudem enttäuscht, da die Fed keine möglichen Zinssenkungen in Aussicht stellte. Der Dow Jones beendete den Tag 0,8 Prozent tiefer.
Die Währungshüter hatten den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf nun 5,0 bis 5,25 Prozent erhöht und strichen eine Passage, die zwingende weitere Zinserhöhungen erwarten lässt. Viele Beobachter sprachen nun davon, dass in den USA der Zinsgipfel möglicherweise bereits erreicht sein könnte. An der Technologiebörse Nasdaq fielen die Verluste etwas milder aus. Der Nasdaq 100 büßte 0,64 Prozent ein.
Trotz der enttäuschenden Reaktionen an den US-Aktienmärkten blieb die europäische Gemeinschaftswährung klar über der Marke von 1,10 Euro gegenüber dem US-Dollar. Die Aussicht auf eine Zinspause in den USA stärkte den Euro, während in Europa noch mehrere weitere Zinsschritte erwartet werden.
Die Konjunkturdaten des Tages sendeten eher robuste Signale aus den USA. So hat die Privatwirtschaft im April deutlich mehr neue Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung wird an diesem Freitag veröffentlicht. Der Stimmungsindikator des Instituts for Supply Management (ISM) für den US-Dienstleistungssektor stieg im April zum Vormonat an und signalisiert einen Anstieg der wirtschaftlichen Aktivität im Dienstleistungssektor.
Am deutschen Aktienmarkt herrschte im Vorfeld des Zinsentscheids der Europäischen Zentralbank (EZB) recht gute Stimmung. Der DAX konnte seine gestrigen Verluste nicht aufholen, präsentierte sich aber dennoch recht robust. Morgen wird ebenfalls eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte erwartet.
Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hat ihre Prognose für das Exportwachstum in diesem Jahr halbiert. Grundlage dafür war eine Umfrage unter 5100 Mitgliedsunternehmen der deutschen Auslandshandelskammern (AHK). Kraft Heinz hat nach einem Gewinn- und Umsatzsprung im ersten Quartal seine Jahresprognose angehoben. Die ermutigenden Zahlen veranlassten den US-Lebensmittelkonzern, sein Gewinnziel für 2023 anzuheben.
