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DAX startet schwach in den Oktober: Inflation und Ölpreise belasten

Der DAX droht auf den tiefsten Stand seit Ende Juli zu fallen, belastet von Rekordspritpreisen, hohen Anleiherenditen und einem starken Inflationsanstieg.

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DAX startet schwach in den Oktober: Inflation und Ölpreise belasten

Der DAX startet schwach in den Oktober. Der deutsche Leitindex droht zum Handelsauftakt auf den tiefsten Stand seit Ende Juli zu fallen. Der Broker IG taxierte den DAX vor Handelsbeginn 0,5 Prozent tiefer bei 25.078 Punkten. Bereits am Mittwoch hatte der deutsche Leitindex mit einem Minus von 0,8 Prozent bei 25.199 Punkten geschlossen – und damit den September mit einem Minus beendet.

Für die Schwäche gibt es einen klaren Auslöser: Ein überraschend starker Inflationsanstieg belastete die Börsen in Europa bereits am Mittwoch. In Deutschland trieben Rekordspritpreise die Teuerungsrate im September auf 3,3 Prozent. Steigende Energiepreise schlagen unmittelbar auf die Verbraucherpreise durch und erhöhen damit den Druck auf die Notenbanken.

Auch in Asien hielten sich die Anleger zurück. Als Belastung galten die hohen Anleiherenditen und die gestiegenen Ölpreise. Die Hoffnung auf eine Pause bei den US-Zinsen ist unterdessen verpufft. Zwar fiel die US-Inflation im August schwächer aus als erwartet, und die Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung der Fed im Oktober ist gesunken. Die Entlastung an den Märkten hielt jedoch nicht an.

Die Details

Am Rohölmarkt bleiben die Preise auf hohem Niveau. Ein Fass der Nordseesorte Brent kostete zuletzt 103,81 Dollar, ein Plus von 1 bis 2,5 Prozent. US-Rohöl der Sorte WTI notierte bei 91,50 Dollar je Fass, ebenfalls mit einem Aufschlag von 1 bis 2,5 Prozent. Am Morgen gab Brent dann leicht nach auf 97,69 Dollar je Barrel, ein Minus von 0,3 Prozent. Im Hintergrund wirkt der Krieg zwischen den USA und dem Iran. Extrem hohe Dieselkosten schüren zusätzlich die Inflationssorgen. US-Präsident Donald Trump lehnte zudem eine Lockerung der Sanktionen gegen den Iran ab.

Belastend wirken außerdem die Anleiherenditen. Sie notieren auf Mehrjahreshöchstständen. Die Renditen von US-Staatsanleihen stiegen weiter, und vor allem die langfristigen Renditen bleiben hoch. Das verteuert die Kapitalkosten für Unternehmen und Staaten.

In Asien zeigte sich ein geteiltes Bild. Der japanische Nikkei legte um 2,4 Prozent zu, getragen von gefragten Chip-Werten. Südkorea tendierte kaum verändert. Der chinesische Markt in Schanghai blieb feiertagsbedingt geschlossen.

An der Wall Street fehlte eine klare Richtung. Der Dow-Jones-Index verlor 0,9 Prozent auf 50.906 Punkte. Der S&P 500 gab 0,3 Prozent ab auf 7.651 Zähler. Der Nasdaq legte dagegen 0,2 Prozent auf 26.861 Punkte zu. Auf Monatssicht steht der Dow bei minus 4,3 Prozent, der S&P 500 bei minus 0,4 Prozent, während der Nasdaq ein Plus von 1,9 Prozent verbucht.

