Ex-DJ verkaufte 60.000 gefälschte Flugzeugteile – jetzt Haftstrafe
Ein britisches Gericht verurteilte den 38-Jährigen zu fast fünf Jahren Gefängnis wegen massiven Betrugs an globalen Fluggesellschaften.

Jose Alejandro Zamora Yrala, ehemals als DJ tätig, muss für vier Jahre und acht Monate ins Gefängnis. Das britische Serious Fraud Office (SFO) hatte den 38-Jährigen wegen des Verkaufs von mehr als 60.000 gefälschten Flugzeugteilen angeklagt. Ein britisches Gericht fällte das Urteil am Montag und setzte damit den Schlusspunkt unter einen der gravierendsten Betrugsfälle der Luftfahrtgeschichte.
Zamora fälschte über vier Jahre hinweg Dokumente, um gebrauchte und ausrangierte Flugzeugkomponenten als neuwertig und einbaufertig auszugeben. Insgesamt betrog er weltweit 50 Unternehmen direkt. Das SFO betonte, der Betrug habe nicht nur erhebliche wirtschaftliche Schäden verursacht, sondern auch die öffentliche Sicherheit ernsthaft gefährdet.
Teile in Flugzeugen weltweit führender Airlines entdeckt
Besonders alarmierend: Komponenten aus Zamoras Unternehmen AOG Technics wurden in Dutzenden Flugzeugen identifiziert, die von einigen der größten Fluggesellschaften der Welt betrieben werden. Zu den betroffenen Airlines zählen in den USA Delta Air Lines, United und Southwest. Auch europäische und internationale Carrier wie Ryanair, Virgin Australia und Ethiopian Airlines waren betroffen.
Der Fall deckte eine gefährliche Schwachstelle in der globalen Lieferkette der Luftfahrtindustrie auf. Gefälschte Ersatzteile stellen ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar, da sie nicht den strengen Zertifizierungsanforderungen der Luftfahrtbehörden entsprechen. Für die betroffenen Airlines bedeutete die Entdeckung aufwendige Inspektionen und den kostspieligen Austausch der verbauten Teile.
Der Fall zeigt, wie anfällig selbst hochregulierte Branchen für kriminelle Machenschaften in der Lieferkette sein können. Für deutsche Anleger, die in Luftfahrtunternehmen oder Zulieferer investiert sind, verdeutlicht das Urteil, welche Compliance-Risiken in der Branche lauern. Regulierungsbehörden weltweit dürften den Druck auf Flugzeugteile-Händler nun weiter erhöhen.
