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Daimler Truck steigert Absatz kräftig dank Nordamerika-Boom

Der Nutzfahrzeughersteller legt im dritten Quartal um 26 Prozent zu – getrieben vom US-Markt nach drei Jahren Rezession.

• 2 Min
Daimler Truck steigert Absatz kräftig dank Nordamerika-Boom

Daimler Truck hat im dritten Quartal deutlich mehr Lastwagen und Busse verkauft. Zwischen Juli und September setzte der Dax-Konzern 91.260 Nutzfahrzeuge ab und steigerte den Absatz damit um 26 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Den stärksten Schub lieferte der größte Einzelmarkt des Unternehmens: Nordamerika.

In der Region verkaufte Daimler Truck 45.629 Nutzfahrzeuge, ein Plus von 51 Prozent. Damit entfällt fast die Hälfte des gesamten Quartalsabsatzes auf Nordamerika. Der US-Markt war zuvor mehr als drei Jahre lang in einer Rezession gefangen – nun zeichnet sich dort eine Wende ab. Für Anleger ist das ein wichtiges Signal, denn der nordamerikanische Truck-Markt gilt als besonders margenstark und konjunktursensibel.

Auch in Europa lief es für die Kernmarke Mercedes-Benz rund. Gut 40.000 Einheiten wurden hier abgesetzt, ein Zuwachs von 13 Prozent. Das zweistellige Wachstum zeigt, dass die Nachfrage nach schweren Nutzfahrzeugen auf dem Heimatkontinent intakt bleibt.

Busse und Elektro-Lkw schwächeln

Nicht alle Geschäftsfelder entwickelten sich positiv. Das Busgeschäft verkaufte deutlich weniger Fahrzeuge, der Absatz sank um 16 Prozent. Noch stärker rückläufig war das Elektrogeschäft: Mit 1.200 batterieelektrischen Lastwagen setzte Daimler Truck 28 Prozent weniger ab als im Vorjahresquartal.

Der Blick auf den Jahresverlauf relativiert die Schwäche bei den Stromern. Insgesamt verkaufte der Konzern seit Jahresbeginn fast 247.000 Fahrzeuge, ein Plus von acht Prozent. Der Anteil batterieelektrischer Antriebe bleibt mit 3.354 Einheiten im Jahresverlauf jedoch verschwindend gering. Für Privatanleger bedeutet das: Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs kommt nur langsam voran, das klassische Verbrennergeschäft trägt weiterhin die Bilanz.

Die Quartalszahlen zeigen damit ein zweigeteiltes Bild. Auf der einen Seite steht die kraftvolle Erholung in Nordamerika, die das Gesamtwachstum antreibt. Auf der anderen Seite belasten das schwache Busgeschäft und die rückläufigen Elektro-Lkw-Verkäufe.

Wettbewerbsdruck aus China im Blick

Für die weitere Entwicklung bleibt der Wettbewerb ein zentraler Faktor. Ein Bericht verweist darauf, dass China einen Angriff auf Europa bei Nutzfahrzeugen plant. Sollte sich dieser Wettbewerbsdruck materialisieren, könnte er die europäischen Marktanteile von Daimler Truck und der Marke Mercedes-Benz unter Druck setzen.

Anleger sollten daher neben dem Absatztrend vor allem die Preisentwicklung und die Margen im Auge behalten. Ein steigender Absatz allein sagt noch nichts über die Profitabilität aus – gerade wenn neue Wettbewerber mit günstigeren Angeboten in den Markt drängen. Entscheidend ist, ob Daimler Truck die Erholung in Nordamerika in nachhaltige Erträge ummünzen kann.

Die Zahlen aus dem dritten Quartal liefern zunächst Rückenwind. Ob die Wende in den USA von Dauer ist und wie stark der chinesische Wettbewerb das Europageschäft belastet, dürfte die weitere Kursentwicklung der Aktie maßgeblich bestimmen.

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