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Burnham: Großbritannien könnte nach nächster Wahl wieder der EU beitreten

Der britische Premierminister skizziert drei Optionen für das Verhältnis zur EU – vom Wiedereintritt bis zur Zollunion.

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Burnham: Großbritannien könnte nach nächster Wahl wieder der EU beitreten

Der britische Premierminister Andy Burnham hat erklärt, er könne bei der nächsten Parlamentswahl eine Kampagne für einen Wiedereintritt Großbritanniens in die Europäische Union starten. Damit würde die Debatte des Landes über sein Verhältnis zum Kontinent ein Jahrzehnt nach dem Brexit-Referendum erneut entfacht. Burnham äußerte sich in einer am Mittwochmorgen ausgestrahlten Sendung der BBC.

Der Regierungschef skizzierte dabei drei Optionen, die er auf einem geplanten UK-EU-Gipfel später in diesem Jahr diskutieren will. Eine Option sei der Wiedereintritt in die EU, eine andere der Beitritt zum Binnenmarkt der Union und eine dritte die Aufnahme in eine Zollunion. Mit dieser Bandbreite an Modellen umreißt Burnham erstmals öffentlich, wie weit eine Annäherung an Brüssel aus seiner Sicht gehen könnte.

Drei Modelle mit unterschiedlicher Tragweite

Die drei genannten Varianten unterscheiden sich erheblich in ihrer Reichweite. Ein vollständiger Wiedereintritt würde Großbritannien wieder zu einem stimmberechtigten Mitglied mit allen Rechten und Pflichten machen. Der Beitritt zum Binnenmarkt würde dem Land den Zugang zum freien Verkehr von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Personen eröffnen, ohne dass es automatisch Teil der politischen Institutionen wäre. Eine Zollunion wiederum würde eine gemeinsame Außenhandelspolitik und den Wegfall von Zöllen im Handel zwischen den Partnern bedeuten.

Für deutsche Anleger und Unternehmen ist die Debatte von erheblicher Bedeutung. Großbritannien zählt weiterhin zu den wichtigsten Handelspartnern Deutschlands, und jede Veränderung der britischen Handelsbeziehungen zur EU wirkt sich unmittelbar auf Lieferketten, Exporte und Investitionsentscheidungen aus. Sollte sich London tatsächlich wieder stärker an Brüssel annähern, könnten sich Handelshemmnisse verringern und die Planungssicherheit für grenzüberschreitend tätige Firmen steigen.

Gipfel als nächster Schritt

Als konkreten nächsten Schritt nennt Burnham einen UK-EU-Gipfel, der noch in diesem Jahr stattfinden soll. Dort will er die drei Optionen zur Diskussion stellen. Ob und in welcher Form daraus ein verbindlicher Fahrplan entsteht, lässt die Quelle offen. Ebenso bleibt unklar, wie die EU-Seite auf die Vorstöße reagieren würde und welche Mehrheiten sich im britischen Parlament für die einzelnen Modelle finden ließen.

Die Ankündigung fällt in eine Phase, in der die Beziehungen zwischen London und Brüssel seit dem Brexit-Votum vor rund einem Jahrzehnt immer wieder neu ausgelotet wurden. Burnhams Vorstoß dürfte die grundsätzliche Frage nach der künftigen Ausrichtung des Landes erneut in den Mittelpunkt der politischen Debatte rücken. Beobachter werden nun genau verfolgen, ob aus den drei skizzierten Optionen ein konkretes Wahlkampfthema wird.

Für die Finanzmärkte ist vor allem relevant, wie sich die Unsicherheit über die künftigen Handelsbeziehungen entwickelt. Klarheit über den Kurs Londons könnte dem britischen Pfund und britischen Vermögenswerten zugutekommen, während anhaltende Ungewissheit die Volatilität erhöhen dürfte. Entscheidend bleibt, welche der drei Optionen Burnham am Ende tatsächlich verfolgen will – und ob er dafür politische Unterstützung gewinnen kann.

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