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Araghchi warnt: Keine militärische Lösung für Hormus-Krise

Irans Außenminister sieht trotz eskalierender Gefechte in der Straße von Hormus Fortschritte bei den Friedensgesprächen in Pakistan.

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Araghchi warnt: Keine militärische Lösung für Hormus-Krise

Der iranische Außenminister Seyed Araghchi hat am Montag eindringlich vor einer militärischen Eskalation in der Straße von Hormus gewarnt. „Die Ereignisse in Hormus machen deutlich, dass es für eine politische Krise keine militärische Lösung gibt", schrieb Araghchi in einem Beitrag in den sozialen Medien. Gleichzeitig signalisierte er, dass die von Pakistan vermittelten Gespräche zwischen Washington und Teheran „Fortschritte machen".

Die Äußerungen des iranischen Außenministers fallen zu einem äußerst angespannten Zeitpunkt. Die USA hatten am Montag eine Militäroperation gestartet, um Handelsschiffe durch die strategisch wichtige Wasserstraße zu eskortieren – ein Vorgehen, auf das der Iran mit Widerstand reagierte. Berichten zufolge setzte Teheran dabei mehrere Marschflugkörper, Drohnen und kleine Boote ein. Mehrere Frachtschiffe sowie ein Ölhafen in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen dabei getroffen worden sein.

Das US-Militär erklärte seinerseits, sechs iranische Kleinboote zerstört und Marschflugkörper in der Region abgefangen zu haben. Iranische Staatsmedien zeichneten hingegen ein anderes Bild: Demnach hätten die USA auf zwei kleine Frachtboote gefeuert – und nicht auf Schnellboote – wobei fünf Zivilisten getötet worden seien. Die widersprüchlichen Darstellungen verdeutlichen, wie schwer eine unabhängige Einschätzung der Lage derzeit ist.

Hormus: Schlüssel zur globalen Ölversorgung

Die Straße von Hormus zählt zu den bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt. Etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots wird durch diese enge Meerenge zwischen dem Iran und der Arabischen Halbinsel transportiert. Seit Beginn des Krieges Ende Februar hält der Iran den Schifffahrtsweg faktisch geschlossen – mit erheblichen Folgen für die globalen Energiemärkte.

Der Ölpreis reagierte auf die jüngsten Entwicklungen mit deutlichen Schwankungen. Nach einem Anstieg von rund 6 Prozent in der vorangegangenen Handelssitzung fiel der Preis in den frühen Morgenstunden des Dienstags wieder um etwa 1,4 Prozent. Die Märkte beobachten die Lage am Golf äußerst aufmerksam, da jede weitere Eskalation die Energieversorgung weltweit beeinträchtigen könnte.

Fragiler Waffenstillstand in Gefahr

Die erneuten Feindseligkeiten drohen den ohnehin fragilen Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran zu brechen. Die bisherigen Gespräche zur Beendigung des Konflikts haben kaum greifbare Ergebnisse erzielt. Der Iran hatte einen 14-Punkte-Friedensplan zur Wiedereröffnung von Hormus und zur Beendigung des Krieges vorgelegt, den Washington jedoch weitgehend ablehnte.

US-Präsident Donald Trump verschärfte die Rhetorik am Montag erneut erheblich. Er warnte, der Iran würde „vom Antlitz der Erde getilgt", sollte er US-Schiffe in Hormus angreifen. Zusätzlich zu den militärischen Spannungen sind beide Seiten auch in der Frage von Teherans nuklearen Aktivitäten weiterhin tief zerstritten – ein weiterer Stolperstein auf dem Weg zu einer Deeskalation.

Ob der Dialog zwischen den USA und dem Iran direkt oder über Vermittler geführt wird, blieb zunächst unklar. Araghchis Hinweis auf Fortschritte bei den Pakistan-Gesprächen weckte dennoch vorsichtige Hoffnungen auf eine mögliche Entspannung. Der Weg zu einer dauerhaften Lösung bleibt jedoch angesichts der militärischen Konfrontationen und der tiefen politischen Differenzen höchst ungewiss.

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