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BofA hebt Kupferprognose auf 12.000 Dollar pro Tonne an

Die Bank of America erhöht ihr langfristiges Kupferpreisziel um 20 Prozent und nennt anhaltende Versorgungsengpässe als Haupttreiber.

• 5 Min
BofA hebt Kupferprognose auf 12.000 Dollar pro Tonne an

Die Bank of America (BofA) hat ihre langfristige Kupferpreisprognose deutlich angehoben. Wie aus einem Bericht der US-Großbank über die Rohstoffmärkte hervorgeht, steigt das langfristige Preisziel um 20 Prozent auf 12.000 US-Dollar pro Tonne. Umgerechnet entspricht das 5,44 US-Dollar pro Pfund, wobei die Bank diese Werte ausdrücklich in Dollar des Jahres 2026 angibt.

Als Haupttreiber für die weiterhin starke Preisentwicklung bei Kupfer nennt die Bank of America anhaltende Versorgungsengpässe. Die Anpassung der Prognose erfolgt nach mehr als zwölf Monaten voller politischer und weiterer Marktüberraschungen. Die Risiken einer erhöhten Volatilität infolge des Krieges im Nahen Osten bestehen nach Einschätzung der Strategen weiterhin fort.

Damit reiht sich die Bank of America in eine Reihe großer Häuser ein, die ihre Kupferprognosen in diesem Jahr bereits nach oben korrigiert haben. Kupfer gilt als Schlüsselrohstoff für die Energiewende und den Ausbau der digitalen Infrastruktur – zwei Nachfragefelder, die den Markt nach Einschätzung mehrerer Institute strukturell stützen.

Die Details

Die Anhebung betrifft ausschließlich die langfristige Preiserwartung. Konkret steigt das Ziel von zuvor niedrigeren Werten um 20 Prozent auf 12.000 US-Dollar pro Tonne beziehungsweise 5,44 US-Dollar pro Pfund. Die Bank of America weist darauf hin, dass diese Angaben in Dollar des Jahres 2026 gerechnet sind.

Neben dem Kupferpreis nahm die Bank nur geringfügige Änderungen an ihren übrigen Rohstoffprognosen vor. So senkte sie ihre Aluminiumpreisprognose für das Jahr 2027 um 5 Prozent auf 3.625 US-Dollar pro Tonne. Für den Aluminiummarkt fällt die Einschätzung der Strategen damit etwas vorsichtiger aus als noch zuvor.

Beim Gold äußerte sich die Bank of America ebenfalls zurückhaltend. Höhere Zinsen und ein stärkerer US-Dollar erzeugen nach Angaben der Bank eine bärische Perspektive für die Goldpreise. Ein bärischer Ausblick bedeutet, dass die Bank eher fallende als steigende Notierungen erwartet.

Die Strategen der Bank of America wiesen zudem auf potenzielle Risiken für ihre Kupferprognose hin. Dazu zählt ein möglicher Nachfrageschock, der durch Energieknappheit ausgelöst werden könnte. Ein weiteres Risiko sehen sie in einer möglichen Pause bei den Investitionsausgaben für Rechenzentren – einem Bereich, der zuletzt zu den wichtigsten Nachfragetreibern für Kupfer zählte.

Hintergrund: Was bisher geschah

Die jüngste Anhebung ist Teil einer breiten Welle von Prognosekorrekturen am Kupfermarkt, über die aktien.news in den vergangenen Monaten mehrfach berichtet hat. Bereits am 09.07.2026 berichtete aktien.news, dass Bernstein seine Kupferpreisprognose wegen Angebotsknappheit und Fed-Politik revidiert hat. Bernstein erwartete für 2026 einen Durchschnittspreis von 12.419 US-Dollar pro Tonne und für die zweite Jahreshälfte ein Niveau von 11.750 US-Dollar pro Tonne. Damit lag Bernstein leicht unter dem Marktkonsens von 12.515 US-Dollar pro Tonne. Bis 2030 sollten die Kupferpreise laut Bernstein im Durchschnitt 10.700 US-Dollar pro Tonne erreichen, wobei das Analysehaus Angebotsdefizite gegen Ende des Jahrzehnts als Haupttreiber nannte.

Bereits am 05.06.2026 berichtete aktien.news, dass Goldman Sachs seine Kupferpreis-Prognose wegen globaler Marktknappheit angehoben hat. Als Hauptgrund nannte das Rohstoff-Team der US-Investmentbank einen deutlich angespannteren Markt außerhalb der USA, getrieben durch ein geringeres Minenangebot sowie zollbedingte Verschiebungen der globalen Handelsströme. Goldman Sachs erwartete für den Kupfermarkt außerhalb der USA ein Defizit von rund 640.000 Tonnen im Jahr 2026 und ein weiteres Defizit von rund 170.000 Tonnen im Jahr 2027.

