Commerzbank lehnt UniCredit-Übernahmeangebot über 37 Milliarden Euro ab
Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank halten das Angebot für unangemessen und fordern Aktionäre zur Ablehnung auf.

Die Commerzbank AG hat das Übernahmeangebot der italienischen UniCredit SpA in Höhe von 37 Milliarden Euro (rund 43 Milliarden US-Dollar) offiziell als zu niedrig zurückgewiesen. Vorstand und Aufsichtsrat der Bank haben das Angebot gemeinsam bewertet und empfehlen den Aktionären, es abzulehnen. Damit eskaliert die seit 19 Monaten andauernde Übernahmesaga zwischen den beiden europäischen Großbanken weiter.
Commerzbank-Vorstandsvorsitzende Bettina Orlopp machte die ablehnende Haltung des Instituts am Montag in einer Mitteilung auf dem Bloomberg Terminal deutlich. „UniCredit bietet unseren Aktionären keine angemessene Prämie", erklärte Orlopp. Diese Aussage spiegelt die formelle Bewertung durch die Führungsgremien der Commerzbank wider.
Hintergrund: 19 Monate Übernahmedrama
Die Auseinandersetzung zwischen UniCredit und der Commerzbank zieht sich bereits seit rund eineinhalb Jahren hin. Die italienische Großbank hatte in dieser Zeit wiederholt Interesse an einer Übernahme des deutschen Instituts signalisiert. Mit dem nun vorliegenden Angebot über 37 Milliarden Euro hat UniCredit einen konkreten Schritt unternommen – doch die Commerzbank-Führung hält die gebotene Prämie für nicht ausreichend, um den Aktionären eine Zustimmung zu empfehlen.
Für deutsche Privatanleger ist die Situation von besonderer Bedeutung: Die Commerzbank ist eines der größten börsennotierten Kreditinstitute Deutschlands und spielt eine zentrale Rolle im deutschen Unternehmens- und Privatkundengeschäft. Eine Übernahme durch UniCredit würde die Eigentümerstruktur der Bank grundlegend verändern und hätte weitreichende Folgen für Mitarbeiter, Kunden und Investoren.
Aktionäre im Mittelpunkt der Entscheidung
Mit der öffentlichen Aufforderung an die Aktionäre, das Angebot abzulehnen, setzt die Commerzbank-Führung auf eine klare Kommunikationsstrategie. Indem Vorstand und Aufsichtsrat gemeinsam Stellung beziehen, unterstreichen sie die Einigkeit der Führungsgremien in dieser Frage. Die endgültige Entscheidung liegt nun bei den Aktionären der Commerzbank.
Ob UniCredit sein Angebot nachbessern wird, um die Commerzbank-Führung und die Investoren doch noch zu überzeugen, bleibt abzuwarten. Die Ablehnung durch Vorstand und Aufsichtsrat ist ein deutliches Signal, dass die aktuelle Bewertung aus Sicht der Commerzbank den tatsächlichen Wert des Unternehmens nicht widerspiegelt. Die Übernahmesaga dürfte damit in ihre nächste entscheidende Phase eintreten.
