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Boeing sichert sich 20-Milliarden-Auftrag für US-Marine-Kampfjet

Boeing entwickelt das Kampfflugzeug der sechsten Generation für die US Navy und setzt sich gegen Northrop Grumman durch.

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Boeing sichert sich 20-Milliarden-Auftrag für US-Marine-Kampfjet

Boeing hat den Zuschlag für die Entwicklung des neuen Kampfflugzeugs der US Navy erhalten und festigt damit seine Position als führender Anbieter von Kampfflugzeugen der sechsten Generation. Der Auftrag mit einem Volumen von über 20 Milliarden Dollar umfasst die Entwicklung von Testflugzeugen für das Programm, das intern als „F/A-XX" bezeichnet wird. Das neue Modell soll ab den 2030er Jahren die F/A-18 Super Hornet ersetzen und ist ein zentraler Bestandteil der US-Strategie zur Sicherung der Luftüberlegenheit, insbesondere im Hinblick auf die wachsende militärische Präsenz Chinas im Pazifik.

Boeing setzte sich in einem Auswahlverfahren gegen Northrop Grumman durch, nachdem Lockheed Martin bereits im vergangenen Jahr aus dem Wettbewerb ausgeschieden war. Mit diesem Erfolg ist Boeing nun der einzige Anbieter, der sowohl für die US Air Force (mit dem F-47-Programm) als auch für die Navy die jeweils führenden Kampfflugzeuge der sechsten Generation entwickelt. Michael P. Duffey, der für Beschaffung zuständige Unterstaatssekretär des Verteidigungsministeriums, betonte, dass der Jet einen entscheidenden Kampfvorteil bieten werde und eine „unverhandelbare Investition" in die nationale Sicherheit darstelle.

Verzögerungen und politische Unterstützung

Das Programm war in den vergangenen Jahren von Verzögerungen und Finanzierungsstreitigkeiten geprägt. Pentagon-Beamte hatten aufgrund von Bedenken hinsichtlich der Kapazitäten der US-Verteidigungsindustrie – insbesondere der Frage, ob Boeing genügend Ingenieure und Lieferanten für die parallele Entwicklung von F-47 und F/A-XX bereitstellen könne – eine Verschiebung um bis zu drei Jahre gefordert. Der Kongress intervenierte jedoch und stellte durch gezielte Budgetzuweisungen von 750 Millionen Dollar im Jahr 2025 sowie weiteren 1,4 Milliarden Dollar für 2026 die Finanzierung sicher. Auch politische Unterstützung aus Missouri, wo Boeing seine Produktionsstätten betreibt, spielte eine entscheidende Rolle.

Experten wie Jeremiah Gertler vom Center for Strategic and International Studies weisen darauf hin, dass Boeings Rückkehr in das Fighter-Geschäft bemerkenswert ist, da das Unternehmen zuvor weitgehend aus diesem Sektor verdrängt schien. Trotz des Erfolgs bleibt die Frage offen, inwieweit die Technologien der F-47 in das F/A-XX-Programm einfließen. Die neuen Jets sollen über fortschrittliche Tarnkappeneigenschaften, KI-gestützte Sensoren sowie die Fähigkeit zur Integration von Drohnen, Lasern oder Hyperschallwaffen verfügen. Sie werden in der Flotte gemeinsam mit den bereits beschafften Lockheed Martin F-35C operieren.

Bedeutung für Boeing und den Standort St. Louis

Für Boeing bedeutet der Auftrag eine wichtige Stärkung des Standorts St. Louis, wo die Produktionslinien für die F/A-18 Super Hornet und die EA-18G Growler auslaufen. Steve Parker, CEO von Boeing Defense, Space & Security, erklärte, das Unternehmen habe massiv in neue Anlagen investiert, um die komplexen Anforderungen zu erfüllen. An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen: Die Boeing-Aktie legte nach Bekanntgabe um 2,25 % zu, während die Papiere von Northrop Grumman um 3,5 % nachgaben.

Für deutsche Anleger ist die Entwicklung vor allem mit Blick auf die Rüstungsbranche interessant. Boeing konkurriert global mit europäischen Herstellern und sichert sich mit dem F/A-XX-Auftrag langfristige Einnahmen im Verteidigungssegment. Der Auftrag unterstreicht zugleich den wachsenden Stellenwert von Kampfflugzeugen der sechsten Generation im internationalen Wettbewerb um militärische Überlegenheit.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Auftragsvolumen: über 20 Milliarden Dollar für die Entwicklung von Testflugzeugen
  • Programmname: F/A-XX, Nachfolger der F/A-18 Super Hornet ab den 2030er Jahren
  • Wettbewerber: Northrop Grumman unterlegen, Lockheed Martin bereits 2025 ausgeschieden
  • Finanzierung: 750 Millionen Dollar (2025) und 1,4 Milliarden Dollar (2026) durch den Kongress
  • Marktreaktion: Boeing-Aktie +2,25 %, Northrop Grumman -3,5 %

Mit dem Zuschlag baut Boeing seine Rolle als zentraler Akteur der US-amerikanischen Luftverteidigung weiter aus. Ob das Unternehmen die parallele Entwicklung zweier Kampfflugzeugprogramme der sechsten Generation personell und industriell stemmen kann, bleibt eine der zentralen offenen Fragen des Programms.

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