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EU-Grenzkontrolle EES: So vermeiden Sie teure Flugverspätungen

Das neue EU-Einreisesystem EES sorgt für lange Warteschlangen – und kann Reisende teuer zu stehen kommen.

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EU-Grenzkontrolle EES: So vermeiden Sie teure Flugverspätungen

Wer diesen Sommer nach Europa reist, muss sich auf Verzögerungen durch das neue EU-Grenzkontrollsystem EES (Entry/Exit System) einstellen. Reisende aus dem Vereinigten Königreich müssen dabei bei der Passkontrolle Fingerabdrücke und ein Foto registrieren lassen. Technische Störungen und der zusätzliche Zeitaufwand haben an mehreren Flughäfen bereits zu erheblichen Verzögerungen geführt. Einige Urlauber haben dadurch ihren Flug verpasst und mussten für ein neues Ticket bezahlen.

Experten haben drei konkrete Maßnahmen identifiziert, mit denen Reisende zusätzliche Kosten durch die neuen EES-Kontrollen vermeiden können. Diese Tipps sind besonders relevant, da weder Fluggesellschaften noch Reiseversicherungen in der Regel für Kosten aufkommen, die durch EES-bedingte Verzögerungen entstehen.

Frühzeitig anreisen – aber nicht zu früh

Der UK-Chef der Billigfluggesellschaft Wizz Air empfahl gegenüber der BBC, dass britische Urlauber drei Stunden vor Abflug ihres Rückflugs an europäischen Flughäfen eintreffen sollten. Auch andere Fluggesellschaften wie Jet2 und Ryanair haben je nach Flughafen ähnliche Empfehlungen ausgesprochen.

Für Eurostar-Reisende gilt hingegen eine andere Regelung: Der Bahnbetreiber rät Fahrgästen, zur auf dem Ticket angegebenen empfohlenen Zeit am Bahnhof zu erscheinen, da die EES-Schritte dort bereits einkalkuliert sind. Im Hafen von Dover haben technische Probleme den Einsatz des neuen Systems bisher sogar ganz verhindert. Dort wird Passagieren geraten, nicht früher als zwei Stunden vor Fährabfahrt einzutreffen – eine zu frühe Ankunft könnte laut Warnungen selbst zur Warteschlangenbildung beitragen.

Der wichtigste Tipp lautet daher: Informieren Sie sich vorab direkt bei Ihrer Fluggesellschaft, Ihrem Fährunternehmen oder der Bahngesellschaft über die aktuell empfohlenen Ankunftszeiten.

Benachrichtigungen abonnieren

Fluggesellschaften und Reiseanbieter versenden aktiv Nachrichten, um Passagiere über aktuelle Wartezeiten und Änderungen zu informieren. Die britische Luftfahrtbehörde Civil Aviation Authority (CAA) rät Fluggästen ausdrücklich, sich vor der Fahrt zum Flughafen immer direkt bei ihrer Fluggesellschaft zu informieren, um genügend Zeit für Sicherheitskontrollen und das Erreichen des Abfluggates einzuplanen.

Die meisten Fluggesellschaften bieten eine App an, über die Benachrichtigungen empfangen werden können. Reisende sollten außerdem sicherstellen, dass sie für SMS-Benachrichtigungen angemeldet sind und wichtige E-Mails nicht im Spam-Ordner landen. Apps sollten idealerweise bereits vor der Reise heruntergeladen und getestet werden.

Versicherungsbedingungen sorgfältig prüfen

Wer seinen Flug aufgrund von EES-Warteschlangen verpasst, hat kaum Aussicht auf Erstattung – weder von der Fluggesellschaft noch von der Reiseversicherung. Laut dem Verband der britischen Versicherer ist es unwahrscheinlich, dass Reiseversicherungen Kosten für neue Flüge, Hotels oder andere Verluste übernehmen, die durch EES-bedingte Verzögerungen entstehen.

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht das finanzielle Risiko: Anne Robinson aus Dunbarton und ihr 13-jähriger Sohn Jack verpassten im Juni ihren Rückflug von Rom, nachdem sie in einer 90-minütigen EES-Warteschlange feststeckten. Sie mussten 250 Britische Pfund für einen Ersatzflug zwei Tage später bezahlen – ohne jede Möglichkeit der Rückforderung.

Anna-Marie Duthie, Expertin für Reiseversicherungen beim Analysehaus Defaqto, erklärt den Grund: „Keine Reiseversicherung deckt EES-Verzögerungen explizit ab, da es sich um ein erwartetes Verfahren oder einen Routineprozess handelt." In der Praxis liege es in der Verantwortung der Reisenden, zusätzliche Zeit für solche Warteschlangen einzuplanen. Zwar bestehe eine geringe Chance auf einen Anspruch im Rahmen des Schutzes bei verpasster Abreise oder Reiseabbruch – Verzögerungen bei der Einreise oder an der Grenze seien jedoch häufig nicht als versicherte Gründe aufgeführt, so Duthie.

Der wichtigste Rat der Experten lautet daher: Lesen Sie Ihre Versicherungsunterlagen sorgfältig durch oder sprechen Sie vor der Reise direkt mit Ihrem Versicherer, um böse Überraschungen zu vermeiden.

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