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Elliott Management steigt bei London Stock Exchange Group ein

Aktivistischer Investor fordert Performance-Verbesserung und Aktienrückkauf beim britischen Finanzdatenkonzern

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Elliott Management steigt bei London Stock Exchange Group ein

Der US-amerikanische aktivistische Investor Elliott Management hat eine Beteiligung an der London Stock Exchange Group (LSEG) aufgebaut und drängt auf Verbesserungen bei dem Finanzdaten- und Analysekonzern. Dies berichtete eine informierte Person am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die LSEG-Aktie reagierte positiv auf die Nachricht und legte um 2,7 Prozent zu.

Elliott hat nach Angaben der Quelle bereits Gespräche mit der LSEG-Führung geführt. Dabei geht es um die Verbesserung der operativen Performance, einen neuen Aktienrückkauf sowie die Schließung von Margenlücken zu Wettbewerbern. Die genaue Höhe der Beteiligung blieb zunächst unklar. Sowohl Elliott als auch die LSEG lehnten eine Stellungnahme ab.

Der Zeitpunkt des Einstiegs erscheint strategisch gewählt: Die LSEG-Aktie ist in den vergangenen zwölf Monaten um mehr als 35 Prozent gefallen. Besonders der jüngste Ausverkauf bei globalen Softwareaktien, der fast eine Billion Dollar an Marktkapitalisierung vernichtete, setzte dem Kurs zu.

Fokus auf Daten und Analysen

Die London Stock Exchange Group hat sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Der Konzern verlagerte seinen Schwerpunkt von traditionellen Börsengebühren hin zu Daten und Analysen. Die Übernahme von Refinitiv im Jahr 2019 war ein Meilenstein dieser Strategie und brachte bedeutende Finanzdaten unter das Dach der LSEG.

Heute stammen fast 50 Prozent des Konzernumsatzes aus der Sparte Data & Analytics, während das klassische Börsengeschäft nur noch 21 Prozent beisteuert. Diese Transformation bringt jedoch neue Herausforderungen mit sich: Der zunehmende Wettbewerb und die rasante Entwicklung künstlicher Intelligenz setzen die Erträge unter Druck.

Die LSEG reagiert darauf mit verstärkten Investitionen in KI-Technologie. Das Unternehmen integriert seine lizenzierten Daten in Plattformen wie ChatGPT von OpenAI und Claude von Anthropic. Zudem besteht eine strategische Partnerschaft mit <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft, das 2022 eine Beteiligung von vier Prozent im Wert von zwei Milliarden Dollar erwarb.

Aktionäre begrüßen Elliott-Einstieg

Einige Investoren sehen den Einstieg von Elliott positiv. "Wenn das Kerngeschäft durch KI unter Beschuss gerät, muss man die Strategie wirklich fokussieren", sagte Stephen Yiu, Chief Investment Officer des Blue Whale Growth Fund und LSEG-Aktionär. Er kritisierte, dass dies in den vergangenen Jahren nicht ausreichend geschehen sei.

Analysten von Barclays halten die Bewertungskorrektur bei der LSEG für übertrieben. Sie betonen, dass die Auswirkungen der KI-Sorgen im Börsensektor zwar spürbar seien, die Marktreaktion aber zu stark ausgefallen sei.

Im vergangenen Jahr kündigte die LSEG bereits Veränderungen an: Der Konzern will 20 Prozent seines Nachhandelsgeschäfts verkaufen und startete ein Aktienrückkaufprogramm über eine Milliarde Pfund (1,37 Milliarden Dollar). Zudem plant das Unternehmen einen stärkeren Vorstoß in den Bereich Daten für private Märkte.

Elliott als unerbittlicher Aktivist

Elliott Management gilt als einer der weltweit aktivsten aktivistischen Investoren. Mit einem verwalteten Vermögen von rund 80 Milliarden Dollar hat sich der Fonds einen Ruf als unerbittlicher Akteur erarbeitet. Zu den aktuellen Zielen seiner Kampagnen gehören der Ölkonzern BP, Lululemon Athletica und PepsiCo.

Bei der LSEG ist Elliott nicht der erste aktivistische Investor: 2017 versuchte TCI erfolglos, den Vorsitzenden abzusetzen und reduzierte die Beteiligung etwa ein Jahr später wieder. Ob Elliott erfolgreicher sein wird, bleibt abzuwarten. Laut Financial Times strebt der Fonds jedoch keinen vollständigen Verkauf oder eine Abspaltung des Börsengeschäfts an.

Die LSEG steht vor weiteren Herausforderungen: Der rückläufige Strom an Börsengängen belastet das traditionelle Geschäft, während Handelsplätze in Amsterdam und den USA Konkurrenz machen. CEO David Schwimmer, dessen Gehalt 2024 auf bis zu 13 Millionen Pfund fast verdoppelt wurde, muss nun beweisen, dass die eingeschlagene Strategie aufgeht.

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