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DAX startet fester — Ölpreise und Anleihen im Fokus

Der DAX dürfte zum Wochenausklang zulegen, während steigende Ölpreise und ein Ausverkauf am Anleihemarkt die Anleger beschäftigen.

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DAX startet fester — Ölpreise und Anleihen im Fokus

Der DAX dürfte am Freitag mit Gewinnen in den Handel starten. Laut der Prognose des Brokerhauses IG wird der deutsche Leitindex zum Handelsbeginn 0,5 Prozent höher bei 25.402 Punkten erwartet. Damit würde der DAX auf Wochensicht wieder ins Plus drehen, nachdem er am Donnerstag noch mit einem Minus von 0,6 Prozent auf 25.267 Punkte geschlossen hatte. Das Wochentief lag bei 25.164 Punkten — ein Niveau, das zuletzt Ende Juli erreicht worden war.

Als Belastungsfaktor hatte sich zuletzt der Ölpreisanstieg erwiesen, der die Kurse am Donnerstag drückte. Die Hoffnungen auf eine Entspannung im Nahen Osten, die den Rückgang des Ölpreises Mitte September getragen hätten, seien vorerst verflogen, heißt es vonseiten der Dekabank. Der Markt reagiert damit sensibel auf jede geopolitische Zuspitzung in der Region.

Geopolitische Spannungen treiben die Risikoprämie

Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt. Frankreich schützt ein saudisches Ölterminal in Yanbu, während Großbritannien Saudi-Arabien militärisch unterstützt. Der Iran warnt zugleich vor einer Eskalation in der Region. Für Anleger bedeutet das: Die Risikoprämie auf Öl bleibt erhöht, und jede Nachricht über eine weitere Zuspitzung kann die Notierungen kurzfristig nach oben treiben. Höhere Energiepreise wiederum sind ein Inflationsrisiko und können die Zinsfantasien der Märkte dämpfen.

Parallel dazu befindet sich der Anleihemarkt im Ausverkauf. Langlaufende Staatsanleihen notieren mit Rekordrenditen. Das macht Schuldenmachen für Staaten teurer, gleichzeitig werden Anleihen für Investoren wieder attraktiver. Für Privatanleger ist wichtig: Die Renditeniveaus sind ein Barometer dafür, wie der Markt die weitere Zinsentwicklung und die Inflationsaussichten einschätzt. Steigende Renditen können Aktien belasten, weil sie eine Alternative zu Dividendenpapieren darstellen.

Tankrabatt passiert Bundestag und Bundesrat

Im Fokus steht heute auch der Tankrabatt. Das Vorhaben passiert an diesem Tag Bundestag und Bundesrat. Geplant ist eine Entlastung von 17 Cent je Liter Diesel und Benzin. Die Laufzeit soll von Anfang Oktober bis Ende Dezember gelten. Kritik kommt von Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), die argumentiert: "Wer Sprit künstlich verbilligt, schwächt den Anreiz zum Einsparen."

Verbraucher sollten beachten, dass solche Entlastungen kurzfristig die Spritpreise senken können, aber auch die Haushaltslage und die Preisentwicklung beeinflussen. Ob der Rabatt im Alltag spürbar ankommt, hängt auch davon ab, wie die Mineralölkonzerne die Preise weitergeben.

Unternehmensmeldungen: HelloFresh kappt Ziele

Bei den Einzelwerten gibt es marktbewegende Nachrichten. HelloFresh senkt seine Jahresziele deutlich. Der Umsatz soll nun nur noch um 9 bis 11 Prozent schrumpfen, statt wie bislang angekündigt um 3 bis 6 Prozent. Beim operativen Gewinn stellt der Konzern 350 bis 370 Millionen Euro in Aussicht, nach zuvor 375 bis 425 Millionen Euro. Grund für die schwächere Entwicklung ist laut den Angaben eine hinter den Erwartungen zurückbleibende Neukundengewinnung, die auf gekürzte Marketingausgaben zurückzuführen ist. Für Anleger zeigt sich daran, wie schnell Wachstumsstorys kippen können, wenn das Marketing gebremst wird.

Beim Flugzeugbauer Airbus wurde ein Qualitätsmangel beim Modell A321neo festgestellt. Betroffen sind rund 500 Flugzeuge, etwa die Hälfte davon befindet sich im Einsatz. Airbus betont, es handele sich nicht um ein Sicherheitsproblem, die Maschinen blieben im Betrieb. Anleger dürften dennoch auf die möglichen Kosten und den Reparaturaufwand achten.

Auch aus der Startup-Szene kommt eine interessante Meldung: Das KI-Unternehmen Anthropic will seinen Gründern die Kontrolle vor einem möglichen Börsengang sichern. Geplant ist eine Struktur mit Gründerstimmrechten von 50,1 Prozent, angelehnt an das Vorbild Palantir. Das Thema beobachtet unter anderem das Branchenportal The Information, und auch Firmengründer Dario Amodei wird damit in Verbindung gebracht. Solche Strukturen sind für Investoren relevant, weil sie Einfluss und Mitsprache der Aktionäre einschränken können.

Konjunktur- und Termindaten im Blick

Zur Wochenmitte richten sich die Blicke auf die Konjunktur. Die GfK-Prognose für Oktober wird erwartet, außerdem stehen US-Konjunkturdaten und Inflationsprognosen auf der Agenda. Experten rechnen mit einer Verschlechterung der Verbraucherstimmung. Die Daten der University of Michigan gelten als wichtiger Frühindikator für die Konsumlaune in den USA.

Die Wall Street schloss uneinheitlich, während die asiatischen Märkte robust tendierten. Für Anleger heißt das: Die Richtung an den deutschen Börsen wird heute vor allem von Ölpreis, Anleiherenditen und den anstehenden Konjunkturzahlen bestimmt. Ein Blick auf die GfK-Zahlen und die US-Inflationsprognosen lohnt sich, denn beide können die Zinserwartungen und damit die Aktienkurse kurzfristig bewegen.

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