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Austal-Aktie springt 13 Prozent: Hanwha bietet für US-Geschäft

Ein Übernahmeangebot von Hanwha Defence USA für Austal USA beflügelt die Aktie des australischen Schiffbauers trotz massiver Gewinnwarnung.

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Austal-Aktie springt 13 Prozent: Hanwha bietet für US-Geschäft

Die Aktie des australischen Schiffbauers Austal legte am heutigen Handelstag um 13,3 Prozent zu und notierte bei A$4,35. Auslöser war die Bekanntgabe eines indikativen Übernahmeangebots von Hanwha Defence USA für das US-amerikanische Tochterunternehmen Austal USA.

Hanwha Defence USA bewertete Austal USA mit einem indikativen Unternehmenswert von US$1,05 bis 1,20 Milliarden – auf bargeldloser und schuldenfreier Basis. Ausdrücklich ausgenommen von dem Angebot sind die börsennotierten Austal-Aktien sowie das Australasien-Geschäft des Konzerns. Der Vorstand von Austal gewährte Hanwha daraufhin einen vierwöchigen Due-Diligence-Zeitraum, um ein verbindlicheres Angebot auszuarbeiten. Eine Garantie für einen erfolgreichen Abschluss besteht jedoch nicht.

Gewinnwarnung überschattet – aber nicht überlagert

Bemerkenswert ist, dass die positive Kursreaktion eine erhebliche Gewinnwarnung in den Hintergrund drängte. Für das Geschäftsjahr 2026 erwartet Austal auf Konzernebene ein EBIT mit einem Verlust von rund A$113 Millionen. Diese Belastung ist ausschließlich auf Rückstellungen bei Austal USA zurückzuführen. Das Australasien-Geschäft hingegen zeigt sich robust und soll für das Geschäftsjahr 2026 ein EBIT von rund A$62 Millionen erzielen.

Die Liquiditätslage des Unternehmens ist solide: Das Bankguthaben von Austal belief sich zum 30. Juni 2026 auf A$312 Millionen und stieg bis zum 31. Juli 2026 weiter auf A$366 Millionen an. Der breitere australische Aktienmarkt lieferte für die heutige Kursbewegung einen neutralen Hintergrund.

Hanwha bereits seit Anfang 2025 an Bord

Die Beziehung zwischen Hanwha und Austal ist keine neue. Der südkoreanische Rüstungskonzern erwarb bereits Anfang 2025 eine Beteiligung von 9,9 Prozent an Austal. Im Dezember 2025 genehmigte das australische Foreign Investment Review Board (FIRB) eine Aufstockung auf 19,9 Prozent – allerdings unter Auflagen bezüglich des Zugangs zu sensiblen Informationen und einer möglichen Vorstandsvertretung.

Für Austal-Aktionäre waren die vergangenen zwölf Monate dennoch eine harte Probe. Die Aktie verlor in diesem Zeitraum über 40 Prozent ihres Wertes, während der S&P/ASX 200 Index im gleichen Zeitraum um mehr als 4 Prozent zulegte. Das heutige Kursplus von über 13 Prozent stellt damit eine deutliche, wenn auch partielle Erholung dar.

Das Übernahmeangebot von Hanwha könnte eine strategische Neuausrichtung für Austal einleiten: Ein Verkauf des verlustbringenden US-Geschäfts würde den Konzern von den Rückstellungslasten befreien und das profitable Australasien-Geschäft in den Vordergrund rücken. Ob es tatsächlich zu einem Abschluss kommt, wird sich innerhalb der nächsten vier Wochen zeigen.

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