Energieaktien steigen, da globale Konflikte die Ölpreise antreiben
Angriffe in der Ukraine und im Nahen Osten durchkreuzen Trumps Bemühungen um niedrigere Kraftstoffkosten – Energiesektor auf Rekordhoch.

Energieaktien und Ölpreise haben am Montag deutlich zugelegt. Anhaltende Angriffe sowohl in der Ukraine als auch im Nahen Osten erschweren die jüngsten Bemühungen von US-Präsident Donald Trump zur Senkung der Kraftstoffkosten. Die wichtigsten US-Indizes schlossen derweil gemischt.
Der Dow Jones Industrial Average legte um 195,60 Punkte oder 0,38 Prozent auf 51.850,55 Zähler zu. Der marktbreite S&P 500 rutschte hingegen um 4,30 Punkte oder 0,06 Prozent auf 7.807,24 Zähler ab. Der technologieorientierte Nasdaq Composite verlor 120,27 Punkte oder 0,44 Prozent und schloss bei 27.245,90 Zählern.
Das Handelsvolumen an den Aktienmärkten blieb gering. Grund dafür war, dass die Anleihemärkte am Montag wegen des Columbus Day und des Indigenous Peoples' Day geschlossen blieben. Anleger mussten sich damit ohne die sonst üblichen Impulse aus dem Rentenhandel orientieren.
Die Details
Der S&P 500 Energy Sector schloss mit einem Gewinn von 1,5 Prozent. Damit erreichte der Energiesektor sein erstes Rekordhoch seit fast einem Monat. Der internationale Benchmark-Ölpreis Brent stieg um 1,8 Prozent auf 106,65 US-Dollar pro Barrel. Die Kursgewinne im Energiesegment fielen damit deutlich stärker aus als die leichten Bewegungen der großen Indizes, die den Tag überwiegend seitwärts tendierten.
Diese Gewinne erfolgten, nachdem die Ukraine erklärt hatte, russische Angriffe hätten ihre Energieinfrastruktur getroffen. Das geschah trotz der Erklärung eines Energie-Kriegsstillstands durch Präsident Trump. In einem Post auf Truth Social am Freitag sagte Trump, er habe eine Vereinbarung erzielt, wonach Russland Millionen Tonnen Dieselkraftstoff in den Markt liefert. Dieser Schritt soll dazu dienen, die steigenden Kraftstoffkosten in den USA zu adressieren.
Händler sind jedoch skeptisch, dass diese Vereinbarung tatsächlich einen Unterschied machen wird. Ein Analyst von Jefferies schätzt, dass die versprochene Menge Russlands gerade einmal etwas mehr als neun Tage des US-Bedarfs decken würde. Die zugesagte Lieferung wirkt vor diesem Hintergrund eher symbolisch als strukturell entlastend.
Anleger bewerteten zudem die Auswirkungen eines Angriffs auf die saudi-arabische Hauptstadt. Am Samstag traf mindestens eine Rakete der Houthi-Rebellen den internationalen Flughafen der Stadt und tötete dabei mindestens 12 Menschen, wobei Hunderte weitere verletzt wurden. Der Angriff der iranisch unterstützten Houthi-Milizen aus dem Jemen ist der tödlichste in Saudi-Arabien seit mehr als einem Jahrzehnt. Das Militär des Königreichs hat angekündigt, zu reagieren.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die aktuellen Entwicklungen fügen sich in eine längere Phase ein, in der geopolitische Konflikte die Energiepreise bestimmen. Bereits am 04.03.2026 berichtete aktien.news, dass anhaltende Spannungen im Nahen Osten rund um den Iran die US-Aktienmärkte deutlich belasteten. Der S&P 500 verlor damals 0,9 Prozent, nachdem er zwischenzeitlich mehr als 2 Prozent im Minus gelegen hatte. Der Dow Jones Industrial Average büßte 403,51 Punkte beziehungsweise 0,8 Prozent ein, und der Nasdaq Composite schloss 1,0 Prozent tiefer. Die Rohölmärkte reagierten deutlich stärker: Brent-Rohöl-Futures sprangen zeitweise auf über 85 US-Dollar je Barrel.
Am 17.03.2026 meldete aktien.news, dass die Wall Street mit deutlichen Gewinnen in den Handel startete. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses standen die Auswirkungen des Nahost-Konflikts auf die globalen Energiepreise. Der Dow Jones Industrial Average stieg zur Eröffnung um 139,1 Punkte oder 0,30 Prozent auf 47.085,53 Zähler. Der marktbreite S&P 500 gewann 23,0 Punkte oder 0,34 Prozent und notierte bei 6.722,35 Punkten, während der technologielastige Nasdaq Composite um 83,9 Punkte oder 0,37 Prozent auf 22.458,03 Zähler kletterte.
