Die Street Calls der Woche: Bewertungsdruck belastet KI-Hardware-Aktien
Morgan Stanley stuft Manhattan Associates hoch, Barclays senkt HPE und Dell herab – eine Woche der Bewertungskorrekturen an der Wall Street.

Die vergangene Woche an der Wall Street stand ganz im Zeichen von Analystenempfehlungen, die vor allem eines widerspiegelten: extreme Kursbewegungen. Wie Investing.com berichtet, wählte die Redaktion täglich eine Auf- oder Abwertung aus, die auf der größten gemeldeten prozentualen Kursbewegung basierte. Die Bewegungen erfolgten in der Regel vor Börsenbeginn, sofern nicht anders angegeben. Auffällig: Drei der fünf wichtigsten Empfehlungen betrafen KI-bezogene Hardware-Werte, die von Barclays und Piper Sandler herabgestuft wurden.
Den Auftakt machte am 12. Oktober 2026 Morgan Stanley: Die Analysten stuften Manhattan Associates (MANH) von „Equalweight" auf „Overweight" hoch und hoben ihr Kursziel von 180 auf 250 US-Dollar an. Die Aktie legte vorbörslich um 4,2 Prozent auf 213,45 US-Dollar zu. Eine separate Liste der Kursbewegungen um 10:35 Uhr EDT zeigte sogar einen Anstieg um 6,93 Prozent. Als Begründung verwies das Institut auf beschleunigte Cloud-Buchungen unter dem neuen CEO Eric Clark sowie auf erste Erfolge der KI-Agenten des Unternehmens. Da keine wichtigen US-Daten im Kalender standen, war der Markt dünn besetzt, sodass die Bewegung spezifisch für die Aktie war.
Abwertungen im KI-Hardware-Segment
Am folgenden Tag traf es AST SpaceMobile (ASTS). Piper Sandler stufte den Titel von „Overweight" auf „Neutral" herab und senkte das Kursziel deutlich von 98 auf 54 US-Dollar. Die Aktien fielen vorbörslich um fast 4,9 Prozent. Zur Begründung nannte Piper eine geringere Überzeugung bezüglich des Launch-Tempos in den Jahren 2026 und 2027 sowie den etwaigen Spektrumkauf von SpaceX in Höhe von 8 Milliarden US-Dollar. Bemerkenswert: Die Empfehlung fiel nur eine Sitzung nach der Aufwertung durch die Deutsche Bank auf „Buy". Das Short Interest betrug etwa 23,6 Prozent des Free Floats.
Weiter ging es am 14. Oktober mit Hewlett Packard Enterprise (HPE). Barclays stufte den Titel von „Overweight" auf „Equal Weight" herab und senkte das Kursziel von 83 auf 77 US-Dollar. Die Aktien rutschten vorbörslich um 5,3 Prozent auf 65,19 US-Dollar. Analyst Tim Long charakterisierte die Entscheidung als bewertungsgetrieben und nicht als Änderung seiner Einschätzung des Geschäfts. Ein stärker als erwarteter Inflationsbericht für September übte zusätzlichen Druck aus. Barclays senkte zugleich das Rating für NetApp (NTAP), dessen Aktie vorbörslich um 4,2 Prozent fiel.
Am 15. Oktober stand Dell Technologies (DELL) im Mittelpunkt – mit einer Einschränkung. Die Barclays-Abwertung war bereits am 14. Oktober zusammen mit HPE und NetApp erfolgt, sodass der Rückgang am Donnerstag eine Fortsetzung dieser Entwicklung darstellte. Barclays setzte Dell von „Overweight" auf „Equal Weight" herab und senkte das Kursziel auf 574 von 603 US-Dollar. Die Aktie rutschte am 15. Oktober im Morgenhandel um fast 10 Prozent, nachdem sie im Jahresverlauf bereits mehr als 300 Prozent verloren hatte. Barclays argumentierte, dass die Stärke der Unternehmensumsätze eher die Speicherkosten als die KI-Nachfrage widerspiegle. Bernstein behielt dagegen das Rating „Outperform" bei einem Kursziel von 650 US-Dollar bei.
Aufwertungen nach Kurskorrekturen
Eine der wenigen Aufwertungen der Woche kam von Northland: Am 16. Oktober stufte das Institut Semtech (SMTC) von „Market Perform" auf „Outperform" mit einem Kursziel von 186 US-Dollar hoch. Die Aktie stieg im Vorhandel um 2,7 Prozent. Northland argumentierte, dass ein Rückgang von rund 24 Prozent in der vorangegangenen Woche einen Einstiegspunkt geschaffen habe. Semtech erhöhte zudem seine Umsatzprognose für das Geschäftsjahr-Q3 auf 415 bis 420 Millionen US-Dollar anlässlich seines Analyst Day. Die Aktie war zunächst am Donnerstag stark gefallen, bevor sich die Stimmung über Nacht wandelte.
Ebenfalls am 16. Oktober stufte Jefferies FMC von „Buy" auf „Hold" herab und senkte das Kursziel von 14 auf 5 US-Dollar. Die Aktie war in der vergangenen Woche um 33 Prozent auf 5,62 US-Dollar gefallen. Dieser Wert stellt eine wöchentliche Bewegung dar und wurde daher nicht für das Freitag-Fach verwendet.
Fazit: Bewertungsgetriebene Entscheidungen
In der Zusammenschau zeigt sich ein klares Muster: Drei der fünf Empfehlungen waren bewertungsgetriebene Abwertungen von KI-bezogenen Hardware-Werten – nämlich ASTS, HPE und Dell. Allein Barclays war für zwei davon verantwortlich. Beide Aufwertungen folgten auf Korrekturphasen: Software am Montag und Semtech nach seinem Kursrutsch. Dies macht die Woche zu einer Phase von Empfehlungen zu gestreckten oder stark gedrückten Preisen statt zu veränderten Fundamentaldaten.
Andere Ratingänderungen wurden übergangen. Varonis und RXO sahen takeover-getriebene Abwertungen, jedoch wurden für keine der beiden tägliche prozentuale Bewegungen gemeldet. Raymond James hat Humana am Montag aufgewertet, aber auch für diese Empfehlung wurde keine Bewegung gemeldet. Alle Preise und Prozentsätze entsprechen den Angaben in den zitierten Artikeln und können Live-Kursen hinterherhinken.
