Bitcoin schlägt Altcoins: Warum Anleger es einfach halten sollten
Ein Vergleich zeigt: Bitcoin übertrifft fast alle Altcoins langfristig deutlich – und das mit weniger Aufwand für Anleger.

Wer im Juni 2021 je 1.000 US-Dollar in Bitcoin, Litecoin, Polkadot, Cardano und Avalanche investiert hätte, würde heute ein ernüchterndes Bild sehen. Nur Bitcoin erzielte eine positive Rendite – ein Plus von 72 Prozent. Alle anderen Positionen liegen im Minus, zwischen 40 und mehr als 94 Prozent unter dem Einstiegspreis. Dieses Beispiel verdeutlicht eine unbequeme Wahrheit für Altcoin-Enthusiasten.
Das Muster ist dabei kein Zufall. Egal ob man den Vergleichszeitraum verschiebt oder weitere Altcoins in den Korb legt – das Ergebnis bleibt in fast allen Fällen dasselbe: Bitcoin legt zu, der Rest verliert. Für Gelegenheitsanleger stellt sich daher die Frage, ob Altcoins überhaupt eine sinnvolle Investition darstellen.
Die Bilanz der Altcoins ist erschreckend
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache. Laut einer Untersuchung von CoinGecko ist die Mehrheit der Millionen Kryptowährungen, die seit 2021 eingeführt wurden, bereits wieder verschwunden. Allein im Jahr 2025 scheiterten 11,6 Millionen Projekte – viele davon waren sogenannte Pump-and-Dump-Betrugsmaschen, bei denen Kurse künstlich aufgeblasen und dann abgestürzt werden.
Zwar schnitten einige wenige Neuerscheinungen besser ab als Bitcoin, und einzelne neue Kryptowährungen konnten sich tatsächlich etablieren. Doch fast keine davon waren Coins, von denen ein Gelegenheitsanleger im Jahr 2021 überhaupt gehört hätte. Das Grundproblem bleibt bestehen: Es gibt schlicht zu viele Coins, die um zu wenig Kapital konkurrieren. Etablierte Assets wie Bitcoin haben dieses Problem nicht.
Hinzu kommt die extreme Volatilität vieler Altcoins. Anleger riskieren, einen Coin zu einem überhöhten Preis zu kaufen, von dem aus eine positive Rendite kaum noch realistisch ist – noch bevor man die grundsätzliche Schwierigkeit berücksichtigt, ein Krypto-Projekt überhaupt präzise zu bewerten.
Das Plädoyer für Einfachheit und Bitcoin
Wer Krypto-Exposure anstrebt, ohne enormen Rechercheaufwand zu betreiben, hat kaum eine echte Alternative zu Bitcoin. Das Durchforsten hunderter Blockchains, das Verstehen von Decentralized-Finance-Token (DeFi) und die Analyse der sogenannten Tokenomics jedes einzelnen Projekts erfordern erhebliches Zeitengagement, analytische Fähigkeiten und eine sehr hohe Risikotoleranz.
Die meisten dieser Projekte werden in fünf Jahren nicht mehr existieren. Und die meisten Überlebenden werden trotzdem hinter Bitcoin zurückbleiben. Ein breit gestreuter Altcoin-Korb kommt daher in der Regel dem Bezahlen des vollen Preises für das Privileg einer Underperformance gleich.
Bitcoin bietet demgegenüber einen entscheidenden Vorteil: Die Möglichkeit zur automatischen, regelmäßigen Akkumulation. Die Strategie des Dollar-Cost-Averaging (DCA) – also der Kauf eines festen Betrags in regelmäßigen Abständen unabhängig vom aktuellen Preis – funktioniert am besten bei einem Vermögenswert mit hoher Wahrscheinlichkeit für langfristigen Wertzuwachs. Bitcoins begrenztes Angebot, die durch das sogenannte Halving bedingte Angebotsverknappung sowie die wachsende institutionelle Akzeptanz durch Spot-ETFs verbessern die Erfolgsaussichten einer solchen DCA-Strategie erheblich.
Wann Altcoins dennoch eine Option sein können
Ausnahmen von der Bitcoin-first-Regel gibt es, aber sie sind eng gefasst. Wer bereits Bitcoin besitzt, die nötige Recherchearbeit für eine spezifische Altcoin-These geleistet hat und zusätzlich ein diversifiziertes, konservativeres traditionelles Finanzportfolio aufgebaut hat, kann Altcoins als ergänzende Beimischung in Betracht ziehen.
Wer diesen Ansatz nicht verfolgt, wird zwangsläufig einige exorbitante Renditen bei bestimmten Altcoins verpassen. Doch das ist ein Nebenprodukt des sogenannten Survivorship Bias – der Überlebenden-Verzerrung. Nur ein winziger Bruchteil der Projekte überlebt und erzielt eine Outperformance. Es ist daher wichtig, sich mit diesem Umstand abzufinden, anstatt ihm hinterherzujagen.
Die zukünftige Performance von Bitcoin ist zwar nicht garantiert so stark wie in der Vergangenheit. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin die überwältigende Mehrheit der Altcoins übertreffen wird – selbst bei verlangsamtem Wachstum – ist für die meisten Anleger die überzeugendere Wette.
