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Bayer kämpft gegen Glyphosat-Klagen

Einsatz des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup im Fokus

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Bayer kämpft gegen Glyphosat-Klagen

Der Pharmakonzern Bayer sieht sich in den USA mit einer steigenden Anzahl von Klagen konfrontiert, die den Einsatz des glyphosathaltigen Unkrautvernichters Roundup betreffen. Nachdem in jüngsten Gerichtsverfahren einige Erfolge für die Kläger verzeichnet wurden, haben Anwaltskanzleien verstärkt ihre Bemühungen intensiviert, neue Klagen zu gewinnen und Bayer zu teureren Vergleichen zu drängen. Dies geht aus Daten des US-Marktforschungsunternehmens X Ante hervor, die dem Handelsblatt vorliegen.

Besonders auffällig ist die verstärkte Fernsehwerbung für Glyphosat-Klagen in den USA. Im Oktober wurde für keinen anderen Fall mehr im Fernsehen geworben als für Glyphosat, wie X Ante ermittelte. Schätzungsweise 777.000 Dollar wurden für 4000 Fernsehspots ausgegeben. Ziel der Klägeranwälte ist es, den Druck auf Bayer zu erhöhen und außergerichtliche Vergleiche mit höheren Summen abzuschließen.

Die zunehmenden Erfolge der Kläger in den Gerichtsprozessen tragen dazu bei, dass die Summen, zu denen Bayer verurteilt wird, kontinuierlich steigen. Vor kurzem erhielten drei Kläger zusammen 60 Millionen Dollar Schadensersatz und zusätzlich je 500 Millionen Dollar Strafschadenzahlung – insgesamt also 1,56 Milliarden Dollar.

Solche Strafschadenzahlungen werden verhängt, wenn die Laienjury beim beklagten Unternehmen Vorsatz oder arglistige Täuschung erkennt. Obwohl diese Beträge oft nachträglich gesenkt oder aufgehoben werden, sorgen sie dennoch für Bewegung bei Klägeranwälten. Nach dem jüngsten Urteil wurden innerhalb weniger Tage fast doppelt so viele Fernsehspots geschaltet, um neue Glyphosat-Klagen einzuwerben.

Die steigende Anzahl von Klagen und die Angst vor weiteren Prozessen haben einen erheblichen Einfluss auf die Aktienkurse von Bayer. Die Aktie des Unternehmens fiel um 18 Prozent, was auf die bestehenden Rechtsrisiken in den USA zurückzuführen ist.

Bayer hat jedoch angekündigt, an seinem Plan zur Bewältigung der Glyphosat-Klagen festzuhalten. Dieser Plan beinhaltet die außergerichtliche Beilegung von Klagen, sofern sie bestimmten Kriterien entsprechen. Bayer hat dafür rund zehn Milliarden Euro bereitgestellt. Bis Oktober dieses Jahres wurden bereits 113.000 Klagen entweder beigelegt oder aufgrund fehlender Kriterien zurückgewiesen. Es liegen jedoch noch 52.000 Klagen vor, von denen einige noch nicht bei Gericht eingereicht wurden.

Bayer betont, dass sie keine neue Klagewelle erwarten und vertrauen auf die Unterstützung der Regulierungsbehörden in Europa und den USA. Dennoch hängt die weitere Entwicklung maßgeblich von den Gerichtsentscheidungen ab. Jedes Urteil beeinflusst die Wahrscheinlichkeit weiterer Klagen, weshalb sowohl Bayer als auch die Klägeranwälte hart um ihre jeweiligen Positionen vor Gericht kämpfen.

Die jüngsten unterschiedlichen Ergebnisse in den Glyphosat-Prozessen deuten darauf hin, dass Bayer noch längere Zeit mit den Klagen zu tun haben wird. Eine Wiederholung der Klagewelle von 2018/19, in der Bayer über 100.000 Klagen in den USA gegenüberstand, wird zwar nicht erwartet, aber dennoch wird der Druck auf das Unternehmen voraussichtlich steigen.

Die Taktik von Bayer, nach gewonnenen Prozessen weniger Vergleiche anzubieten, könnte sich als Fehler erweisen. Klägeranwälte haben weiterhin hochwertige Fälle ausgewählt und ihre Argumentation vor den Laienjurys angepasst, um die besten Chancen auf Erfolg zu haben. Die Wahl des Gerichtsortes spielt ebenfalls eine wichtige Rolle, da einige Orte in den USA als klägerfreundlicher gelten und häufig zu harten Urteilen führen.

Die Klägeranwälte haben bisher in vier Prozessen mehr als zwei Milliarden Dollar an Schadensersatz- und Strafzahlungen von Bayer erhalten. Der Konzern plant, alle Urteile anzufechten und betont, dass es den Klägeranwälten in den Prozessen erlaubt wurde, falsche Darstellungen von regulatorischen und wissenschaftlichen Fakten vorzunehmen.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage in den kommenden Monaten entwickeln wird. Derzeit läuft bereits ein Glyphosat-Prozess in Philadelphia, bei dem ein Urteil im Dezember erwartet wird. Drei weitere Prozesse sind für Anfang 2024 angesetzt. Bayer wird voraussichtlich weiterhin hartnäckig vor Gericht kämpfen, da die Auswirkungen von gewonnenen oder verlorenen Prozessen erheblich sind und die öffentliche Wahrnehmung und den Aktienkurs des Unternehmens beeinflussen.

BayerUSAKlage

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