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Europäische Aktien: Bank of America sieht Aufholpotenzial nach Schwäche

Nach monatelanger Underperformance könnten europäische Aktien laut Bank of America nun mit globalen Märkten gleichziehen.

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Europäische Aktien: Bank of America sieht Aufholpotenzial nach Schwäche

Die Strategen der Bank of America, Sebastian Raedler und Thomas Pearce, sehen europäische Aktien nach einer Phase der Schwäche wieder auf Augenhöhe mit globalen Vergleichsmärkten. Europäische Titel blieben im vergangenen Monat um 4% hinter der globalen Konkurrenz zurück. Als Hauptgründe nennen die Experten den Druck durch höhere Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen sowie ein verlangsamtes europäisches Wirtschaftswachstum.

Ausgehend von einem nun niedrigen Ausgangsniveau sollten die Aktien des Kontinents mit ihren globalen Mitbewerbern Schritt halten, so die Einschätzung der Bank of America. Der Stoxx 600 legte am Freitag um 1% zu, nachdem er im Vormonat um 3,7% nachgegeben hatte. Damit zeigt sich eine erste Erholung, die die These der Strategen stützt.

Risiken bleiben bestehen

Trotz des positiven Ausblicks warnen die Analysten vor anhaltenden Risiken. Die Risikoprämie, die Anleger für das Halten europäischer Aktien verlangen, verharrt auf historisch niedrigem Niveau. Dies mache die Titel anfällig für Erschütterungen im dominierenden KI-Marktnarrativ. Im ungünstigsten Szenario könnte der Stoxx 600 bis zum zweiten Quartal 2027 um bis zu 7% fallen.

Besonders im Fokus stehen französische Aktien: Die Bank of America hebt ihren Ausblick für den französischen Markt von „Market Weight" auf „Overweight" an. Französische Titel hinkten dem breiteren europäischen Markt im letzten Monat um 3% hinterher. Damit beläuft sich die Underperformance seit dem Frühjahr 2024 auf über 20% – ein erheblicher Rückstand, der nun Aufholpotenzial bietet.

Die Strategen sehen es zudem als unwahrscheinlich an, dass die Risikoprämie für französische Staatsanleihen signifikant weiter steigen wird. Der CAC 40 legte am Freitag um 0,8% zu, nachdem er im vergangenen Monat um 7% gefallen war. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Index jedoch noch immer ein Minus von 4,4%.

Europäische Halbleiterwerte uneinheitlich

Die Aktien europäischer Halbleiterunternehmen zeigten sich zum Ende einer turbulenten Woche für globale Technologiewerte uneinheitlich. Der Nasdaq Composite hatte Anfang der Woche noch ein neues Rekordhoch markiert, doch KI-orientierte Aktien gerieten später unter Druck. Sorgen um Verschuldung und Investitionsrenditen rückten wieder in den Fokus der Anleger.

In Europa notierten die Papiere des niederländischen Halbleiterausrüsters ASML Holding um 0,6% tiefer, ASM International verlor 1%. Der französische Halbleitermaterialhersteller Soitec legte dagegen um starke 7,3% zu. Der deutsche Chiphersteller Infineon Technologies gewann 1%, während STMicroelectronics um 0,5% nachgab.

Analysten von Bernstein zeigen sich dennoch grundsätzlich zuversichtlich für die bevorstehende Berichtssaison der Halbleiterbranche. Signale aus der vorgelagerten Halbleiter-Lieferkette deuteten weiterhin auf eine ungebrochene KI-Nachfrage und anhaltende Knappheit hin. Bernstein behält eine positive Einschätzung der anstehenden Quartalsergebnisse bei, da einige der genannten Sorgen in der jüngsten Korrektur bereits eingepreist seien.

Breite Erholung an europäischen Börsen

Zur Handelseröffnung stiegen die europäischen Aktienindizes, gestützt durch einen Rückgang der Anleiherenditen und nachgebende Ölpreise. Banken-, Software- und energieintensive Titel notierten fester und hoben den Stoxx 600 um 0,8% an. Der Londoner FTSE 100 stieg ebenfalls um 0,8%, angeführt von Minenwerten und dem Softwarekonzern Relx mit einem Plus von 2,7%.

Der deutsche DAX legte um 0,6% zu, angeführt von einem Sprung des Softwaregiganten SAP um 2,8%. Einen deutlichen Dämpfer erhielt der Index jedoch durch Deutsche Telekom, die um 7% einbrach. Auslöser war die Nachricht, dass SpaceX seine Bemühungen zum Aufbau eines Mobilfunknetzes beschleunigt hat. In Paris kletterte der CAC 40 um 0,8%, während Italiens FTSE MIB 0,9% gewann und der spanische IBEX 35 um 0,1% zulegte.

In Asien zeigte sich derweil ein anderes Bild: Japanische Aktien notierten schwächer, da Sorgen über höhere Energiekosten nach nächtlichen Gewinnen der Rohölpreise anhielten. Chip- und Metallwerte führten die Verluste an. SoftBank Group verlor 6,4%, Kioxia Holdings fiel um 3,9%. Der Nikkei-Index lag mit 1,1% im Minus bei 68.266,74 Punkten.

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