Donald Trump erwägt Aussetzung der bundesweiten US-Benzinsteuer
Der US-Präsident denkt über eine Pause der 18,4-Cent-Abgabe nach, braucht dafür aber die Zustimmung des Kongresses.

US-Präsident Donald Trump erwägt eine Aussetzung der bundesweiten Steuer auf Benzin. Das gab er am Dienstag bekannt, während das Weiße Haus bestrebt ist, einer Preiskrise bei Kraftstoffen im Vorfeld der Midterm-Wahlen im November entgegenzuwirken. Auf die Frage, ob eine Pause der 18,4 Cent pro Gallone hohen Abgabe auf der Agenda stehe, sagte der Präsident: „Wir denken darüber nach.“
Ein solcher Schritt würde die Zustimmung des Kongresses erfordern. Mit nur noch vier Wochen bis zu den Midterm-Wahlen, über die die Kontrolle des Kongresses entscheiden wird, haben die stark gestiegenen Kraftstoffpreise den Druck auf den Präsidenten und seine Republikanische Partei erhöht und die Unterstützung durch die Wähler geschwächt.
Trump, der eine negative Reaktion an den Urnen befürchtet, hat Krisensitzungen mit Mitarbeitern abgehalten, um Möglichkeiten zur Dämpfung des Anstiegs zu bewerten, darunter ein potenzielles Verbot von Dieselexporten. Die jüngsten Äußerungen des Präsidenten folgen auf seine Lockerung der Beschränkungen für gefärbten Diesel – der normalerweise für den Offroad-Einsatz reserviert ist –, wodurch dieser nun auch auf öffentlichen Straßen verwendet werden darf, wobei die Steuer in Höhe von 24,4 Cent pro Gallonen für den Rest des Jahres ausgesetzt wurde.
Die Details
Laut dem Automobilclub AAA lagen die US-Brennstoffpreise am Dienstag durchschnittlich bei 4,37 US-Dollar pro Gallone. Das entspricht einem Anstieg von fast der Hälfte, seit die USA und Israel im Februar zum ersten Mal Iran bombardierten. Der Wert liegt jedoch immer noch unter dem Rekordwert von 5,02 US-Dollar pro Gallone, der nach dem vollständigen russischen Angriffskrieg auf die Ukraine im Jahr 2022 erreicht wurde.
Beim Diesel sieht das Bild anders aus: Der Kraftstoff erreichte im vergangenen Monat einen neuen Höchststand von 6,53 US-Dollar pro Gallone. Seitdem ist er leicht gesunken, lag am Dienstag jedoch mit 6,32 US-Dollar pro Gallone weiterhin historisch hoch.
Während mehrere Bundesstaaten die Abgaben auf Benzin ausgesetzt haben, wurde die bundesweite Steuer auf diesen Kraftstoff seit der Einführung des Highway Trust Fund im Jahr 1956 nicht ausgesetzt. Die Einnahmen dienen der Finanzierung von Straßeninfrastruktur. In diesem Jahr wurden mehrere Gesetzentwürfe zur Umsetzung einer Aussetzung eingebracht, jedoch keiner zur Abstimmung gebracht.
Am Freitag zog Trump eine Drohung zurück, die Exporte von Diesel zu verbieten, was zu erheblichen globalen Nachteilen geführt hätte. Zuvor hatten sich europäische Verbündete im Rahmen einer G7-weiten Initiative zur Preisbremsung bereit erklärt, mehr Bestände an raffinierten Produkten freizugeben. Auch die Ölindustrie hat das Weiße Haus aufgefordert, Druck auf China auszuüben, seine Raffinerien stärker auszulasten und mehr Kraftstoff auf die globalen Märkte zu bringen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Die Diskussion über eine Senkung der US-Kraftstoffsteuer ist nicht neu. Bereits am 12.05.2026 berichtete aktien.news, dass Trump am 11. Mai 2026 angekündigt hatte, die Bundesbenzinsteuer zu senken. Auf die Frage eines Reporters, ob er die Steuer aussetzen werde, antwortete Trump damals: „Ja, ich werde sie senken, bis es angemessen ist.“ Einen konkreten Zeitrahmen nannte er nicht. Hintergrund waren stark gestiegene Benzinpreise; laut AAA kostete eine Gallone Benzin am Montag durchschnittlich 4,52 US-Dollar – der höchste Stand seit 2022, als der Durchschnittspreis mit 5,01 US-Dollar pro Gallone seinen Höchststand erreichte. Die Preise waren seit dem Beginn des Krieges im Iran am 28. Februar gestiegen.
