Berkshire Hathaway reduziert Apple und BofA, kauft New York Times
Warren Buffetts Konglomerat trennt sich von Millionen Aktien und überrascht mit einem neuen Medieneinstieg.

Berkshire Hathaway hat im vierten Quartal 2024 seine Beteiligungen an Apple und der Bank of America weiter abgebaut und gleichzeitig eine neue Position beim Medienkonzern New York Times aufgebaut. Das Konglomerat gab seine aktuellen Aktienbestände am Dienstagnachmittag in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt. Es handelt sich um eine der letzten großen Portfolioentscheidungen unter der Führung von Warren Buffett als CEO.
Bei der Bank of America trennte sich Berkshire von rund 50,8 Millionen Aktien im Dezember-Quartal. Beim iPhone-Hersteller Apple wurden weitere 10,3 Millionen Aktien verkauft – damit reduziert Berkshire seine Apple-Beteiligung bereits das dritte Quartal in Folge. Apple war jahrelang die mit Abstand größte Einzelposition im Berkshire-Portfolio.
Neuer Medieneinstieg mit 5,1 Millionen NYT-Aktien
Gleichzeitig erwarb Berkshire 5,1 Millionen Aktien der New York Times Company. Der Kauf überraschte Anleger, da Buffett seine Zeitungsbeteiligungen zuletzt konsequent abgebaut hatte: 2020 verkaufte Berkshire sein gesamtes Zeitungsportfolio – darunter die Buffalo News, die Tulsa World und den Richmond Times-Dispatch – für 140 Millionen Dollar an den Verlag Lee Enterprises. Damals werteten Aktionäre den Schritt als klares Signal, dass Buffett das klassische Printgeschäft als nicht mehr zukunftsfähig betrachtete.
Die New York Times hat sich seitdem jedoch deutlich gewandelt. Das Unternehmen erweiterte sein digitales Angebot um Spiele, Rezepte und weitere Dienste und gilt heute als eines der erfolgreichsten Beispiele für eine gelungene digitale Medientransformation. Die NYT-Aktie legte nach Bekanntgabe des Berkshire-Einstiegs im nachbörslichen Handel um 3,3 Prozent zu.
Greg Abel übernimmt ein komplexes Portfolio
Die Portfolioentscheidungen fallen in die Übergangsphase an der Berkshire-Spitze. Greg Abel, Buffetts handverlesener Nachfolger, übernahm Anfang 2025 den CEO-Posten. Er erbte ein weitverzweigtes Konglomerat, das von Versicherungen über die Eisenbahngesellschaft BNSF bis hin zu Konsumgütermarken wie dem Laufschuhhersteller Brooks reicht. Für Anleger stellt sich nun die Frage, ob der NYT-Kauf Abels erste eigenständige Investitionsentscheidung markiert oder noch auf Buffetts Initiative zurückgeht.
