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Brasiliens Kreditausfälle erreichen im August neuen Rekordwert

Zentralbankdaten zeigen eine Ausfallquote von 6,6 Prozent bei nicht zweckgebundenen Krediten – ein historischer Höchststand.

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Brasiliens Kreditausfälle erreichen im August neuen Rekordwert

Die brasilianische Zentralbank hat am Dienstag neue Daten zum Kreditgeschäft des Landes veröffentlicht – und die Zahlen fallen alarmierend aus. Die Ausfallquote (Delinquency Rate) bei nicht zweckgebundenen Krediten erreichte im August mit 6,6 Prozent einen neuen Rekordwert. Damit übertraf sie den bisherigen Höchststand von 6,4 Prozent, der erst im Juli verzeichnet worden war. Für den brasilianischen Bankensektor ist dies ein deutliches Warnsignal.

Der Begriff der nicht zweckgebundenen Kredite (crédito livre) bezeichnet in Brasilien Darlehen, die Banken ohne staatliche Zweckbindung vergeben und deren Konditionen sie frei gestalten können. Sie unterscheiden sich damit von den sogenannten zweckgebundenen Krediten (crédito direcionado), bei denen der Staat die Verwendung – etwa für Immobilien oder Landwirtschaft – vorschreibt. Gerade im frei verhandelbaren Segment schlagen sich konjunkturelle Schwächen und eine schwächere Bonität der Kreditnehmer unmittelbar in höheren Ausfallraten nieder.

Steigende Spreads belasten die Kreditnehmer

Parallel zur steigenden Ausfallquote weiteten sich auch die Zinsspannen der Banken aus. Die Bankenspreads im kreditmarktorientierten Kreditgeschäft stiegen von 33,8 Prozentpunkten im Juli auf 34,7 Prozentpunkte im August. Diese Entwicklung bedeutet, dass Banken für das von ihnen übernommene Risiko eine höhere Vergütung verlangen – ein typisches Muster, wenn die Kreditqualität nachlässt. Für Kreditnehmer verteuert sich damit die Aufnahme neuer Darlehen zusätzlich.

Trotz der gestiegenen Ausfallraten legte das ausstehende Kreditvolumen weiter zu. Es erhöhte sich um 0,5 Prozent auf 7,4 Billionen Real, was umgerechnet etwa 1,42 Billionen US-Dollar entspricht. Die gesamten neuen Kreditvolumina gingen dagegen im August im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Prozent zurück. Das Gesamtbild ist also ambivalent: Während das Volumen der ausstehenden Kredite wächst, schwächt sich die Nachfrage nach neuen Darlehen leicht ab.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung in Brasilien vor allem für die Einschätzung von Schwellenländerrisiken relevant. Brasilien ist die größte Volkswirtschaft Lateinamerikas und ein wichtiger Bestandteil vieler Emerging-Markets-Portfolios. Steigende Ausfallquoten im Bankensektor können den Druck auf die Profitabilität der dortigen Finanzinstitute erhöhen und sich langfristig auf die Kreditvergabefähigkeit auswirken. Zugleich signalisiert eine schwächere Kreditnachfrage eine gedämpfte Binnennachfrage, die wiederum das Wirtschaftswachstum bremsen könnte.

Die Daten der Zentralbank deuten darauf hin, dass sich die Kreditqualität im frei verhandelbaren Segment weiter verschlechtert. Ob sich der Trend fortsetzt oder ob die jüngsten Maßnahmen der Notenbank Wirkung zeigen, bleibt abzuwarten. Anleger mit Brasilien-Exposure sollten die kommenden Veröffentlichungen der Zentralbank aufmerksam verfolgen, da sie wichtige Hinweise auf die Stabilität des dortigen Finanzsystems liefern.

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