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EU-Grenzsystem EES verdreifacht Abfertigungszeit an europäischen Flughäfen

Das neue Entry Exit System der EU sorgt für massive Verzögerungen an Flughäfen – Ryanair warnt Reisende vor längeren Wartezeiten diesen Sommer.

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EU-Grenzsystem EES verdreifacht Abfertigungszeit an europäischen Flughäfen

Das neue Einreise- und Ausreisesystem der Europäischen Union (EES) sorgt an europäischen Flughäfen für erhebliche Verzögerungen. Der Manager des Hauptflughafens in Rom berichtet, dass sich die Zeit für die Passkontrolle britischer Staatsbürger nahezu verdreifacht hat – und das selbst nachdem bereits Verbesserungen am System vorgenommen wurden. Die Situation belastet den Reiseverkehr in der Hochsaison spürbar.

Auch die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat reagiert und warnt ihre Passagiere, die diesen Sommer nach Europa reisen, sich auf deutlich längere Wartezeiten an den Grenzen einzustellen. Die Airline gehört damit zu den ersten großen Fluggesellschaften, die ihre Kunden öffentlich auf die Folgen des neuen Systems hinweisen.

Was ist das Entry Exit System?

Das digitale Entry Exit System verpflichtet alle Nicht-EU-Bürger, die in den sogenannten Schengen-Raum einreisen, bei der Ankunft Fingerabdrücke sowie ein Foto zu hinterlegen. Der Schengen-Raum umfasst 29 europäische Länder, darunter Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Portugal. Die erfassten biometrischen Daten werden bei der Ausreise erneut überprüft.

Die Erfassung erfolgt häufig an eigenständigen, automatisierten Terminals – sogenannten „Kiosken" – oder direkt bei Grenzbeamten, etwa bei Kindern unter 12 Jahren. Das neue Verfahren und die dazugehörigen Geräte wurden seit Oktober schrittweise an den europäischen Außengrenzen eingeführt. An einigen Flughäfen kam es dabei bereits zu stundenlangen Wartezeiten.

Technische Probleme und Reaktionen der Behörden

Die Grenzpolizei am portugiesischen Flughafen Faro bestätigte gegenüber der BBC, dass die Technologie des EES unter Fehlern leide. Sie betonte jedoch gleichzeitig, dass Warteschlangen am Flughafen Faro schnell wieder abgebaut würden. Die Aussage zeigt, dass die Qualität der Umsetzung von Flughafen zu Flughafen stark variiert.

Die Europäische Kommission versuchte, die Lage zu relativieren. Sie erklärte, dass die Störungen an den meisten EU-Flughäfen begrenzt seien, und kündigte an, die Mitgliedstaaten weiterhin bei der Implementierung des Systems zu unterstützen. „Diese Unterstützung wird im größtmöglichen Umfang fortgesetzt", so die Kommission.

Relevanz für deutsche Reisende

Für deutsche Staatsbürger und andere EU-Bürger hat das EES keine direkten Auswirkungen, da es ausschließlich für Nicht-EU-Bürger gilt. Allerdings können längere Abfertigungszeiten an Grenzübergängen und Flughäfen indirekt auch EU-Reisende betreffen, etwa durch überfüllte Terminals oder Verzögerungen im Gesamtbetrieb eines Flughafens.

Besonders betroffen sind britische Staatsbürger, die seit dem Brexit nicht mehr zur EU gehören und damit unter die neuen Einreiseregeln fallen. Wer in diesem Sommer mit Nicht-EU-Bürgern gemeinsam reist oder an stark frequentierten Flughäfen wie Rom oder Faro landet, sollte entsprechend mehr Zeit für die Einreiseformalitäten einplanen.

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