Boeing steigt 3% nach Milliardenauftrag der US-Marine für Kampfjet
Der US-Flugzeughersteller sichert sich einen Vertrag über mehr als 20 Milliarden Dollar für den F/A-XX der sechsten Generation.

Die Aktie von Boeing ist am Mittwoch im Vorhandel gestiegen, nachdem der US-Flugzeughersteller einen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium und der US-Marine zur Entwicklung der nächsten Generation von Kampfflugzeugen gesichert hat. Der Auftrag über mehr als 20 Milliarden Dollar sieht den langfristigen Bau des F/A-XX Strike Fighters der sechsten Generation vor, wie das Verteidigungsministerium mitteilte. Im Vorhandel notierte Boeing zuletzt bei plus 2,7 Prozent.
Nach Angaben des Verteidigungsministeriums soll der F/A-XX die Flotte der Super Hornet F/A-18 ersetzen. Boeing erklärte in einer separaten Mitteilung, das Kampfflugzeug werde offene Missionssystem-Architekturen, fortschrittliche Missionssysteme sowie operative Reichweite und Kapazität weiterentwickeln. Damit positioniert sich der Konzern in einem der prestigeträchtigsten Rüstungsprogramme der USA.
Für Anleger besonders relevant: Der Auftrag belastet den Konkurrenten Northrop Grumman. Dessen Aktien lagen im Vorhandel um 3,6 Prozent im Minus. Boeing hat nach Angaben aus der Quelle wiederholt den Zuschlag für staatliche Aufträge gegenüber Northrop erhalten. Der Kursverlauf im vorbörslichen Handel spiegelt damit unmittelbar die Erwartungen der Investoren wider, wer künftig von den großen Militärbudgets profitieren dürfte.
Zweiter Großauftrag innerhalb eines Jahres
Für Boeing ist es der zweite prestigeträchtige Vertrag für ein Jagdflugzeug der sechsten Generation innerhalb eines Jahres. Bereits 2025 hatte die US-Luftwaffe das Unternehmen mit der Entwicklung ihres F-47-Kampfflugzeugs beauftragt. Diese Serie von Zuschlägen unterstreicht die strategische Bedeutung des Rüstungsgeschäfts für den angeschlagenen Flugzeugbauer, der zuletzt vor allem im Zivilflugzeugbereich mit Problemen zu kämpfen hatte.
Denn abseits der militärischen Erfolge stehen weiterhin Herausforderungen im zivilen Segment. Boeing hatte kürzlich einen Softwarefehler bei einigen seiner 737 Max 10 Flugzeuge gemeldet, der bestimmte Landeverfahren beeinträchtigen könnte. In der Folge verzögerte die Federal Aviation Administration (FAA) am Montag die Zertifizierung des Flugzeugs. Der Zeitpunkt der Verzögerung fällt damit nur wenige Tage vor die Bekanntgabe des Marine-Auftrags.
Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht vor dem Hintergrund einzuordnen, dass Rüstungsaktien in den vergangenen Jahren deutlich an Aufmerksamkeit gewonnen haben. Auch europäische Investoren verfolgen die Auftragsvergabe des US-Verteidigungsministeriums aufmerksam, da sie als Indikator für die künftige Auslastung und Umsatzentwicklung der großen US-Luft- und Raumfahrtkonzerne gilt. Boeing und Northrop Grumman gehören zu den wichtigsten Playern in diesem Markt und konkurrieren regelmäßig um staatliche Großaufträge.
Der F/A-XX-Auftrag dürfte die langfristige Auftragslage von Boeing stabilisieren, auch wenn die Mittel über einen längeren Zeitraum abfließen sollen. Wie sich der Vertrag konkret auf die Gewinnentwicklung auswirkt, geht aus der Quelle nicht hervor. Klar ist: Mit dem Zuschlag der Marine setzt Boeing seinen Kurs fort, sich im militärischen Flugzeugbau stärker zu verankern. Beobachter dürften nun gespannt auf weitere Details zur Umsetzung des Programms und zu möglichen Auswirkungen auf die 737-Max-10-Zertifizierung blicken.
