ANZEIGE

Europäische Börsen starten freundlich – Asiens Märkte unter Druck

Stoxx 600 legt zu, während Chinas Industriegewinne einbrechen und der ChiNext um 4,3 % abstürzt.

•• 2 Min
Europäische Börsen starten freundlich – Asiens Märkte unter Druck

Die europäischen Aktienmärkte sind mit überwiegend positiven Vorzeichen in den Handel gestartet. Der Stoxx 600 legte zu Handelsbeginn zwischen 0,3 % und 0,6 % zu, wobei sich die Anleger auf verschiedene Sektoren konzentrierten. Während Energieaktien unter Druck standen, verzeichneten Versorger, Bergbauunternehmen und Automobilwerte teils deutliche Gewinne.

In London stieg der FTSE 100 um bis zu 0,7 %. Beflügelt wurde der britische Leitindex durch Hoffnungen auf eine neue Wohnungspolitik, die Erstkäufern zugutekommen soll. Diese Aussicht bescherte dem Immobilienentwickler Barratt Redrow einen Kurssprung von fast 14 %. Auch der französische CAC 40 und der deutsche DAX zeigten sich freundlich. Stützend wirkten hier Luxusgüterhersteller wie Hermès und Essilor Luxottica sowie Industrietitel wie Airbus und Rheinmetall.

Technologiesektor bleibt uneinheitlich

Im Technologiesektor blieb die Stimmung hingegen uneinheitlich. Einige Halbleiterwerte wie ASML, ASM International und Infineon zeigten im Tagesverlauf eine Erholung. Getrieben wurde diese Entwicklung durch die Erwartung der Quartalszahlen von Micron Technology und die damit verbundene Einschätzung der KI-Nachfrage. Gleichzeitig belasteten Technologiewerte den DAX zeitweise. Analysten beobachten hier genau, ob die KI-Euphorie nachhaltig bleibt.

Der Blick nach Asien offenbarte ein deutlich trüberes Bild. Die chinesischen Märkte weiteten ihre Verluste aus, nachdem Daten ein deutliches Abkühlen des Gewinnwachstums in der Industrie für August belegten. Der Shanghai Composite Index verlor 1,7 %, während der ChiNext Price Index um 4,3 % einbrach. Belastend wirkte zudem die Einschätzung, dass der Xi-Trump-Gipfel trotz einer Phase der Entspannung kaum konkrete wirtschaftliche Ergebnisse geliefert habe. Besonders Hardware- und Chip-Werte wie Foxconn Industrial Internet und Cambricon Technologies gerieten unter Verkaufsdruck.

Japan: Gespaltener Markt und warnende Stimmen

In Japan präsentierte sich der Markt gespalten. Der Nikkei profitierte zunächst von einer Erholung der US-Börsen und Kursgewinnen bei Chip-Werten wie Advantest und SoftBank. Experten wie Masayuki Kubota von Rakuten Securities warnen jedoch vor kurzfristigen Risiken. Steigende Zinsen, geopolitische Spannungen im Nahen Osten – verschärft durch die Ablehnung eines Waffenstillstandsvorschlags durch Präsident Trump – sowie Bedenken hinsichtlich einer Überinvestition in Künstliche Intelligenz könnten laut Kubota insbesondere Large-Caps belasten.

Der Experte sieht dennoch langfristiges Potenzial in japanischen Small- und Mid-Cap-Werten. Diese sind in den vergangenen fünf Jahren hinter den großen Titeln zurückgeblieben. Für deutsche Anleger ergibt sich damit ein gemischtes Bild: Während Europa und insbesondere der britische Immobiliensektor sowie ausgewählte Industrie- und Luxuswerte für Zuversicht sorgen, bleiben die asiatischen Märkte von konjunkturellen Sorgen und geopolitischen Unsicherheiten geprägt. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich von den anstehenden Unternehmenszahlen und der Frage abhängen, ob die KI-Nachfrage die hohen Erwartungen der Anleger tatsächlich rechtfertigt.

Stoxx 600DAXFtse 100Chinext IndexNikkeiBarratt RedrowKi-NachfrageShanghai Composite

Meistgelesene News

  1. Mercedes-Benz: Neue Regeln für mobiles Arbeiten stehen kurz bevor
  2. Beschlagnahmte Iran-Öltanker segeln langsam in Richtung USA
  3. Ölpreise fallen: Asien importiert Höchstmenge Rohöl seit Iran-Krieg
  4. Alphabet und Nvidia: Was 1.000 Dollar bis 2030 wert sein könnten
  5. Ölpreis stabilisiert sich: USA und Iran prüfen gestaffelten Hormus-Deal

Disclaimer