ANZEIGE

Oracle und SoftBank brechen ein: OpenAI verfehlt Wachstumsziele

Ein WSJ-Bericht über verfehlte Nutzer- und Umsatzziele bei OpenAI erschüttert KI-Investoren weltweit.

•• 3 Min
Oracle und SoftBank brechen ein: OpenAI verfehlt Wachstumsziele

Die Aktien von Unternehmen, die stark von KI-Investitionsausgaben abhängen, gerieten am Dienstag unter erheblichen Druck. Auslöser war ein Bericht des Wall Street Journal, der enthüllte, dass OpenAI wichtige interne Nutzer- und Umsatzziele verfehlt hat. Die Nachricht schürte bei Anlegern weltweit Sorgen über die Nachhaltigkeit des KI-Ausgabenbooms.

Besonders hart traf es die Aktien von Oracle und CoreWeave: Beide Papiere verloren kurz nach Marktöffnung um 09:45 Uhr ET rund 5 % bzw. 6,2 %. Die Chiphersteller AMD und Marvell Technology gaben ebenfalls nach – um 3,8 % bzw. 4,1 %. In Tokio brachen die Papiere der SoftBank Group, einem der größten Investoren von OpenAI, um bis zu 9,9 % ein.

Interne Warnungen und Führungsstreitigkeiten

Laut WSJ hat OpenAIs Finanzchefin Sarah Friar die Unternehmensführung intern davor gewarnt, dass die Firma Schwierigkeiten haben könnte, künftige Verträge für Rechenkapazitäten zu finanzieren, falls der Umsatz nicht schnell genug wächst. Adam Crisafulli, Analyst bei Vital Knowledge, kommentierte: „[Dies] wirft Fragen auf, ob das Unternehmen seine massiven Infrastrukturverpflichtungen erfüllen kann."

Auch der Verwaltungsrat soll die Rechenzentrum-Deals des Unternehmens genauer unter die Lupe genommen haben. Dabei wurden die Bemühungen von CEO Sam Altman hinterfragt, trotz der geschäftlichen Verlangsamung noch mehr Rechenleistung zu sichern. Friar und andere Führungskräfte versuchen demnach, die Kosten zu kontrollieren und mehr Finanzdisziplin einzuführen – was sie laut dem Bericht zeitweise in Konflikt mit ihrem CEO brachte.

Altman und Friar wiesen die Berichte über interne Spannungen in einer gemeinsamen Stellungnahme zurück: „Wir ziehen an einem Strang, wenn es darum geht, so viel Rechenleistung wie möglich zu kaufen, und arbeiten jeden Tag hart gemeinsam daran." Jegliche Andeutung interner Spaltung bezeichneten sie als „lächerlich".

Verfehlte Ziele und wachsende Konkurrenz

OpenAI verfehlte laut dem WSJ-Bericht ein internes Ziel, bis Ende 2024 eine Milliarde wöchentlich aktive Nutzer für ChatGPT zu erreichen. Auch das jährliche Umsatzziel wurde nicht erfüllt – unter anderem, weil Googles Gemini Ende des vergangenen Jahres massiv wuchs und Marktanteile abgrub. Anfang des Jahres verlor OpenAI zudem Boden gegenüber dem Konkurrenten Anthropic in den Bereichen Programmierung und Unternehmenskunden, verfehlte mehrere monatliche Umsatzziele und kämpfte mit Abwanderungsraten bei den Abonnenten.

Friar äußerte laut WSJ zudem Vorbehalte hinsichtlich des Zeitplans für einen möglichen Börsengang und warnte, dass OpenAI noch nicht bereit sei, die strengen Berichterstattungsstandards eines börsennotierten Unternehmens zu erfüllen. Dies ist bedeutsam, da ein potenzieller Börsengang bis Jahresende im Raum steht.

Milliarden-Investitionen unter Druck

OpenAI hat zuletzt in seiner bisher größten Finanzierungsrunde 122 Milliarden US-Dollar eingesammelt. Das Unternehmen geht jedoch davon aus, diese Summe innerhalb von drei Jahren aufzubrauchen – selbst wenn die Umsatzziele erreicht werden. Ein Teil der Finanzierung ist zudem an spezifische Partnervereinbarungen geknüpft.

Unternehmen wie Oracle und CoreWeave hatten ihre Investitionsausgaben für KI und Cloud in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert – und dabei stark auf die Nachfrage von Kunden wie OpenAI gesetzt. Oracle kündigte Anfang des Jahres Pläne an, 45 bis 50 Milliarden US-Dollar aufzunehmen, um sein Cloud-Infrastrukturgeschäft auszubauen. CoreWeave stellte Investitionsausgaben von 30 bis 35 Milliarden US-Dollar für das Jahr 2026 in Aussicht – mehr als das Doppelte der Ausgaben von 2025. Sollte OpenAI tatsächlich weniger Rechenkapazität abnehmen als erwartet, könnten diese ambitionierten Pläne erheblich unter Druck geraten.

OpenaiOracle AktieSoftbank AktieCoreweaveKi-InvestitionenChatgpt NutzerKi-Ausgaben

Meistgelesene News

  1. Volvo Cars kämpft mit EX60-Produktionsziel und Batterieplänen
  2. Jugendarbeitslosigkeit in China steigt im August auf 18,9 Prozent
  3. Iran-Kriegsende droht: Insider kaufen trotz Ölpreis-Risiko Energieaktien
  4. SpaceX-Aktie: Kann eine 5.000-Dollar-Investition zum Millionär machen?
  5. BlackRock-Strategin warnt: Fed-Zinsentscheidung ist nicht die entscheidende Frage

Disclaimer