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EU-Mercosur-Abkommen: Trumps Hardliner-Kurs treibt Lateinamerika zu neuen Partnern

Das Handelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten markiert einen Wendepunkt in Lateinamerika. Während China und Europa ihre Präsenz ausbauen, verlieren die USA an Einfluss – trotz oder gerade wegen Donald Trumps aggressiver Diplomatie.

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EU-Mercosur-Abkommen: Trumps Hardliner-Kurs treibt Lateinamerika zu neuen Partnern

Die Europäische Union und der südamerikanische Wirtschaftsblock Mercosur haben ihre jahrzehntelangen Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen. Das Abkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay stärkt die Handelsbeziehungen in einer Region, in der die USA zunehmend an Bedeutung verlieren.

Chinas Aufstieg, Amerikas Abstieg

In den vergangenen Jahrzehnten hat China seine Handelsbeziehungen mit Lateinamerika massiv ausgebaut, während der US-Einfluss kontinuierlich sank. Selbst die aggressive Außenpolitik von US-Präsident Donald Trump kann diesen Trend nicht umkehren. Südamerikanische Regierungen von Brasilien bis Peru zeigen wenig Neigung, ihre stärkeren Bindungen zu China oder Europa zugunsten der USA aufzugeben.

Trumps Druckmittel als Katalysator

Paradoxerweise könnte Trumps Hardliner-Diplomatie das EU-Mercosur-Abkommen sogar beschleunigt haben. "Wenn jemandem das Verdienst für dieses Abkommen zukommt, dann ist es dem internationalen Kontext geschuldet", erklärt Ignacio Bartesaghi, außenpolitischer Berater mehrerer uruguayischer Regierungen. "Es ist Trumps Zollkrieg, dem Konflikt in der Ukraine und den jüngsten Ereignissen in Venezuela zu verdanken."

Kommandoaktionen und Drohungen

Trump versuchte mit verschiedenen Mitteln, seinen Einfluss in der Region zu sichern. Die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro war nur die jüngste Aktion. Zuvor drohte er Honduras mit dem Entzug finanzieller Unterstützung und machte Milliardenkredite für Argentinien von Wahlausgängen abhängig. Gegen Brasilien verhängte er hohe Zölle, um die Strafverfolgung des ehemaligen Präsidenten Jair Bolsonaro zu stoppen.

Gemischte Erfolgsbilanz

Die Ergebnisse von Trumps Interventionen fallen unterschiedlich aus. Bei den Wahlen in Honduras und Argentinien siegten zwar die von Trump bevorzugten konservativen Kandidaten. Bolsonaro wurde jedoch später verurteilt, woraufhin die USA die meisten Zölle gegen brasilianische Produkte wieder aufhoben. Das Weiße Haus verteidigt dennoch die Strategie: "Die Rückkehr der Vormachtstellung Amerikas in der westlichen Hemisphäre ist unbestritten", erklärte Sprecherin Anna Kelly.

Lateinamerika setzt auf Multilateralismus

Trumps wiederholte Kritik am Multilateralismus und seine Ablehnung internationaler Regeln finden in Lateinamerika wenig Anklang. Selbst enge Trump-Verbündete wie Argentiniens Präsident Javier Milei setzen auf internationale Abkommen. Während Milei die Maduro-Festnahme begrüßte, feierte sein Außenminister Pablo Quirno das EU-Abkommen als Sieg für "klare Regeln und Freiheit".

Bedeutung für Europa

Das EU-Mercosur-Abkommen schafft eine der größten Freihandelszonen der Welt und öffnet europäischen Unternehmen Zugang zu einem Markt von über 260 Millionen Menschen. Für die EU ist es ein wichtiger Schritt zur Diversifizierung ihrer Handelsbeziehungen und zur Sicherung von Rohstofflieferungen, während gleichzeitig ein Gegengewicht zu Chinas wachsendem Einfluss entsteht.

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