Auch die Debatte über Diesel-Exportbeschränkungen begleitet das Thema seit Wochen. Am 23.09.2026 berichtete aktien.news, dass Trump erwägt, die Diesel-Exporte einzuschränken, um die in die Höhe schießenden Kraftstoffpreise zu dämpfen. Die Idee gewann zunehmend an Zustimmung unter Republikanern im Vorfeld der Midterm-Wahlen. Trump äußerte sich dazu am Dienstag während eines Treffens mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj am Rande der Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York. „Ich habe auch dazu aufgerufen. Ich sagte: ‚Lassen wir den Diesel nicht abfließen.‘ Wir produzieren eine große Menge Diesel. Ich habe dafür plädiert – ich habe das mit meinem Team besprochen“, sagte Trump gegenüber Reportern.
Am 26.09.2026 berichtete aktien.news, dass die Trump-Administration nach Berichten von Bloomberg eine breite Palette von Notfallmaßnahmen prüft, um die stark steigenden Inlandsdieselpreise in den USA zu dämpfen. Das Spektrum reichte von einer Aussetzung der federalen Verbrauchsteuer bis zur vorübergehenden Nutzung von nicht besteuerten Offroad-Kraftstoffvorräten. Die Beratungen blieben jedoch fluide, und es galt derzeit keine unmittelbare politische Maßnahme als bevorstehend. Die nationalen Einzelhandelspreise für Diesel bewegten sich nahe historischer Höchststände bei rund 6,50 US-Dollar pro Gallone.
Am 30.09.2026 berichtete aktien.news, dass Trump eine Reihe von Maßnahmen erwägt, darunter einen möglichen Exportstopp für Diesel, um die stark steigenden inländischen Kraftstoffpreise zu dämpfen. Die sich verschärfende Energiekrise übte zunehmenden politischen Druck auf seine Regierung aus, wie die Financial Times am Mittwoch berichtete. Beamte der US-Regierung hätten den Verkauf von internationalem Diesel bereits eingeschränkt und Verbündete, darunter Großbritannien, über mögliche Versorgungsengpässe informiert.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Entwicklung vor allem wegen ihrer Rückwirkungen auf die globalen Energiemärkte relevant. Sollte die US-Regierung die Diesel-Exporte tatsächlich einschränken, hätte dies nach Einschätzung aus dem Umfeld der Beratungen erhebliche globale Nachteile – ein Szenario, das Trump am Freitag zunächst zurückstellte, nachdem europäische Verbündete im Rahmen einer G7-weiten Initiative zugesagt hatten, mehr Bestände an raffinierten Produkten freizugeben.
Die USA sind ein bedeutender Produzent von Diesel, und die europäische Versorgung hängt teilweise von US-Exporten ab. Bereits Ende September hatten US-Beamte Verbündete, darunter Großbritannien, über mögliche Versorgungsengpässe informiert. Ein Exportstopp hätte damit auch europäische Verbraucher und Unternehmen treffen können.
Gleichzeitig bleibt eine Aussetzung der bundesweiten Benzinsteuer politisch unsicher: Sie erfordert die Zustimmung des Kongresses, und mehrere in diesem Jahr eingebrachte Gesetzentwürfe wurden nicht zur Abstimmung gebracht. Die Einnahmen aus der Abgabe finanzieren seit 1956 über den Highway Trust Fund die Straßeninfrastruktur – ein Wegfall hätte Folgen für die Finanzierung dieser Ausgaben.
Ausblick
Ob und wann eine Aussetzung der bundesweiten Kraftstoffsteuer kommt, ist offen. Trump sagte lediglich, man „denke darüber nach“. Klar ist: Jeder solche Schritt benötigt die Zustimmung des Kongresses. Mit nur noch vier Wochen bis zu den Midterm-Wahlen bleibt der Druck auf das Weiße Haus hoch, die Kraftstoffpreise zu dämpfen.
Beobachten sollten Anleger zudem die weitere Entwicklung der Dieselpreise, die zuletzt mit 6,32 US-Dollar pro Gallone weiterhin historisch hoch lagen, sowie die Umsetzung der G7-Initiative zur Freigabe zusätzlicher Bestände an raffinierten Produkten. Auch die Forderung der Ölindustrie an das Weiße Haus, Druck auf China auszuüben, damit dessen Raffinerien stärker ausgelastet werden, bleibt ein offener Punkt.
Kurz erklärt
- Bundesweite Kraftstoffsteuer: Eine in den USA auf Bundesebene erhobene Abgabe auf Benzin, deren Einnahmen in die Straßeninfrastruktur fließen.
- Midterm-Wahlen: Zwischenwahlen in den USA, bei denen über die Kontrolle des Kongresses entschieden wird.
- G7: Zusammenschluss führender Industriestaaten, der sich hier auf eine gemeinsame Initiative zur Preisbremsung bei Kraftstoffen verständigt hat.
