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Energiekrise und Brasiliens Geldpolitik bewegen die globalen Märkte

Iran-Konflikt treibt Ölpreise, VAE steigern Exporte – Brasilien streitet über den Leitzins.

• 2 Min
Energiekrise und Brasiliens Geldpolitik bewegen die globalen Märkte

Die globalen Finanzmärkte stehen derzeit unter dem Einfluss zweier zentraler Entwicklungen: der eskalierenden geopolitischen Lage im Nahen Osten und der wirtschaftspolitischen Ausrichtung Brasiliens unter dem wiedergewählten Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva. Beide Themen bestimmen die Schlagzeilen an den Börsen und werfen für Anleger weltweit die Frage auf, wie sich Energiepreise und Zinspolitik weiterentwickeln.

Im Nahen Osten bleibt die Situation nach Beginn des Konflikts zwischen den USA, Israel und dem Iran Ende Februar angespannt. Trotz der damit verbundenen Störungen der Energieversorgung und steigender Ölpreise meldeten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eine signifikante Steigerung ihrer Exporte. Wie Energieminister Suhail al-Mazrouei auf der ADIPEC-Konferenz in Abu Dhabi mitteilte, übertrafen die Ausfuhren zeitweise das Vorkriegsniveau.

Die VAE, die am 1. Mai offiziell aus der OPEC und OPEC+ ausgetreten sind, produzierten im September rund 3,917 Millionen Barrel Rohöl pro Tag. Das entspricht einem Anstieg von 15 % gegenüber Februar und liegt 470.000 Barrel über der einstigen OPEC+-Quote. Die Regierung plant nun verstärkt Investitionen in den Schutz der Energieinfrastruktur und neue Exportwege.

Die VAE steigern ihre Ölproduktion deutlich

Parallel dazu dauern die diplomatischen und militärischen Spannungen an. Laut Berichten der Associated Press hat der israelische Präsident Benjamin Netanyahu die USA zu weiteren Angriffen auf den Iran nach den US-Zwischenwahlen gedrängt. Während die USA am Montag begrenzte, als defensiv beschriebene Luftschläge gegen iranische Ziele in der Straße von Hormus ausführten, bleibt die Haltung der US-Regierung unter Donald Trump unklar.

Während einige Verbündete vor einer Destabilisierung der Region warnen, signalisierten sowohl Trump als auch der iranische Präsident Masoud Pezeshkian eine grundsätzliche Bereitschaft zu diplomatischen Gesprächen. Für die Energiemärkte bleibt die Lage damit fragil: Einerseits steigt das Angebot aus den VAE, andererseits hängt die Preisentwicklung maßgeblich vom weiteren Verlauf des Konflikts ab.

Brasilien streitet über die künftige Geldpolitik

Unterdessen sorgt in Brasilien die Debatte um die künftige Geldpolitik für Unruhe an den Finanzmärkten. Finanzminister Dario Durigan stellte klar, dass die Regierung keine Pläne verfolge, die Leitzinsen drastisch zu senken, um die Staatsverschuldung zu reduzieren. Damit wies er Spekulationen zurück, wonach Präsident Lula den Vorschlag des Ökonomen Andre Lara Resende – eine Senkung des Leitzinses auf 7,5 % – in Erwägung ziehen könnte.

Während Lara Resende argumentiert, dass hohe Zinskosten die Hauptursache für die fiskalische Verschlechterung seien, warnen private Ökonomen vor einer massiven Abwertung der Landeswährung. Die brasilianische Zentralbank, die den Leitzins zuletzt in fünf Schritten auf 13,75 % gesenkt hat, wird am Mittwoch über das weitere Vorgehen entscheiden; Analysten rechnen mit einer Zinspause.

Für deutsche Anleger sind beide Entwicklungen relevant, weil sie unmittelbar auf Ölpreise und Zinspolitik in Schwellenländern wirken. Eine unerwartete Zinssenkung in Brasilien könnte die Landeswährung unter Druck setzen und die Inflation anheizen. Im Nahen Osten wiederum entscheidet sich, ob die Ölpreise weiter steigen oder sich entspannen – mit Folgen für Energieaktien, Rohstoffpreise und die Inflationsentwicklung in Europa.

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