Black Canyon bestätigt Wandanya als Australiens nächste große Mangan-Grünfeldressource
Die Erstschätzung von 23,6 Millionen Tonnen bei 25,8 Prozent Mangan macht Wandanya zu einer der bedeutendsten neuen Grünfeld-Entdeckungen Australiens.

Das an der australischen Börse ASX notierte Unternehmen Black Canyon hat die Lagerstätte Wandanya im Westen Australiens mit einer ersten Mineralressourcenschätzung (MRE) von 23,6 Millionen Tonnen bei einem Mangangehalt von 25,8 Prozent positioniert. Nach Angaben des Unternehmens zählt Wandanya damit zu den bedeutendsten neuen Grünfeld-Entdeckungen von Mangan in Australien. Die Schätzung definiert eine flache Ressource mit hoher Zuverlässigkeit, wie Black Canyon mitteilte.
Die MRE umfasst zusätzlich 12,5 Millionen Tonnen Eisenerz mit einem Gehalt von 54,9 Prozent. Mehr als 90 Prozent der Manganressourcen und 100 Prozent der Eisenressourcen entfallen auf die Kategorien „gemessen“ (measured) und „angezeigt“ (indicated). Diese Aufteilung ist für die Bewertung eines Projekts von zentraler Bedeutung, weil Ressourcen dieser beiden Kategorien eine deutlich höhere Planungssicherheit bieten als die schwächer abgesicherte Kategorie „abgeleitet“ (inferred). Ein derart hoher Anteil hochklassifizierter Tonnage ist bei einer erstmaligen Schätzung auf einem bislang unerschlossenen Feld ungewöhnlich.
„Wandanya zeigt im Vergleich zu australischen Mangan-Peer-Unternehmen eine außergewöhnliche Skalierung und Qualitätsgrade. Die Lagerstätte schneidet im Vergleich zu historischen Tier-1-Projekten positiv ab und weist oberflächennahe, flach liegende Mineralisationen über eine Streichlänge von 3,4 km auf“, sagte Brendan Cummins, Managing Director von Black Canyon. Er fügte hinzu, dass Wandanya ein erhebliches Potenzial für den direkten Versand von Erz sowohl für Mangan als auch für Eisenerz bietet.
Die Details
Die Lagerstätte liegt im Westen Australiens und erstreckt sich über eine Streichlänge von 3,4 Kilometern. Die Mineralisation beginnt nahe der Oberfläche und liegt flach, was den Abbau technisch vereinfacht, weil oberflächennahe Erzkörper ohne aufwendige Untertageerschließung gewonnen werden können. Für die Klassifizierung der Ressource spielt die hohe Zuverlässigkeit eine Rolle, die Black Canyon in der Mitteilung ausdrücklich hervorhebt.
Metallurgische Testarbeiten im Pilotmaßstab unter Anwendung einfacher Dichtemedientrennung haben die Manganzufuhr auf Gehalte von bis zu 41 Prozent gesteigert, wobei Wiederherstellungsquoten von 80 Prozent erzielt wurden. Eisentropftests ergaben nach Unternehmensangaben ein hochwertiges 74-Prozent-Stückprodukt mit einem Gehalt von 59,7 Prozent Eisen. Die Kombination aus einfacher Aufbereitungstechnik und erzielten Anreicherungswerten ist ein Hinweis darauf, dass sich das Material mit überschaubarem verfahrenstechnischem Aufwand zu einem marktfähigen Produkt verarbeiten lässt.
Für die Einordnung der Entdeckung ist der australische Marktkontext wichtig: Australien verfügt derzeit über zwei aktive Manganminen. Neue Entdeckungen mit hohem Gehalt sind in dieser Ausgangslage entsprechend wertvoll, weil das Angebot an heimischer Manganproduktion begrenzt ist. Black Canyon betont in diesem Zusammenhang ausdrücklich das Dual-Kommoditäten-Potenzial von Wandanya, also die Möglichkeit, sowohl Mangan als auch Eisenerz aus derselben Lagerstätte zu gewinnen.
