Apple vor Quartalszahlen: Rekordbewertung trifft auf Nachfrage nach dem Duo
Die Apple-Aktie steht vor den Quartalszahlen nach US-Börsenschluss, während die Bewertung so hoch ist wie zuletzt 2008.

Die Apple-Aktie notiert vorbörslich leicht im Minus, während der Gesamtmarkt mit einem Plus von 0,8 Prozent erwartet wird. Am Freitag hatte der iPhone-Konzern Nvidia als wertvollstes Börsenunternehmen überholt. Die Quartalszahlen werden nach US-Börsenschluss veröffentlicht.
Für Anleger ist dieser Termin kein Routinebericht. Nach einem kräftigen Kursanstieg ist die Toleranz für Enttäuschungen gering. Die Zahlen liefern zudem den ersten Einblick in die Beliebtheit des faltbaren iPhone Duo, das erst letzten Monat auf den Markt gekommen ist.
Apple hat Nvidia überholt und die Marke von fünf Billionen Dollar überschritten
Die Marktkapitalisierung von Apple liegt leicht über 5 Billionen US-Dollar, die von Nvidia etwas darunter. Der Kurs der Apple-Aktie ist seit einem Zwischentief Ende Juni um rund ein Viertel gestiegen. Der Marktwert-Zuwachs beläuft sich auf rund 1 Billion US-Dollar.
Hinter dem Anstieg stehen nach Einschätzung der Anleger mehrere Faktoren. Genannt werden ein stetiges Umsatzwachstum und ein steigender freier Barmittelzufluss. Das Geschäftsmodell gilt als krisenresistent und defensiv. Anleger hoffen auf stabile Erträge und verlässliche Dividenden. Hinzu kommt die Wette auf geringere KI-Infrastrukturausgaben als bei Alphabet und Amazon.
Die Bewertung erreicht das höchste Niveau seit 2008
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von Apple liegt bei 36 auf Basis der Erwartungen für die nächsten zwölf Monate. Damit ist die Aktie fast doppelt so hoch bewertet wie der S&P. Sie ist teurer als 99 Prozent aller historischen Vergleichswerte. Die Bewertung erreicht damit das höchste Niveau seit 2008.
Diese Kennzahlen sind für Privatanleger wichtig, weil sie das Risiko beschreiben. Bei einer so hohen Bewertung besteht bei unerwartet negativen Entwicklungen ein Risiko. Sollte das Wachstum schwächer ausfallen, droht eine Neubewertung des KGV und damit Kursdruck.
Das faltbare iPhone Duo steht im Zentrum der Erwartungen
Das Duo kam letzten Monat auf den Markt und kostet ab 1.999 Dollar. Apple meldet eine "geradezu außergewöhnliche" Nachfrage, die Lieferzeiten reichen bis ins nächste Jahr. Analysten vermuten allerdings, dass die Knappheit auch durch ein begrenztes Angebot entsteht. Zudem gibt es Berichte über Risse im Duo-Display nach kurzer Nutzungsdauer.
Das Duo ist die größte Designänderung am Flaggschiffprodukt seit Jahren. Investoren hoffen auf einen Wachstumsschub durch den hohen Preis. JPMorgan zufolge sind die Vorlaufzeiten für das Duo in Woche 8 unverändert. Bei den Pro-Modellen setzt sich die Normalisierung fort, die Nachfrage liegt etwas unter dem Niveau des Vorgängermodells vor einem Jahr. Die Umsatzentwicklung hängt damit von höheren Preisen und der Duo-Nachfrage ab.
Ben Carew, Co-Chief Investment Officer bei Tandem Investment Advisors, bezeichnet Apple als "sicherer Hafen". Diese Einschätzung passt zu den defensiven Qualitäten, auf die Anleger in wirtschaftlich und politisch schwierigen Zeiten setzen.
Bereits am 30.10.2026 berichtete aktien.news über den Prüfstein 2. November
Bereits am 30.10.2026 berichtete aktien.news, dass der 2. November zum Prüfstein wird. Damals hieß es, Apple lege an diesem Tag die Quartalszahlen für das vierte Quartal sowie das Gesamtjahr des Geschäftsjahres 2026 vor. Es sei der erste große Auftritt des neuen CEO John Ternus im Rampenlicht der Wall Street. Apple sei erst das zweite Unternehmen weltweit, das eine Marktkapitalisierung von 5 Billionen US-Dollar erreicht habe.
Am 31.10.2026 meldete aktien.news, dass die Apple-Aktie nahe dem Rekordhoch notiert. Die Wall Street erwartete jedoch nur ein minimales Wachstum im September-Quartal. Von FactSet befragte Analysten prognostizierten einen Gewinn von 1,99 US-Dollar pro Aktie bei einem Umsatz von 113,4 Milliarden US-Dollar, was einem jährlichen Wachstum von 7,6 Prozent entspräche.
Bereits am 24.10.2026 hatte aktien.news berichtet, dass Apple kurz davor steht, Nvidia abzulösen. Am Freitag notierte Apple mit 5,05 Billionen US-Dollar, Nvidia bei 5,10 Billionen US-Dollar. Im Oktober legten die Apple-Aktien um 4 Prozent zu, während Nvidia 7 Prozent verlor.
Am 16.09.2026 berichtete aktien.news über eine schwache Nachfrage beim iPhone 18 Pro. Die Vorbestellungen fielen verhalten aus. Jeff Pu, Analyst bei GF Securities, bewertete sie als "eher verhalten" und nannte begrenzte Funktions-Upgrades sowie gestiegene Preise als Gründe. Das iPhone 18 Pro kostete 1.199 US-Dollar, das Pro Max 1.299 US-Dollar.
Die hohe Bewertung verändert das Risikoprofil für Privatanleger
Für deutsche Privatanleger ist die Kombination aus Rekordbewertung und hohen Erwartungen entscheidend. Die Aktie ist teurer als 99 Prozent aller historischen Vergleichswerte, das KGV liegt bei 36. Das bedeutet: Der Markt hat bereits viel Optimismus eingepreist. Positive Überraschungen könnten den Kurs stützen, negative Entwicklungen dagegen stärker durchschlagen.
Anleger sollten daher auf mehrere Punkte achten. Erstens die tatsächliche Umsatzentwicklung, die von höheren Preisen und der Duo-Nachfrage abhängt. Zweitens die Frage, ob die gemeldete Duo-Nachfrage echt ist oder auf ein begrenztes Angebot zurückgeht. Drittens die Berichte über Risse im Display, die die Nachfrage belasten könnten. Eine Kauf- oder Verkaufsempfehlung lässt sich daraus nicht ableiten.
Der Ausblick richtet sich auf die Zahlen nach US-Börsenschluss
Die Quartalszahlen werden nach US-Börsenschluss erwartet. Sie liefern den ersten Einblick in die Beliebtheit des Duo. Analysten erwarten laut den früheren Berichten ein moderates Wachstum. Ob Apple die hohe Bewertung rechtfertigen kann, hängt von der Umsatzentwicklung und der Duo-Nachfrage ab.
Diese drei Fachbegriffe helfen beim Verständnis der Quartalszahlen
- Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV): Kennzahl, die den Aktienkurs ins Verhältnis zum erwarteten Gewinn je Aktie setzt.
- Freier Barmittelzufluss: Geld, das einem Unternehmen nach Abzug der Investitionen aus dem operativen Geschäft verbleibt.
- Marktkapitalisierung: Gesamtwert eines börsennotierten Unternehmens, berechnet aus Aktienkurs und Anzahl der Aktien.