Am 31.03.2026 berichtete aktien.news, dass die US-Aktienfutures deutlich zulegten und knapp 1 Prozent im Plus notierten. Auslöser war die Meldung, dass US-Präsident Donald Trump gegenüber Beratern seine Bereitschaft signalisiert hatte, den Krieg im Nahen Osten zu beenden – auch ohne eine vollständige Wiedereröffnung der Straße von Hormus. Über diese strategisch entscheidende Wasserstraße wurden vor Kriegsbeginn rund ein Fünftel der weltweiten Energieströme abgewickelt. Investoren werteten die Aussagen damals als Hinweis, dass die aktuelle Phase des Konflikts möglicherweise bald enden könnte.
Am 09.09.2026 schließlich berichtete aktien.news von einer gespaltenen Marktstimmung. Nach einem schwachen Handelstag an der Wall Street, an dem der Dow Jones um 1,2 Prozent und der S&P 500 um 0,6 Prozent nachgaben, zeigten die US-Aktienfutures kaum Bewegung. Ein anhaltender Optimismus im Halbleitersektor, getrieben durch massive Investitionen in die KI-Infrastruktur, stand wachsenden Inflationsängsten gegenüber. Im Zentrum der Sorgen stand der Ölpreis: Brent-Rohöl näherte sich der Marke von 100 US-Dollar pro Barrel, ein Niveau, das zuletzt im Juli erreicht worden war.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger zeigt der Handelstag, wie stark geopolitische Ereignisse inzwischen die Energiepreise und damit ganze Marktsegmente bewegen. Während der breite Markt und insbesondere Technologiewerte unter Druck standen, profitierten Energietitel überdurchschnittlich. Der S&P 500 Energy Sector erreichte mit plus 1,5 Prozent sein erstes Rekordhoch seit fast einem Monat – ein Signal dafür, dass Kapital in konfliktsensitiven Branchen verstärkt in fossile Energiewerte fließt.
Gleichzeitig bleibt die Lage fragil. Die Skepsis der Händler gegenüber der russischen Dieselvereinbarung verweist darauf, dass politische Ankündigungen nicht automatisch die Preise drücken. Die Einschätzung des Jefferies-Analysten, wonach die zugesagte Menge nur etwas mehr als neun Tage des US-Bedarfs decken würde, verdeutlicht die begrenzte Reichweite des Vorstoßes. Wer auf eine schnelle Entspannung an den Zapfsäulen und damit bei der Inflation setzt, könnte enttäuscht werden.
Hinzu kommt die Eskalation im Nahen Osten. Der tödlichste Angriff auf Saudi-Arabien seit mehr als einem Jahrzehnt und die angekündigte Reaktion des Königreichs könnten die Risikoprämie am Ölmarkt weiter hochhalten. Für Anleger bedeutet das ein Umfeld, in dem Nachrichtenlagen kurzfristig stärker wirken als Fundamentaldaten. Ein Blick auf Energiewerte allein reicht dabei nicht – auch Währungs- und Inflationsentwicklungen bleiben relevant.
Ausblick
Der Quelltext nennt als konkrete nächste Entwicklung die angekündigte Reaktion des saudi-arabischen Militärs auf den Angriff auf die Hauptstadt. Zudem bleibt abzuwarten, wie sich die von Trump angekündigte russische Dieselvereinbarung tatsächlich auf die Kraftstoffkosten in den USA auswirkt – die Händler zeigen sich hier bislang skeptisch.
Auf Marktseite dürfte das Handelsvolumen wieder zunehmen, sobald die Anleihemärkte nach dem Columbus Day und dem Indigenous Peoples' Day wieder öffnen. Weitere belastbare Termine oder Prognosen nennt der Quelltext nicht.
Kurz erklärt
- Brent: Brent ist ein internationaler Referenzpreis für Rohöl, der den Handelspreis für eine bestimmte Ölsorte abbildet.
- S&P 500 Energy Sector: Dies ist der Teilindex des S&P 500, der die im breiten US-Index enthaltenen Unternehmen der Energiebranche bündelt.
- Houthi-Milizen: Die Houthi sind eine bewaffnete Gruppierung im Jemen, die von Iran unterstützt wird und wiederholt Ziele in der Region angreift.
