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DAX schließt 1,2 Prozent tiefer – Frankreich-Sorgen und China-Exportboom belasten

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DAX schließt 1,2 Prozent tiefer – Frankreich-Sorgen und China-Exportboom belasten

Der deutsche Leitindex hat den Handelstag mit einem Minus von 1,2 Prozent bei 25.319 Punkten beendet. Zeitweise hatte der DAX sogar 1,6 Prozent verloren, bevor eine leichte Erholung an der Nasdaq für etwas Entlastung sorgte. Am Freitag hatte der Index noch ein Prozent auf 25.623 Zähler zugelegt und damit die jüngsten KI- und Inflationssorgen abgeschüttelt.

In New York hatten die Technologiewerte am Freitagabend jedoch erneut unter der Sorge um die Nachhaltigkeit der KI-Rally gelitten, was den Nasdaq 100 auf den tiefsten Stand seit vier Wochen drückte. Der heutige Handelsstart an der Technologiebörse fiel deutlich erholt aus, was auch den deutschen Markt stützte. Die Standardwerte des Dow Jones bewegten sich dagegen kaum vom Fleck.

China meldete am Morgen ein unerwartet starkes Wirtschaftswachstum für das dritte Quartal. Ein Exportboom von 36 Prozent im September deutet allerdings darauf hin, dass günstige chinesische Produkte europäische und deutsche Hersteller zunehmend verdrängen. Dieser Aspekt könnte den Wettbewerbsdruck auf die hiesige Industrie weiter erhöhen.

Deutlich stärker wogen jedoch die Sorgen um Frankreich. In der zweitgrößten Volkswirtschaft der EU bleibt nach der Gewalteskalation im Zuge der Massenproteste unklar, wie es politisch weitergeht. Französische Aktien und Anleihen gerieten nach Tagen relativer Ruhe wieder stark unter Druck. Die Rendite zehnjähriger französischer Staatsanleihen stieg auf 4,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit 2002. Die Unsicherheit belastete auch den Euro.

Am Ölmarkt entspannte sich die Lage etwas: Die Nordseesorte Brent fiel von ihrem Fünf-Monats-Hoch am Freitag zurück. Allerdings gab es weiterhin widersprüchliche Signale aus der Krisenregion am Persischen Golf. Erneut wurden zwei Tanker angegriffen, zudem griff die Huthi-Miliz aus dem Jemen Saudi-Arabien an. US-Energieminister Chris Wright versuchte zu beruhigen: Die Öllieferungen aus dem Persischen Golf hätten sich auf etwa 80 Prozent des Vorkonflikt-Niveaus erholt, die Lieferungen von Raffinerieprodukten seien aber weiter eingeschränkt. Er stehe in Gesprächen mit europäischen Verbündeten, um Dieselvorräte freizugeben.

Unter den Einzelwerten verlor die DHL Group 0,9 Prozent. Am Freitag nach Börsenschluss hatte das Unternehmen zweistellige prozentuale Zuwächse bei Umsatz und Ergebnis im dritten Quartal gemeldet und die Jahresprognose angehoben. Ein Händler bezeichnete den neuen Ausblick als positiv, aber nicht als komplette Überraschung, zumal die Aktie zuletzt bereits gut gelaufen war.

Merck meldete eine Großübernahme: Der Darmstädter Pharma- und Technologiekonzern übernimmt die britische Biotechfirma Silence Therapeutics für rund 980 Millionen Euro. Damit will Merck sein Engagement im Bereich seltener Krankheiten stärken.

Die Aktie der Norma Group gab deutlich nach, nachdem der Autozulieferer seine Strategie bis 2031 vorgestellt hatte. Der Hersteller von Verbindungstechnik will mit der neuen Aufstellung leicht wachsen und deutlich profitabler werden. Für Verstimmung sorgte jedoch die Aussicht auf eine geringere Dividende: Ab 2027 sollen nur noch mindestens zehn Prozent des bereinigten Jahresergebnisses ausgeschüttet werden, anstelle der bisher versprochenen 30 bis 35 Prozent.

In Berlin hat heute eine Investorenkonferenz begonnen, bei der die Bundesregierung für den Standort wirbt. Eingeladen sind Vertreter zahlreicher Unternehmen aus dem In- und Ausland, darunter Nvidia-Chef Jensen Huang. Wie aus Regierungskreisen verlautete, plant die Bundesregierung eine Kooperation mit Nvidia.

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