Asiatische Aktienmärkte erholen sich: KOSPI springt um 12 Prozent
Schnäppchenkäufe und positive Wall-Street-Vorgaben treiben Asiens Börsen kräftig nach oben.

Asiatische Aktienmärkte haben am Donnerstag deutlich zugelegt. Angeführt wurde die Erholung vom südkoreanischen KOSPI, der nach massiven Verlusten der Vortage um bis zu 12 Prozent nach oben schnellte. Auslöser waren Gelegenheitskäufe sowie positive Impulse von der Wall Street, wo Technologiewerte eine breitere Erholung einleiteten.
Der KOSPI profitierte vor allem von starken Kursgewinnen in den Sektoren Chipherstellung und Automobil. Samsung Electronics, SK Hynix und Hyundai Motor – drei der schwergewichtigsten Titel im südkoreanischen Index – legten zwischen 11 und 13 Prozent zu. Die südkoreanischen Märkte hatten in den vorangegangenen zwei Handelstagen stark gelitten, da der Ausbruch des Konflikts zwischen den USA und dem Iran eine Welle von Liquidationen bei Long-Positionen ausgelöst hatte. Hinzu kamen Gewinnmitnahmen nach einem Anstieg des KOSPI um bis zu 50 Prozent im bisherigen Jahresverlauf 2026.
Iran-Konflikt bleibt belastender Faktor
Trotz der Erholung blieb die Risikobereitschaft der Anleger gedämpft. Der anhaltende Konflikt zwischen den USA und dem Iran zeigte kaum Anzeichen einer Entspannung, widersprüchliche Berichte über mögliche Kontaktaufnahmen zwischen beiden Seiten sorgten für Unsicherheit. S&P-500-Futures gaben bis zum frühen Morgen um 0,2 Prozent nach. Steigende Ölpreise verstärkten die Sorgen über wirtschaftliche Folgewirkungen des Konflikts.
Chinesische Aktien legten ebenfalls zu, nachdem Peking beim Nationalen Volkskongress sein Wachstumsziel für 2026 festgelegt hatte. Der CSI 300 gewann 1,3 Prozent, der Shanghai Composite stieg um 0,8 Prozent, und der Hang Seng in Hongkong legte um 1 Prozent zu. China peilt für 2026 ein BIP-Wachstum von 4,5 bis 5 Prozent an – das schwächste Jahresziel seit 1991.
China senkt Wachstumsziel auf tiefstes Niveau seit 1991
Ministerpräsident Li Qiang nannte in seinem Regierungsarbeitsbericht ein Inflationsziel von 2 Prozent sowie ein Haushaltsdefizit von 4 Prozent des BIP. Peking versprach zudem erhöhte staatliche Investitionen in neue Technologien sowie weitere Unterstützung der Konsumausgaben. Die Militärausgaben sollen um 7 Prozent steigen. Analysten der ING kommentierten, das Wachstumsziel biete kaum Überraschungen, da Peking weiterhin den schwachen Inlandsverbrauch stützen müsse.
Auch die übrigen asiatischen Märkte zeigten sich freundlich. Japans Nikkei 225 stieg um 1,5 Prozent, der TOPIX gewann 1,8 Prozent – angetrieben von Bankwerten, die von steigenden US-Anleiherenditen profitierten. Singapurs Straits Times Index legte 0,7 Prozent zu, Indiens Nifty 50 gewann im Vormittagshandel 0,4 Prozent. Australiens ASX 200 stieg moderat um 0,3 Prozent, gebremst durch Dividendenabschläge bei Bergbaugiganten wie BHP und Rio Tinto.
