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Porsche plant Sanierung: Weniger Autos, höhere Margen bis 15 Prozent

Michael Leiters stellt auf dem Kapitalmarkttag in Stuttgart das Konzept "Sportwagenschmiede 35" vor.

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Porsche plant Sanierung: Weniger Autos, höhere Margen bis 15 Prozent

Porsche steckt in schwerem Fahrwasser. Mit dem Sanierungskonzept "Sportwagenschmiede 35" will der Sportwagenbauer aus Stuttgart die Wende einleiten. Konzernchef Michael Leiters stellt das Programm auf einem Kapitalmarkttag in Stuttgart vor. Die Kernbotschaft: weniger Autos, dafür exklusivere und teurere Modelle — und weiterhin rigorose Kostensenkungen.

Das Ziel ist ambitioniert, aber nicht mehr so hochgesteckt wie früher. Mittelfristig peilt Porsche eine Marge von 10 bis 15 Prozent an. Das einst angepeilte Margenziel von 20 Prozent, das sich am Wettbewerber Ferrari orientierte, ist damit vom Tisch. Beim Umsatz soll die Marke mittelfristig 41 bis 45 Milliarden Euro erreichen.

Weniger Volumen, mehr Exklusivität

Der Angebotsschwerpunkt verschiebt sich deutlich nach oben. Porsche will künftig auf die Stärke der Marke setzen und das Portfolio in höhere Preisregionen führen. Der Durchschnittspreis der Top-Modelle soll um 20 Prozent auf mehr als 330.000 Euro steigen. Von diesen Spitzenmodellen sollen mindestens 10.000 Exemplare pro Jahr verkauft werden.

Zu den neuen Top-Modellen zählen eine Supersportwagenplattform sowie ein Luxus-SUV, das oberhalb des Cayenne positioniert wird. Gleichzeitig wird das Angebot gestrafft: Die Zahl der Varianten sinkt um ein Fünftel, die Verkaufszahl der Varianten sogar um 30 Prozent. Auch beim Antriebsmix setzt Porsche auf Realismus — bis in die 2030er Jahre sollen zwei Drittel der Fahrzeuge Verbrenner sein, ein Drittel batterieelektrisch.

China bleibt, USA wächst

Trotz des Einbruchs im Reich der Mitte will Porsche den chinesischen Markt nicht aufgeben. "Wir werden diesen Markt nicht aufgeben", stellt Leiters klar. Der Absatz in China war zuletzt stark unter Druck geraten — Ursachen sind eine schwache Luxusnachfrage, der Wettbewerb chinesischer Hersteller und hohe US-Zölle. Der Trend setzte sich im ersten Halbjahr 2026 fort; die Auslieferungen verzeichneten den Angaben zufolge ein Minus von 166 Prozent.

Wachstumspotenzial sieht Porsche dagegen in den USA. Der Absatzanteil liegt dort bei 35 Prozent und soll weiter steigen. In Europa bleibt der Anteil mit 35 Prozent stabil. Die Gewinnschwelle will das Unternehmen schon 2027 mit weniger als 200.000 Verkäufen pro Jahr erreichen.

Kosten runter, Stellenabbau sozialverträglich

Die Kosten sollen weiterhin "rigoros" gesenkt werden — in Entwicklung, Produktion, Einkauf, Verwaltung und Vertrieb. Effizienz verspricht sich Porsche auch durch gemeinsame Plattformen mit der Konzernschwester Audi. Beim Personal setzt das Management auf einen sozialverträglichen Abbau ohne betriebsbedingte Kündigungen.

Die Belegschaft umfasst rund 42.000 Mitarbeiter. Mittelfristig soll sie um 25 Prozent schrumpfen, das strategische Ziel liegt bei 30 Prozent. Vereinbart ist ein Stellenabbau von 9.000 Stellen bis 2035. Bei den Managementpositionen soll es sogar ein Minus von 40 Prozent geben.

Geteilte Reaktion an der Börse

An der Börse kam das Konzept unterschiedlich an. Während die Porsche SE zulegte, gab die Porsche AG nach. Der DAX verlor rund 1,4 Prozent auf etwas unter 25.100 Punkte, der MDAX büßte knapp ein Prozent ein. Die VW-Vorzugsaktie im DAX legte dagegen um rund ein halbes Prozent zu. Belastet wurde die Stimmung an den Märkten auch von steigenden Ölpreisen und Anleiherenditen, der DAX gab einen Großteil der Vortagesgewinne wieder ab.

Für Privatanleger bleibt die Frage, ob Porsche den Spagat zwischen Exklusivität und Volumen schafft. Die verfehlte E-Antriebs-Strategie unter Vorgänger Oliver Blume belastet die Luxusmarke weiterhin. Leiters senkt die Elektroambitionen mit Verweis auf die Nachfrage. Ob die Rechnung aufgeht, dürfte sich erst mittelfristig zeigen — die Aktie bleibt vorerst ein Fall für geduldige Anleger mit klarem Blick auf die Margenentwicklung.

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