Syrah Resources und Tesla verlängern Graphit-Lieferfrist bis Juni
Beide Unternehmen einigen sich auf vierte Fristverlängerung zur Beilegung des mutmaßlichen Vertragsbruchs.

Der australische Graphitproduzent Syrah Resources und der US-Elektroautobauer Tesla haben ihre Frist zur Beilegung eines mutmaßlichen Vertragsbruchs erneut verlängert. Die neue Deadline läuft nun bis zum 1. Juni 2025 – es ist bereits die vierte derartige Verlängerung. Voraussetzung ist die Genehmigung durch das US-Energieministerium.
Tesla hatte Syrah ursprünglich im Juli 2024 eine Mängelrüge zugestellt. Der Vorwurf: Syrah habe es versäumt, konforme Proben von natürlichem Graphit-Anodenmaterial (AAM) aus seiner Verarbeitungsanlage im amerikanischen Vidalia, Louisiana, zu liefern. Das Material soll in Batterien für Elektrofahrzeuge eingesetzt werden.
Die ursprüngliche Frist zur Behebung des mutmaßlichen Mangels lief am 16. März ab. Wäre keine Einigung erzielt worden, hätte Tesla den Abnahmevertrag für die AAM-Anlage in Vidalia mit einer Jahreskapazität von 11.250 Tonnen kündigen können.
Strategisch wichtiger Vertrag für Syrah
Der im Jahr 2021 geschlossene Liefervertrag mit Tesla hat ein Volumen von 8.000 Tonnen jährlich über vier Jahre. Er bildet das Fundament für Syrahs Anlage in Vidalia und die Unternehmensstrategie, ein bedeutender US-Lieferant für nicht-chinesischen Graphit zu werden. Angesichts der geopolitischen Spannungen und der Abhängigkeit westlicher Batteriehersteller von chinesischem Graphit kommt diesem Vertrag eine besondere Bedeutung zu.
Syrah betonte am Montag, man akzeptiere nicht, dass eine Vertragsverletzung vorliege. Beide Parteien hätten sich jedoch darauf verständigt, gemeinsam an einer Lösung zu arbeiten und die Behebungsfrist bis zum 1. Juni zu verlängern.
An der australischen Börse reagierten Anleger positiv auf die Nachricht: Die Syrah-Aktie legte um 2,9 Prozent auf 0,175 australische Dollar zu. Der erneute Aufschub signalisiert, dass beide Seiten weiterhin an einer einvernehmlichen Lösung interessiert sind – ein Scheitern des Vertrags würde sowohl Syrahs Geschäftsmodell als auch Teslas Lieferkette für Batteriematerial erheblich belasten.