Hintergrund: Was bisher geschah
Bereits am 03.08.2026 berichtete aktien.news, dass Butcherbird Operations, eine Tochtergesellschaft des an der ASX notierten Unternehmens Element25, eine verbindliche langfristige Abnahmevereinbarung mit OM Materials unterzeichnet hat. Der Vertrag umfasst das gesamte auf der Butcherbird-Mine in Westaustralien produzierte Mangankonzentrat und ist auf etwa 1,1 Millionen Tonnen pro Jahr begrenzt. OM Materials betreibt Mangan-Schmelzanlagen in Malaysia und erhält durch die Vereinbarung exklusive weltweite Vermarktungsrechte für spezifikationsgerechte Produkte, während in begrenztem Umfang nicht spezifikationsgerechte Materialien sowie der Eigenbedarf von Element25 ausgenommen sind. Der Fall zeigt, wie im australischen Mangansektor derzeit Abnahmestrukturen für künftige Produktionsmengen aufgebaut werden.
Bereits am 29.05.2026 berichtete aktien.news über das kanadische Bergbauunternehmen Giyani Metals, das an der TSX Venture Exchange notiert ist und die Ergebnisse einer positiven endgültigen Machbarkeitsstudie (Definitive Feasibility Study, DFS) für sein Manganprojekt K. Hill in Botswana veröffentlichte. Das Projekt befindet sich zu 100 Prozent im Eigenbesitz des Unternehmens und soll batterietaugliches Manganmaterial produzieren. Ein zentrales Ergebnis der Studie ist der Kapitalwert nach Steuern (Net Present Value, NPV), der sich bei einem Abzinsungssatz von 8 Prozent auf 481,5 Millionen US-Dollar beläuft. Beide Archivberichte belegen, dass Manganprojekte weltweit derzeit entlang der gesamten Wertschöpfungskette – von der Abnahmevereinbarung bis zur Machbarkeitsstudie – vorangetrieben werden.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger ist die Meldung vor allem als Zwischenstand eines Explorationsprojekts einzuordnen. Black Canyon hat mit der ersten Mineralressourcenschätzung einen formalen Meilenstein erreicht: Erstmals liegen klassifizierte Tonnagen und Gehalte vor, die sich mit Angaben anderer Projekte vergleichen lassen. Der hohe Anteil der Kategorien „gemessen“ und „angezeigt“ bei Mangan und Eisen reduziert die Unsicherheit auf der Ressourcenseite, ersetzt aber keine wirtschaftliche Bewertung. Eine solche steht mit der Scoping-Studie noch aus.
Positiv hervorzuheben sind aus Investorensicht die metallurgischen Ergebnisse: Die Anreicherung der Manganzufuhr auf bis zu 41 Prozent bei Wiederherstellungsquoten von 80 Prozent gelang im Pilotmaßstab mit einfacher Dichtemedientrennung. Das Potenzial für den direkten Erzversand bei beiden Rohstoffen könnte – falls es sich in der Studie bestätigt – den Aufbau einer komplexen Weiterverarbeitung teilweise überflüssig machen. Zugleich bleibt Wandanya eine Grünfeld-Entdeckung: Genehmigungen, Infrastruktur, Finanzierung und der Übergang von der Studie zur Produktionsentscheidung sind noch nicht abgeschlossen. Die hohen Gehalte sind ein Argument, aber kein Ersatz für eine vollständige Wirtschaftlichkeitsrechnung. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Ausblick
Black Canyon beabsichtigt, bis Dezember eine Scoping-Studie für Wandanya abzuschließen. Diese soll laut Unternehmensangaben vorläufige Wirtschaftlichkeitsanalysen, Entwicklungspfade für die Dual-Kommoditäten-Produktion und das Potenzial für den direkten Versand umfassen. Mit der Scoping-Studie würde das Unternehmen die nächste Stufe der Projektbewertung erreichen und erstmals eine wirtschaftliche Perspektive auf die bereits definierten 23,6 Millionen Tonnen Manganerz sowie die 12,5 Millionen Tonnen Eisenerz liefern. Weitere Ergebnisse aus Exploration oder Aufbereitung wurden in der Mitteilung nicht angekündigt.
Kurz erklärt
- Mineralressourcenschätzung (MRE): Standardisierte Angabe der im Boden vermuteten Menge und Konzentration eines Rohstoffs, unterteilt nach Zuverlässigkeitskategorien.
- Grünfeld-Entdeckung: Eine Lagerstätte in einem Gebiet ohne bestehende Bergbauinfrastruktur oder frühere Förderung.
- Scoping-Studie: Erste grobe technische und wirtschaftliche Bewertung eines Projekts, die vor weiterführenden Studien durchgeführt wird.