Am 02.06.2026 meldete aktien.news, dass Citi Kupfer auf „Bullish" hochgestuft hat. Die US-Großbank hob ihre kurzfristige Preisprognose auf 14.500 US-Dollar pro Tonne an und peilte innerhalb der nächsten sechs bis zwölf Monate sogar 15.000 US-Dollar pro Tonne an. Als treibende Kräfte nannte Citi Rückenwind durch US-Zölle, ein knapperes Angebot sowie eine robuste Nachfrage aus der Energiewende und dem Ausbau der KI-Infrastruktur. Analyst Tom Mulqueen erklärte in einer Mitteilung an Kunden, die Bank erwarte, dass sich der Markt stabil halten werde.

Bereits am 27.02.2026 berichtete aktien.news, dass die UBS ihr Kupferpreisziel auf 15.000 US-Dollar je Tonne erhöht hat. Die Schweizer Investmentbank erwartete diesen Preis bis Ende März 2027 und korrigierte ihre Schätzungen über alle Zeiträume hinweg um jeweils 500 US-Dollar pro Tonne nach oben. Grundlage waren aktualisierte Angebots- und Nachfragemodelle, die ein sich deutlich ausweitendes Marktdefizit zeigten. Für 2025 prognostizierte die UBS ein Angebotsdefizit von rund 200.000 Tonnen, für 2026 ein Defizit von 520.000 Tonnen.

Was das für Anleger bedeutet

Für deutsche Privatanleger ist die Anhebung der langfristigen Kupferprognose durch die Bank of America ein weiteres Signal, dass die großen Investmenthäuser den Kupfermarkt mehrheitlich als angespannt einstufen. Auffällig ist, dass mehrere Institute – von Bernstein über Goldman Sachs und Citi bis zur UBS – ihre Erwartungen in diesem Jahr nach oben geschraubt haben. Die Begründungen ähneln sich: knappes Angebot, robuste Nachfrage und politische Faktoren wie Zölle.

Gleichzeitig zeigen die von der Bank of America genannten Risiken, dass die Prognose nicht ohne Unsicherheiten ist. Ein durch Energieknappheit ausgelöster Nachfrageschock oder eine Pause bei den Investitionen in Rechenzentren könnten die Kupfernachfrage dämpfen. Anleger, die in Rohstoffe oder rohstoffnahe Werte investieren, sollten diese Risikofaktoren im Blick behalten. Die Bank of America selbst spricht von anhaltenden Volatilitätsrisiken infolge des Krieges im Nahen Osten.

Bei den übrigen Rohstoffen fällt das Bild gemischt aus. Während die Bank ihre Aluminiumprognose für 2027 leicht senkte, sieht sie für Gold wegen höherer Zinsen und eines stärkeren US-Dollars eine bärische Perspektive. Wer sein Portfolio breit über Rohstoffe streut, sollte diese unterschiedlichen Einschätzungen berücksichtigen. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.

Ausblick

Die Bank of America hat ihre langfristige Kupferprognose auf 12.000 US-Dollar pro Tonne angehoben und rechnet mit anhaltenden Versorgungsengpässen als treibender Kraft. Für Aluminium senkte sie die Prognose für 2027 auf 3.625 US-Dollar pro Tonne. Beim Gold erwartet sie wegen höherer Zinsen und eines stärkeren US-Dollars eine bärische Entwicklung. Die Strategen behalten die Risiken eines Nachfrageschocks durch Energieknappheit sowie einer möglichen Pause bei den Rechenzentrums-Investitionen im Blick. Die Volatilitätsrisiken im Zusammenhang mit dem Krieg im Nahen Osten bleiben nach Einschätzung der Bank bestehen.

Kurz erklärt

  • Kupferprognose: Die Erwartung eines Analysehauses für den künftigen Preis von Kupfer an den Rohstoffmärkten.
  • Bärische Perspektive: Eine Markteinschätzung, die eher fallende als steigende Kurse erwartet.
  • Versorgungsengpass: Eine Situation, in der das Angebot eines Rohstoffs nicht ausreicht, um die Nachfrage zu decken.
  • Rohstoffmarkt: Der Handelsplatz, an dem Rohstoffe wie Metalle, Energie oder Agrarprodukte gehandelt werden.
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