Codelco kämpft mit Produktionszielen – UK-Aktien im Wandel
Der weltgrößte Kupferproduzent meldet starke Gewinne, doch operative Rückschläge und politischer Druck belasten die Aussichten.
Codelco, der staatliche chilenische Kupferriese, hat für 2025 einen Vorsteuergewinn von 4,85 Milliarden Dollar und ein EBITDA von 6,67 Milliarden Dollar gemeldet – ein Anstieg von 23 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Gesamtkupferproduktion erreichte 1,33 Millionen Tonnen, ein marginales Plus von 0,5 Prozent. Trotz solider Finanzzahlen steht das Unternehmen operativ unter erheblichem Druck.
Ein tödlicher Unfall im Juli 2025 in der Flaggschiffmine El Teniente wirft lange Schatten. Codelco bestätigt, dass dieser Vorfall die Produktion noch drei weitere Jahre belasten wird. Das Unternehmen hält zwar an seinem Produktionsziel von 1,33 bis 1,36 Millionen Tonnen für 2026 fest, doch Analysten und ehemalige Manager äußern Zweifel an der Erreichbarkeit dieser Zahlen.
Noch schwieriger erscheint das langfristige Ziel von 1,7 Millionen Tonnen bis 2030. Kritiker verweisen auf Unstimmigkeiten in den Produktionsdaten von Ende 2025 bis Anfang 2026. Hinzu kommt politischer Gegenwind: Der neu gewählte chilenische Präsident José Antonio Kast hat angekündigt, das Management von Codelco zu auditieren und zu modernisieren. Im Mai wird ein neuer Vorstandsvorsitzender erwartet.
UK-Aktienmarkt: Exodus vom AIM
Parallel dazu vollzieht sich in Großbritannien ein bemerkenswerter Strukturwandel. Rund ein Drittel der 30 größten Unternehmen im Alternative Investment Market (AIM) hat Ende 2024 entweder den Wechsel an die Londoner Hauptbörse vollzogen oder entsprechende Pläne angekündigt. Der Hauptantrieb: Zugang zu FTSE-250-Indexfonds und einer stabileren institutionellen Investorenbasis.
Doch der Wechsel garantiert keinen unmittelbaren Erfolg. Gamma Communications, das vor 16 Monaten an die Hauptbörse wechselte, hat seinen Aktienkurs seitdem halbiert. Das Unternehmen kämpft gleich auf zwei Fronten: Die für 2027 geplante Abschaltung des britischen Kupfer-Festnetzes bedroht das margenstarke Altgeschäft, während intensive Preiskämpfe im Breitbandmarkt zusätzlich belasten. Analysten sehen die Aktie dennoch als potenziellen Erholungskandidaten, da die Bewertung niedrig ist und eine Stabilisierung der Breitbandpreise erwartet wird.
Bellway und Kingfisher unter Druck
Auch der britische Hausbauer Bellway steht unter Druck: Der Aktienkurs fiel im vergangenen Monat um mehr als 30 Prozent. Das Management macht hohe Hypothekenzinsen verantwortlich und fordert staatliche Unterstützung für Erstkäufer. Ein positives Zeichen: Die wöchentlichen Nettoreservierungen je Verkaufsstelle stiegen in den sechs Wochen bis Mitte März auf 0,7, nach 0,47 im vorangegangenen Halbjahr. Die flexible Bilanz macht Bellway laut Analysten zum potenziellen Erholungswert.
Kingfisher hingegen präsentiert sich stabiler. Der Heimwerkerkonzern – hierzulande vor allem durch Castorama bekannt – meldete Ergebnisse im Einklang mit der angehobenen Guidance. Das Handelskundengeschäft macht bereits 30 Prozent des Konzernumsatzes aus, und Kingfisher setzt ein neues mittelfristiges Ziel von 5 Milliarden Pfund für dieses Segment. Trotz anhaltender Gegenwinds in Europa gilt der Titel als interessant für Anleger, die im volatilen Einzelhandelsumfeld Stabilität suchen.
Sowohl an den Rohstoff- als auch an den Aktienmärkten dominiert derzeit die Suche nach Stabilität. Für Investoren gilt es, niedrige Bewertungen gegen das Potenzial langfristiger Erholung abzuwägen – in einem globalen Umfeld, das wenig Spielraum für strategische Fehler lässt.
