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Boeing sichert sich Marinevertrag über 20 Milliarden Dollar

Der US-Flugzeughersteller erhält den Zuschlag für das F/A-XX-Kampfflugzeug der US-Marine.

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Boeing sichert sich Marinevertrag über 20 Milliarden Dollar

Boeing hat einen Vertrag des US-Verteidigungsministeriums im Wert von mehr als 20 Milliarden Dollar erhalten. Wie das Unternehmen nach Börsenschluss mitteilte, umfasst der Deal die Herstellung des F/A-XX-Flugzeugs, einer neuen Generation von Kampfflugzeugen für die US-Marine. Die neuen Maschinen sollen die derzeit eingesetzten F/A-18-Super-Hornet-Maschinen ersetzen und ab den 2030er-Jahren ältere Modelle ablösen.

Das US-Verteidigungsministerium bestätigte in einer Mitteilung den Wert des Deals von über 20 Milliarden Dollar. Für Boeing bedeutet der Zuschlag einen wichtigen Erfolg in der Verteidigungssparte, die für den angeschlagenen Flugzeughersteller zunehmend an Bedeutung gewinnt.

An der Börse reagierten Anleger zunächst verhalten. Die Boeing-Aktie legte nach der Bekanntgabe um weniger als 1 Prozent zu und erholte sich damit nur teilweise von ihren jüngsten Verlusten. Im Jahresverlauf liegt das Papier trotz der Gewinne noch etwa 13 Prozent im Minus, nachdem es in den vergangenen zwei Monaten stark eingebrochen war.

Softwarefehler belastet 737 MAX

Der jüngste Kursrückgang steht im Zusammenhang mit einem Bericht über einen Softwarefehler bei den 737-MAX-Maschinen. Der Leiter der US-Luftfahrtbehörde FAA, Bryan Bedford, sagte bei einer Pressekonferenz am Montag, die Behörde werde die Zertifizierung der 737 MAX 10 verzögern. Zuvor soll geprüft werden, ob der Softwarefehler ein Sicherheitsproblem verursachen könnte. Diese Nachricht hatte die Aktie Anfang der Woche deutlich unter Druck gesetzt.

Trotz dieser Belastung sehen Analysten der Investmentbank Morgan Stanley in dem jüngsten Kursrückgang eine Chance. In einer Notiz an Kunden vom Mittwoch bezeichneten sie den Rücksetzer als „taktische Kaufchance“. Besonders vor einer entscheidenden Abstimmung der Gewerkschaft könnte sich die Aktie weiter erholen, sofern Boeing einen Streik vermeiden kann und „sofern keine weiteren negativen Entwicklungen eintreten“.

Bedeutung für Anleger

Für deutsche Privatanleger ist die Nachricht insofern relevant, als Boeing zu den weltweit größten Flugzeugbauern zählt und stark vom US-Verteidigungsgeschäft sowie dem zivilen Luftverkehr abhängt. Der Marineauftrag über 20 Milliarden Dollar stärkt die Verteidigungssparte und könnte langfristig für stabilere Erlöse sorgen. Zugleich bleibt die zivile Sparte mit der 737 MAX unter Beobachtung, da Verzögerungen bei der Zertifizierung die Auslieferung neuer Maschinen bremsen können.

Die Kombination aus einem milliardenschweren Rüstungsauftrag und den anhaltenden Problemen im Zivilflugzeuggeschäft macht die Aktie zu einem zweischneidigen Investment. Während der Marinevertrag für Rückenwind sorgt, hängt die kurzfristige Kursentwicklung auch von der Gewerkschaftsabstimmung und dem weiteren Verlauf der FAA-Untersuchung ab. Anleger sollten beide Entwicklungen aufmerksam verfolgen.

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