Für Aufsehen sorgte der Speicherchip-Hersteller Micron. Das Unternehmen legte ein Rekordquartal vor, getrieben von der Nachfrage nach Speicherchips. Der Umsatz summierte sich auf 54,23 Milliarden Dollar und verfünffachte sich damit. Der bereinigte Gewinn erreichte 33,42 Dollar je Aktie und verelffachte sich. "Für das Geschäftsjahr 2026/2027 erwarten wir noch bessere Ergebnisse", sagte Micron-Chef Sanjay Mehrotra.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 27.04.2026 berichtete aktien.news, dass der DAX trotz Ölpreisanstieg und Inflationssorgen fester startete. Damals taxierte IG den Leitindex rund 0,2 Prozent höher bei knapp 24.200 Punkten. Bestimmendes Thema war schon damals der Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

Am 11.05.2026 meldete aktien.news, dass Nahost-Krise und Ölpreisschock den DAX zum Wochenstart belasteten. IG taxierte den Index auf 24.289 Punkte, ein Minus von 0,2 Prozent. Auslöser war erneut der Nahe Osten: Trump wies die iranische Antwort auf einen amerikanischen Friedensvorschlag als inakzeptabel zurück.

Am 23.09.2026 berichtete aktien.news, dass der DAX leicht höher startete, während Iran-Gespräche und ein Xi-Besuch im Fokus standen. Der DAX hatte am Vortag kaum verändert bei 25.578 Punkten geschlossen. Brent notierte damals unter 99 Dollar pro Barrel.

Am 24.09.2026 schließlich meldete aktien.news, dass Ölpreis-Schock und Zinsängste DAX und Wall Street drückten. IG taxierte den DAX rund 0,3 Prozent im Minus, nachdem er am Mittwoch bereits 0,7 Prozent auf 25.411 Punkte verloren hatte. Zwei Themen drückten gleichermaßen auf die Stimmung: der springende Ölpreis und wachsende US-Zinsängste.

Was das für Anleger bedeutet

Die Kombination aus hohen Energiepreisen, wieder anziehender Inflation und hohen Anleiherenditen ist für Aktien unangenehm. Höhere Öl- und Dieselpreise treiben die Inflation und damit den Druck auf die Notenbanken, die Zinsen länger hoch zu halten. Das belastet vor allem Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf und zyklische Werte, während Chip- und Technologiewerte zuletzt gefragt blieben.

"Die schwächeren US-Daten haben den Druck von den Fed-Erwartungen und den kurzfristigen Renditen genommen, aber die Sorge um die Kapitalkosten ist nicht wirklich verschwunden, da die langfristigen Renditen hoch bleiben", sagte Charu Chanana, Anlagestrategin bei Saxo.

Ein Blick auf die Entwicklung zeigt: Der September endete für den DAX mit einem Minus, und der tiefste Stand seit Ende Juli droht. Anleger sollten daher die langfristigen Anleiherenditen, die Ölpreise sowie die Inflationsdaten im Blick behalten. Diese drei Größen bestimmen derzeit das Geschehen an den Märkten.

Ausblick

Im Fokus bleibt die Frage, ob die Fed im Oktober die Zinsen erhöht. Die Wahrscheinlichkeit dafür ist laut den Angaben gesunken. Entscheidend ist, wie sich die US-Inflation und die langfristigen Renditen weiterentwickeln.

Am Rohölmarkt hängt viel von der Entwicklung im Konflikt zwischen den USA und dem Iran ab. Trump lehnt eine Sanktionslockerung ab. Bleiben die Ölpreise hoch, dürften auch die Inflationssorgen bestehen bleiben.

Micron liefert mit seinem Rekordquartal und der Prognose für das Geschäftsjahr 2026/2027 einen Ausblick, der laut Bob O'Donnell, Chefanalyst bei TECHnalysis, Zweiflern an der Nachhaltigkeit des KI-Ausbaus den Wind aus den Segeln nehmen dürfte. Wie nachhaltig die Chip-Nachfrage bleibt, wird sich an den Märkten zeigen.

Kurz erklärt

  • DAX: Der deutsche Leitindex, der die Entwicklung der größten börsennotierten Unternehmen in Deutschland abbildet.
  • Anleiherenditen: Die Rendite gibt an, welchen Zinsertrag ein Anleger mit einer Anleihe erzielt, und gilt als wichtiger Indikator für die Kapitalkosten.
  • Brent: Eine wichtige Referenzsorte für Rohöl aus der Nordsee, deren Preis den internationalen Ölmarkt maßgeblich beeinflusst.
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