DAX unter Druck: Iran-Eskalation und Zinsangst belasten Märkte

Geopolitische Spannungen am Persischen Golf und wachsende Zinssorgen haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenstart kräftig belastet. Das US-Militär griff erstmals seit Ende Juli wieder Ziele im Iran an – die Revolutionsgarden antworteten mit Raketenangriffen auf amerikanische Stützpunkte. Die Folge: Risikoaversion an den Märkten, steigende Ölpreise und rote Vorzeichen auf breiter Front.
Der DAX verlor 1,17 Prozent und schloss bei 26.258 Punkten. Dabei hatte der deutsche Leitindex erst am vergangenen Freitag mit 26.618 Punkten ein neues Rekordhoch markiert. Trotz des heutigen Rückschlags bleibt der DAX im August mit einem Plus von 2,45 Prozent im positiven Terrain.
Am Ölmarkt, der seit nunmehr sechs Monaten vom wechselhaften Verlauf des Iran-Konflikts abhängig ist, zogen die Preise wieder deutlich an. Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich auf 90,50 Dollar pro Barrel. Zum Vergleich: Anfang Juli war der Preis in der Hoffnung auf ein Kriegsende bis auf 70 Dollar gefallen, im Mai hatte er sogar bei 120 Dollar gelegen. Für Verbraucher bedeutet das anhaltend hohe Benzin- und Energiekosten.
Auch an den New Yorker Börsen hinterließen die neuen Kampfhandlungen ihre Spuren. Der Dow Jones eröffnete rund 0,7 Prozent schwächer, der technologielastige Nasdaq 100 verlor etwa 0,2 Prozent.
Zusätzlichen Gegenwind lieferte die US-Notenbank Fed. Deren neuer Chef Kevin Warsh hatte am Freitag unmissverständlich klargemacht, dass die Bekämpfung der Inflation für ihn oberste Priorität hat. Die Inflationsrate in den USA liegt derzeit bei 3,4 Prozent. Anleger interpretierten Warshs Aussagen zwar zunächst als Signal für geldpolitische Verlässlichkeit, die Kehrseite ist jedoch eindeutig: Eine Zinserhöhung im September gilt an den Terminmärkten mittlerweile als wahrscheinlichstes Szenario. Steigende Zinsen machen Anleihen im Vergleich zu Aktien attraktiver und können Kapital aus dem Aktienmarkt abziehen.
„Gleich zu Wochenbeginn haben es Anleger mit genau den Themen zu tun, die sie seit Wochen umtreiben: den Sorgen vor steigender Inflation und ungelösten geopolitischen Fragen sowie der Angst, dass die amerikanische Notenbank bald die Zinsen anheben könnte
