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Britische Abgeordnete warnen: KI-Risiken im Finanzsektor unterschätzt

Der Finanzausschuss des britischen Unterhauses wirft den Aufsichtsbehörden vor, die Gefahren von Künstlicher Intelligenz im Finanzwesen zu ignorieren. Drei Viertel aller Finanzdienstleister nutzen bereits KI-Technologien – doch ein koordinierter Stresstes

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Britische Abgeordnete warnen: KI-Risiken im Finanzsektor unterschätzt

Der parteiübergreifende Finanzausschuss des britischen Unterhauses hat am Dienstag scharfe Kritik an den Finanzaufsichtsbehörden geübt. In einem aktuellen Bericht warnen die Abgeordneten, dass der "Wait-and-See"-Ansatz von Bank of England (BoE), Financial Conduct Authority (FCA) und Schatzamt die britische Öffentlichkeit und den Finanzplatz London "potenziell ernsten Schäden" aussetze.

Drei Viertel der Branche nutzen bereits KI

Mehr als 75 Prozent aller Finanzdienstleistungsunternehmen in Großbritannien setzen bereits auf Künstliche Intelligenz. Trotz dieser massiven Verbreitung fehlt es laut Ausschuss an proaktiven Maßnahmen der Regulierungsbehörden. "Durch die abwartende Haltung gegenüber KI in Finanzdienstleistungen setzen die drei Behörden Verbraucher und das Finanzsystem potenziell ernsten Schäden aus", heißt es im Bericht.

Die Abgeordneten fordern einen umfassenden Stresstest, um zu bewerten, wie das britische Finanzsystem mit einem "KI-gesteuerten Marktschock" umgehen würde. Ein solcher Test könnte Schwachstellen aufdecken, bevor es zu einer Krise kommt.

Regulierung von Big-Tech-Konzernen gefordert

Besonders dringlich sehen die Parlamentarier die Frage, welche Tech-Giganten als kritische Anbieter von Cloud-Computing- und KI-Diensten für die City direkter Aufsicht unterliegen sollen. Staatssekretärin Lucy Rigby hatte im November angekündigt, diese Entscheidung innerhalb eines Jahres zu treffen – den Abgeordneten geht das nicht schnell genug.

Die FCA soll zudem "praktische Leitlinien" veröffentlichen, wie bestehende Regeln auf KI-Anwendungen anzuwenden sind. Unklar ist bisher auch, wer im Falle von KI-bedingten Fehlfunktionen zur Verantwortung gezogen wird – eine zentrale Frage für den Verbraucherschutz.

Bank of England warnt vor Überhitzung

Die Sorgen der Abgeordneten werden durch aktuelle Analysen der Bank of England gestützt. Im jüngsten Finanzstabilitätsbericht warnte die Zentralbank, dass die explodierenden Bewertungen von KI-fokussierten Technologieunternehmen die US-Aktienmärkte auf ein Niveau getrieben hätten, das seit der Dotcom-Blase im Jahr 2000 nicht mehr erreicht wurde.

Besonders brisant: Die erwartete Schuldenfinanzierung von 2,5 Billionen US-Dollar für den Bau von Rechenzentren und KI-Infrastruktur könnte "die Risiken für die Finanzstabilität erhöhen", so die BoE.

"Nicht zuversichtlich" bei größerem KI-Vorfall

Dame Meg Hillier, Labour-Vorsitzende des Finanzausschusses, bringt die Bedenken auf den Punkt: "Basierend auf den Beweisen, die ich gesehen habe, bin ich nicht zuversichtlich, dass unser Finanzsystem auf einen größeren KI-bezogenen Vorfall vorbereitet ist, und das ist besorgniserregend."

Die Warnung aus London hat auch Relevanz für deutsche Anleger und Finanzinstitute. Viele internationale Banken und Vermögensverwalter mit Sitz in der City sind auch hierzulande aktiv. Zudem dürfte die Diskussion über KI-Regulierung im Finanzsektor auch die europäischen Aufsichtsbehörden beschäftigen.

Ki Im FinanzwesenFinanzaufsichtBank Of EnglandKi-RisikenFinanzstabilität

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