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Bessent schwänzt IWF-Jahrestagung in Bangkok wegen innenpolitischer Krisen

US-Finanzminister Scott Bessent fehlt beim IWF-Treffen – Iran-Krieg und Anleihemarkt-Turbulenzen binden ihn in Washington.

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Bessent schwänzt IWF-Jahrestagung in Bangkok wegen innenpolitischer Krisen

US-Finanzminister Scott Bessent wird die Jahrestagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Bangkok nicht besuchen. Als Grund nannte ein US-Beamter „inländische Verpflichtungen". Im Hintergrund stehen wachsende innenpolitische Spannungen durch den Iran-Krieg sowie Turbulenzen an den globalen Anleihemärkten.

Ein Vertreter des US-Finanzministeriums bestätigte, dass stattdessen der stellvertretende Minister Francis Brooke und Erin Browne, Staatssekretärin für internationale Angelegenheiten, die amerikanische Delegation in Bangkok anführen werden. Fed-Chef Kevin Warsh wird ebenfalls an den Treffen teilnehmen.

Politisch brisanter Zeitpunkt

Das Fernbleiben Bessents fällt in eine innenpolitisch äußerst angespannte Phase. Die Treffen finden nur wenige Wochen vor den US-Zwischenwahlen statt, bei denen Präsident Donald Trumps Republikanische Partei einem schlechten Abschneiden entgegensieht. Wähler sind demnach über den durch den Iran-Krieg ausgelösten Kostendruck verärgert. Gleichzeitig notieren die Renditen für US-Staatsanleihen nahe Mehrjahreshöchstständen – ein Zeichen für einen breiten Ausverkauf an den globalen Rentenmärkten.

Besonders brisant: Bessent hätte am Donnerstagmorgen den Vorsitz bei einem Treffen der G20-Finanzminister und Notenbankchefs führen sollen. Die USA haben in diesem Jahr die Präsidentschaft der multilateralen Gruppe inne. Sein Fernbleiben hinterlässt damit eine spürbare Lücke in der amerikanischen Führungsrolle.

Auch Kanadas Finanzminister François-Philippe Champagne lässt die Treffen aus – er verweist auf Verpflichtungen zur Vorbereitung des Staatshaushalts. Für Kanada werden der Gouverneur der Bank of Canada, Tiff Macklem, und der stellvertretende Finanzminister Patrick Halley nach Bangkok reisen.

Scharfe Kritik aus Expertenkreisen

Mark Sobel, ehemaliger Beamter des US-Finanzministeriums und heutiger stellvertretender Vorsitzender des Think-Tanks Official Monetary and Financial Institutions Forum, übte scharfe Kritik. „Der Fonds und [die Weltbank] sind Institutionen, welche die USA gegründet haben und die sie benötigen", sagte Sobel. „Dass Bessent den Vorsitz bei einem G20-Ministertreffen führen sollte, macht sein Fernbleiben umso bemerkenswerter und bedauerlicher."

Sobel legte nach: „Dies ist ein Schlag ins Gesicht für die Institutionen, der nur dazu dienen wird, den Rest der Welt weiter von der Trump-Regierung zu entfremden." Die Worte des erfahrenen Washingtoner Insiders verdeutlichen, wie das Signal international wahrgenommen werden dürfte.

Muster der Distanz zu multilateralen Institutionen

Bessents Abwesenheit ist kein Einzelfall. Bereits im vergangenen Jahr blieb er einem G20-Treffen in Kapstadt fern, was Beobachter als mögliches Signal werteten, dass die Trump-Regierung die Rolle multilateraler Organisationen wie der G20 abschwächen wolle. Zuletzt empfing Bessent G20-Vertreter in Asheville, North Carolina, im Rahmen der US-Präsidentschaft der Gruppe.

Zum Vergleich: Bessents Vorgänger nahmen stets an den IWF-Jahrestagungen teil. Steven Mnuchin, Trumps Finanzminister in dessen erster Amtszeit, reiste 2018 zur Tagung nach Bali. Die ehemalige Finanzministerin Janet Yellen nahm 2023 an den Treffen in Marokko teil, und Jack Lew unter Präsident Barack Obama reiste nach Peru.

Der IWF hält seine Jahrestagungen in der Regel alle drei Jahre außerhalb seines Hauptsitzes in Washington ab. Nach der Coronavirus-Pandemie gab es eine fünfjährige Unterbrechung dieser Tradition. Die Hin- und Rückreise nach Bangkok hätte mit dem Regierungsflugzeug voraussichtlich drei Tage in Anspruch genommen.

Delegation mit klarem Mandat

Trotz der Abwesenheit des Ministers betonte ein Vertreter des Finanzministeriums, die amerikanische Delegation werde aktiv an den Gesprächen teilnehmen. Sie werde „mit Partnern zusammenarbeiten, um die politischen Maßnahmen und strukturellen Ungleichgewichte anzugehen, die das Wachstum gebremst und zu anhaltenden globalen Ungleichgewichten beigetragen haben". Zudem wolle man sich für mehr Transparenz bei Staatsschulden einsetzen, damit Länder in Schuldennot ihre Stabilität wiederherstellen könnten.

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