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BofA: Vier EU-Versorgeraktien mit starkem Gewinnpotenzial vor November

Bank of America sieht erhebliche EPS-Aufwertungen bei EDP, Endesa, SSE und RWE vor der Berichtssaison.

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BofA: Vier EU-Versorgeraktien mit starkem Gewinnpotenzial vor November

Europäische Versorgeraktien sind vor der Berichtsperiode im November für erhebliche Aufwertungen der Gewinnprognosen positioniert. Das geht aus einer aktuellen Analyse der Bank of America (BofA) hervor, die mehrere Titel mit einem Potenzial von mindestens sechs bis neun Prozent nach oben zu den geschätzten Gewinnen pro Aktie (EPS) für das Jahr 2027 identifiziert hat.

Die US-Großbank hob vier Unternehmen hervor, die sich durch ihr Gewinnpotenzial und operative Vorteile auszeichnen. Darunter befindet sich mit RWE auch ein deutscher Versorger. Die Analyse konzentriert sich auf Unternehmen, die kurzfristige Gewinnstärke mit längerfristigem Aufwertungspotenzial kombinieren und in relativ stabilen regulatorischen Umfeldern tätig sind.

Die Details

An der Spitze der Empfehlungen steht EDP – der portugiesische Versorger ist die Top-Empfehlung der Bank of America in diesem Sektor. Die Analysten sehen Potenzial für signifikante EPS-Aufwertungen. Das Unternehmen gehört zu denjenigen, von denen erwartet wird, dass sie die stärksten Revisionsbewegungen bei den Gewinnen in Richtung der Berichtsperiode liefern werden. In einer jüngeren Entwicklung meldete EDP die Ergebnisse des ersten Halbjahres 2026 sowie den Umsatz, die beide über den Erwartungen der Analysten lagen. Nach den Ergebnissen hob das Unternehmen auch seine Prognose für das Gesamtjahr an und verwies dabei auf stärkere Netzerträge und eine verbesserte Sichtbarkeit im Bereich Erneuerbare Energien.

Endesa, der spanische Großversorger, bietet ebenfalls beträchtliches Aufwärtspotenzial. Die Bank of America weist darauf hin, dass das Unternehmen mit bedeutenden EPS-Aufwertungen rechnen könnte. Wie EDP ist Endesa unter den Titeln positioniert, die die größten Möglichkeiten für Gewinnrevisionen im europäischen Stromsektor aufweisen.

Der britische Versorger SSE wird voraussichtlich starke Ergebnisse vorlegen, wenn er im November berichtet. Die Bank of America hebt SSE hervor, da es ein signifikantes Potenzial für eine Aufwertung der geschätzten EPS für 2027 um sieben bis acht Prozent über dem Konsens bietet. Das Unternehmen profitiert davon, in einer Region mit einem geringeren Risiko für zusätzliche Preisobergrenzen oder weitere politische Eingriffe zu operieren. Das Vereinigte Königreich hat bereits Anpassungen seiner Windfall-Tax eingeführt, wodurch die Rückforderungsquote (Clawback) ab Juli von 45 auf 55 Prozent erhöht wurde. Zudem profitiert SSE mechanisch vom inflationären Effekt höherer Energiepreise aufgrund der CPI-Indexierung eines erheblichen Anteils seines Vermögensbestands.

RWE, der deutsche Versorger, teilt ähnliche Vorteile mit SSE. Die Bank of America erwartet starke Ergebnisse im November und ein Potenzial für eine Aufwertung der geschätzten EPS für 2027 um sieben bis acht Prozent über dem Konsens. RWE operiert ebenfalls in Märkten mit reduziertem Risiko politischer Interventionen und profitiert von der CPI-Indexierung eines großen Teils seines Vermögensbestands. Dies bietet einen natürlichen Absicherungseffekt gegen inflationäre Druckfaktoren durch erhöhte Energiepreise.

Hintergrund: Was bisher geschah

Bereits am 4. März 2026 berichtete aktien.news, dass Morgan Stanley drei europäische Versorgeraktien für 2026 kürt – darunter ebenfalls RWE. Das US-Brokerhaus nannte National Grid, ENGIE und RWE als Top-Favoriten im Sektor. Der Hintergrund damals: Energiesicherheit stand wieder ganz oben auf der politischen Agenda Europas, während zunehmende Marktvolatilität Anleger in defensive Werte trieb.

Am 17. Juni 2026 berichtete aktien.news, dass die Bank of America zwei Zinserhöhungen der Bank of England wegen anhaltend hoher Energiepreise erwartet. Die Analysten begründeten ihre Prognose damit, dass die BoE sich gegen sogenannte Zweitrundeneffekte absichern müsse – Preissteigerungen, die sich von hohen Energiekosten auf andere Wirtschaftsbereiche ausbreiten.

Bereits am 29. Januar 2026 hatte die BofA in einer Analyse darauf hingewiesen, dass Energie- und Versorgungsunternehmen am stärksten von einem schwächeren Dollar profitieren würden. Ein erstarkender Euro könnte die Gewinne europäischer Unternehmen belasten, während Versorger zu den relativen Gewinnern zählten.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Analyse der Bank of America in mehrfacher Hinsicht relevant. Mit RWE befindet sich ein deutscher Versorger unter den vier hervorgehobenen Titeln. Die BofA erwartet für RWE starke Ergebnisse im November und ein Aufwertungspotenzial von sieben bis acht Prozent über dem Konsens für die geschätzten EPS 2027.

Die Analyse zeigt, dass die Bank of America gezielt Unternehmen auswählt, die in regulatorisch stabilen Umfeldern operieren. Dies ist ein wichtiges Kriterium, da politische Eingriffe wie die britische Windfall-Tax oder Preisobergrenzen die Gewinne von Versorgern erheblich beeinträchtigen können. RWE profitiert laut BofA von Märkten mit reduziertem Risiko politischer Interventionen.

Die CPI-Indexierung eines großen Teils des Vermögensbestands bietet RWE und SSE zudem einen natürlichen Inflationsschutz. Steigen die Energiepreise, wirkt sich dies über die Indexierung positiv auf die Erträge aus. Dies ist ein struktureller Vorteil, der die Unternehmen von rein regulierten Versorgern unterscheidet.

Ausblick

Die Berichtsperiode im November steht im Fokus. Sowohl SSE als auch RWE werden dann ihre Ergebnisse vorlegen, und die Bank of America erwartet starke Zahlen. Für EDP und Endesa stehen ebenfalls Gewinnrevisionen im Raum, wobei EDP bereits seine Prognose für das Gesamtjahr 2026 angehoben hat.

Die Bank of America rechnet mit erheblichen Aufwertungen der Gewinnprognosen im europäischen Strom- und Versorgungssektor. Mehrere Titel bieten ein Potenzial von mindestens sechs bis neun Prozent nach oben zu den geschätzten EPS für 2027. Ob sich diese Erwartungen erfüllen, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Kurz erklärt

  • EPS (Earnings per Share): Der Gewinn pro Aktie gibt an, wie viel Gewinn ein Unternehmen je ausgegebener Aktie erwirtschaftet. Er ist eine zentrale Kennzahl für die Bewertung von Aktien.
  • CPI-Indexierung: Die Anpassung von Erträgen oder Vermögenswerten an die Verbraucherpreisentwicklung (CPI). Sie schützt Unternehmen vor Kaufkraftverlusten durch Inflation.
  • Windfall-Tax: Eine Sondersteuer auf Übergewinne, die von Regierungen erhoben wird, wenn Unternehmen unerwartet hohe Gewinne erzielen – etwa durch stark gestiegene Energiepreise.
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