Cerebras sichert sich $10-Milliarden-Auftrag von OpenAI
Der KI-Chiphersteller Cerebras hat einen Großauftrag von OpenAI im Wert von über 10 Milliarden Dollar gewonnen. Bis 2028 soll das Unternehmen 750 Megawatt Rechenleistung für den ChatGPT-Entwickler bereitstellen.

Der kalifornische KI-Chiphersteller Cerebras hat einen der größten Aufträge der Branche an Land gezogen. Wie OpenAI am Mittwoch in einem Blogbeitrag mitteilte, wird Cerebras bis 2028 Rechenleistung im Umfang von 750 Megawatt liefern. Nach Informationen aus Unternehmenskreisen hat die Vereinbarung einen Wert von über 10 Milliarden Dollar.
Der Deal markiert einen wichtigen strategischen Schritt für Cerebras. Im ersten Halbjahr 2024 war das Unternehmen noch stark vom Kunden G42 aus den Vereinigten Arabischen Emiraten abhängig, der allein 87 Prozent des Umsatzes ausmachte. Mit OpenAI als neuem Großkunden diversifiziert sich die Kundenbasis deutlich.
Direkte Konkurrenz zu Nvidia
Cerebras hat einen besonders großen Prozessor entwickelt, der speziell für das Training und die Ausführung generativer KI-Modelle konzipiert ist. Damit tritt das Unternehmen in direkte Konkurrenz zu Branchenprimus Nvidia, der seine Chips vor allem an Cloud-Anbieter wie Amazon und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft verkauft. Diese vermieten die Grafikkarten dann stundenweise an ihre Kunden weiter.
Nvidia erreichte im Oktober als erstes Unternehmen eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen Dollar. Im Dezember sicherte sich der Konzern zudem den Cerebras-Konkurrenten Groq für 20 Milliarden Dollar – die bisher größte Übernahme in der Firmengeschichte von Nvidia.
Lange Vorgeschichte der Zusammenarbeit
Die Partnerschaft zwischen Cerebras und OpenAI hat eine längere Vorgeschichte. Bereits 2017 evaluierte OpenAI die Technologie von Cerebras, wie aus E-Mails hervorgeht, die im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen OpenAI-CEO Sam Altman und Tesla-Chef Elon Musk öffentlich wurden. Musk versuchte 2018 sogar, Cerebras zu kaufen, wie Cerebras-CEO Andrew Feldman bestätigte.
Vor kurzem arbeiteten beide Unternehmen zusammen, um sicherzustellen, dass OpenAIs gpt-oss Open-Weight-Modelle reibungslos auf Cerebras-Chips laufen. Diese technischen Gespräche führten schließlich kurz vor Thanksgiving zur Unterzeichnung einer Absichtserklärung, so Feldman in einem CNBC-Interview.
Börsengang weiter in der Schwebe
Cerebras hatte im September 2024 einen Börsengang beantragt und dabei starkes Wachstum offengelegt. Der Umsatz im zweiten Quartal 2024 erreichte fast 70 Millionen Dollar, verglichen mit nur 6 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum. Allerdings stieg auch der Nettoverlust von 26 auf 51 Millionen Dollar.
Der IPO-Prospekt fiel durch ungewöhnliche Details auf: Große Investmentbanken fehlten, und das Unternehmen beauftragte einen Wirtschaftsprüfer außerhalb der Big Four. Im Oktober zog Cerebras die Unterlagen zurück, nachdem es eine Finanzierungsrunde über 1,1 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 8,1 Milliarden Dollar abgeschlossen hatte. Als Grund nannte das Unternehmen veraltete Informationen im Prospekt.
Diversifizierte Kundenbasis im Aufbau
Neben OpenAI zählen auch Cognition, Hugging Face und IBM zu den Kunden von Cerebras. Im März 2025 genehmigte zudem das Committee on Foreign Investment in the United States (CFIUS) den Verkauf von Cerebras-Aktien an G42. CEO Feldman kündigte an, die Rechenzentrumskapazitäten durch den OpenAI-Auftrag weiter auszubauen. Über den Zeitpunkt einer neuen IPO-Einreichung wollte er sich nicht äußern.
