EverBank und WaFd schaffen per Reverse Merger 75-Milliarden-Dollar-Bank
EverBank Financial und WaFd bündeln ihre Kräfte: Der Reverse Merger schafft eine Regionalbank mit rund 75 Milliarden Dollar Bilanzsumme.

Die in Florida ansässige EverBank Financial hat einen Deal für eine Reverse-Merger-Transaktion mit der kleineren Bank WaFd aus dem pazifischen Nordwesten abgeschlossen. Das teilten WaFd (WAFD, minus 2,20 Prozent) und das Unternehmen mit. Die Transaktion würde eine Regionalbank mit einem Bilanzvolumen von rund 75 Milliarden Dollar schaffen. Der Zusammenschluss ist ein weiteres Beispiel für die anhaltende Konsolidierung im US-Regionalbankensektor.
WaFd, das kürzlich seinen Namen von Washington Federal Bank geändert hat, verfügt über einen Marktwert von etwa 2,7 Milliarden Dollar und ein Bilanzvolumen von rund 28 Milliarden Dollar. EverBank wird auf einen Wert von etwa 3,9 Milliarden Dollar geschätzt. Das Unternehmen weist ein Bilanzvolumen von rund 47 Milliarden Dollar aus.
Die Zahlen verdeutlichen die ungewöhnliche Struktur des Deals: EverBank bringt das deutlich größere Bilanzvolumen ein, während WaFd als börsennotiertes Institut die Notierung beisteuert. EverBank war erst 2023 von einer Gruppe von Private-Equity-Firmen übernommen worden.
Reverse Merger: Ein Weg an die Börse
Bei einem Reverse Merger wird das größere, bislang nicht börsennotierte Unternehmen mit einer kleineren, börsennotierten Gesellschaft zusammengeführt. Die Börsenhülle des kleineren Partners bleibt erhalten, sodass die Anteilseigner des größeren Unternehmens ohne klassischen Börsengang an den Kapitalmarkt gelangen. Die bisherigen Aktionäre des kleineren Instituts halten nach dem Zusammenschluss in der Regel nur noch einen kleineren Teil des kombinierten Unternehmens.
Für Aktionäre der WaFd bedeutet die Konstruktion: Die Aktie bleibt voraussichtlich handelbar, bildet künftig aber das Geschäft der deutlich größeren EverBank ab. Mit einem Bilanzvolumen von rund 75 Milliarden Dollar würde das fusionierte Institut zu den größeren Regionalbanken der USA zählen.
Konsolidierung im US-Bankensektor
Die Transaktion fügt sich in eine Serie von Zusammenschlüssen im US-Bankensektor ein. Gerade mittelgroße Institute stehen unter Druck, weil sie einerseits von Größenvorteilen profitieren wollen und andererseits die regulatorischen Anforderungen steigen. Auch der Zinswandel in den USA hat die Ertragslage vieler Banken verändert. Zusammenschlüsse wie der zwischen EverBank und WaFd gelten als Antwort auf diese Herausforderungen.
Geografisch verbindet der Deal zwei getrennte Märkte: EverBank ist in Florida beheimatet, WaFd ist im pazifischen Nordwesten verwurzelt. Der kombinierte Konzern hätte damit Präsenz an der Ostküste und an der Westküste der USA.
Wie bei großen Bankfusionen üblich, dürften nun behördliche Prüfungen und Genehmigungen folgen. Die WaFd-Aktie (WAFD) notierte zuletzt mit einem Abschlag von 2,20 Prozent. Das Geschäft wurde ursprünglich vom Wall Street Journal berichtet.
