Anwälte ziehen sich aus Missbrauchsklage gegen Sam Altman zurück
Zwei Kanzleien legen das Mandat in der Zivilklage von Annie Altman gegen den OpenAI-Chef nieder – wegen eines Zusammenbruchs des Mandatsverhältnisses.

Die Klage von Annie Altman gegen ihren Bruder und OpenAI-Chef Sam Altman steht vor einem juristischen Rückschlag. Die beiden Anwaltskanzleien, die sie in dem Zivilverfahren wegen sexuellen Missbrauchs vertreten haben, gaben am Montag bekannt, dass sie das Mandat niederlegen. Betroffen sind die Mahoney Law Firm und die Simon Law Firm, die in Schriftsätzen beim Bundesgericht in St. Louis entsprechende Anträge einreichten.
Als Begründung nannten die Kanzleien einen „bedauerlichen allgemeinen Zusammenbruch des Mandatsverhältnisses" zwischen ihnen und Annie Altman. Eine Fortführung der Vertretung sei „unzumutbar". Zusätzlich verwiesen die Anwälte auf berufsrechtliche Erwägungen sowie auf Umstände privilegierter und vertraulicher Natur. Die Niederlegung des Mandats bedarf noch der gerichtlichen Genehmigung. Annie Altman suche demnach nach einem neuen Rechtsbeistand.
Schwere Vorwürfe und klare Zurückweisung
Im Kern des Verfahrens stehen Anschuldigungen, die Annie Altman gegen ihren Bruder erhebt. Sie wirft Sam Altman vor, sie zwischen 1997 und 2006 mehrfach im Haus der Familie im Vorort Clayton im US-Bundesstaat Missouri sexuell missbraucht und vergewaltigt zu haben – beginnend, als sie drei Jahre alt war und er zwölf. Sam Altman hat diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Eine unmittelbare Reaktion seiner Anwälte auf Medienanfragen blieb zunächst aus.
Die Familie Altman erklärte, Annie Altman leide unter psychischen Problemen und sei von der Familie finanziell unterstützt worden. Der heute 41-jährige Sam Altman gab an, seine Schwester habe begonnen, ihn in sozialen Medien des sexuellen Missbrauchs zu beschuldigen, nachdem eine erpresserische Forderung nach mehr Geld abgelehnt worden sei. Kontaktinformationen für Annie Altman waren zunächst nicht verfügbar.
Gegenklage und symbolischer Schadensersatz
Sam Altman hat seinerseits Gegenklage wegen Verleumdung gegen seine Schwester eingereicht. Auslöser sind Beiträge von Annie Altman in sozialen Medien, darunter ein Video, in dem sie andeutete, ein „beinahe Tech-Milliardär" habe sie belästigt. In seiner Verleumdungsklage fordert Sam Altman lediglich einen symbolischen Schadensersatz von einem US-Dollar.
Das Verfahren ist unabhängig von einem weiteren aufsehenerregenden Rechtsstreit, in den OpenAI und Altman verwickelt sind. Elon Musk wirft dem Unternehmen und seinem Chef in einer separaten Zivilklage vor, die ursprüngliche Mission von OpenAI – als gemeinnützige Organisation der Menschheit zu dienen – verraten zu haben. Die Auswahl der Geschworenen in diesem Fall begann ebenfalls am Montag, vor dem Bundesgericht in Oakland, Kalifornien.
Sam Altman: Gesicht des KI-Booms
Sam Altman ist seit der Veröffentlichung des Chatbots ChatGPT im Jahr 2022 zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten im Bereich der künstlichen Intelligenz aufgestiegen. Das US-Magazin Forbes schätzt sein Vermögen auf 3,5 Milliarden US-Dollar. Der Ausgang des Missbrauchsverfahrens dürfte angesichts der prominenten Stellung Altmans in der Tech-Welt weiterhin große Aufmerksamkeit auf sich ziehen – sowohl in den USA als auch international.
