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Couche-Tard übernimmt Polens Zabka für 8,7 Milliarden US-Dollar

Der Circle-K-Betreiber Couche-Tard kauft die polnische Convenience-Store-Kette Zabka – die größte Akquisition in der Unternehmensgeschichte.

• 2 Min
Couche-Tard übernimmt Polens Zabka für 8,7 Milliarden US-Dollar

Der kanadische Convenience-Store-Riese Alimentation Couche-Tard (TSX: ATD), bekannt als Betreiber der Circle-K-Kette, hat am Freitag eine milliardenschwere Übernahme angekündigt. Das Unternehmen plant, die polnische Zabka Group (WA: ZAB) für rund 32,62 Milliarden PLN – umgerechnet etwa 8,71 Milliarden US-Dollar – zu übernehmen. Es handelt sich dabei um die größte Akquisition in der Geschichte des kanadischen Unternehmens.

Couche-Tard gibt über seine polnische Tochtergesellschaft ein freiwilliges Übernahmeangebot für alle ausstehenden Zabka-Aktien ab. Der gebotene Preis beträgt 32,00 PLN je Aktie in bar. Das Angebot wird bereits von Aktionären unterstützt, die rund 57 Prozent der ausstehenden Zabka-Aktien halten – darunter die namhaften Private-Equity-Gesellschaften CVC Capital Partners und Partners Group sowie das Top-Management des Einzelhändlers.

Zabka: Ein Schwergewicht im osteuropäischen Einzelhandel

Die 1998 gegründete Zabka Group ist weit mehr als eine gewöhnliche Supermarktkette. Das Unternehmen betreibt mehr als 13.000 Convenience-Stores in Polen und Rumänien und bedient täglich rund 4,3 Millionen Kunden. Damit zählt Zabka zu den größten Convenience-Einzelhändlern Europas.

Besonders bemerkenswert ist die digitale Aufstellung des Unternehmens: Zabka verfügt über rund 11,7 Millionen digitale Nutzer auf seinen Online-Plattformen und gilt damit als eines der größten Ökosysteme für Convenience- und digitalen Einzelhandel auf dem gesamten europäischen Kontinent. Diese digitale Infrastruktur dürfte für Couche-Tard ein wesentlicher Anreiz für die Übernahme sein.

Couche-Tard erklärte, die Akquisition stärke die unternehmenseigene „Core + More"-Strategie durch die Hinzufügung einer skalierten Convenience-Einzelhandelsplattform. Dabei sollen das Management-Team, das Franchise-Modell sowie die Marke Zabka vollständig erhalten bleiben. Die Übernahme würde die Präsenz des kanadischen Konzerns in Mittel- und Osteuropa erheblich ausbauen – einer Region mit weiterhin starkem Wachstumspotenzial im Einzelhandelssektor.

Finanzierung und erwartete Synergien

Zur Finanzierung der Transaktion plant Couche-Tard den Einsatz zugesagter Kreditfazilitäten. Das Unternehmen rechnet bis zum dritten Jahr nach dem Abschluss der Übernahme mit jährlichen Kosten- und Umsatzsynergien in Höhe von rund 250 Millionen US-Dollar. Diese Synergien sollen aus der Integration beider Plattformen entstehen.

Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt regulatorischer Genehmigungen und wird voraussichtlich bis Dezember 2026 abgeschlossen sein. Couche-Tard strebt zudem ein Delisting der Zabka-Aktie von der Warschauer Börse an – vorausgesetzt, das Unternehmen sichert sich mindestens 95 Prozent der Stimmrechte im Rahmen des Übernahmeangebots.

Für deutsche und europäische Anleger ist die Transaktion ein deutliches Signal: Der nordamerikanische Convenience-Markt blickt verstärkt nach Osteuropa. Mit Zabka würde Couche-Tard nicht nur Ladenfläche, sondern auch eine ausgereifte digitale Infrastruktur und eine starke Kundenbindung erwerben – Faktoren, die im modernen Einzelhandel zunehmend entscheidend sind.

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