Anthropic verdoppelt Indien-Umsatz: KI-Boom bedroht IT-Dienstleister
Amazon-Partner wächst explosiv, während indische Software-Aktien 47 Milliarden Dollar Marktkapitalisierung verlieren

Das von Amazon und <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AGOOG">Alphabet finanzierte KI-Unternehmen Anthropic verzeichnet ein explosives Wachstum in Indien. CEO Dario Amodei gab bekannt, dass sich der Umsatz-Run-Rate des Unternehmens in den letzten vier Monaten verdoppelt hat. Damit avanciert Indien nach den USA zum zweitgrößten Markt für den KI-Spezialisten. Die jüngste Finanzierungsrunde über 30 Milliarden Dollar bei einer Bewertung von 380 Milliarden Dollar untermauert die aggressive Expansionsstrategie.
Die rasante Adoption von Anthropics KI-Lösungen, insbesondere des spezialisierten Modells Claude Code und des im Januar eingeführten Claude Cowork, löst massive Verwerfungen am indischen Aktienmarkt aus. Softwareexporteure haben im Februar bereits über 47 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung eingebüßt. Anleger befürchten, dass KI-Automatisierung traditionelle Dienstleistungsmodelle fundamental bedrohen könnte. Amodei betont, dass die Nutzung in Indien besonders "technisch intensiv" sei und stark auf Produktivitäts- und professionelle Arbeitslasten fokussiere.
Anthropics Erfolg basiert auf strategischen Partnerschaften mit Schwergewichten wie Air India, die agentenbasierte KI in ihre Betriebsabläufe integrieren, und Cognizant zur Modernisierung veralteter Technologiesysteme. Das Unternehmen hat zudem Kooperationen in den Bereichen Recht, Bildung, Gesundheitswesen und Landwirtschaft geschlossen. Die kürzlich eröffnete Niederlassung in Bengaluru unterstreicht das langfristige Engagement.
Saudi-Arabiens Gesundheitssektor unter Margendruck
Die Dr Sulaiman Al Habib Medical Group legte ihre Geschäftszahlen für das Fiskaljahr 2025 vor, die weitgehend den Analystenerwartungen entsprachen. Der Umsatz stieg um beachtliche 22 Prozent auf 13.707 Millionen Saudi-Riyal, getrieben durch höhere Patientenzahlen und verbesserte Auslastungsraten. Das operative Ergebnis kletterte um 19 Prozent auf 2.619 Millionen Riyal, verfehlte jedoch die UBS-Schätzung von 2.648 Millionen Riyal knapp.
Die operative Marge schrumpfte von 21,0 auf 19,1 Prozent und unterschritt die Konsenserwartungen um 27 Basispunkte. Der Nettogewinn belief sich auf 2.401 Millionen Riyal und lag damit leicht unter der Konsensprognose von 2.440 Millionen Riyal. Die Gruppe eröffnete 2025 drei neue Krankenhäuser in Al-Hamra, Al-Kharj und Al Muhammadiyah, die sich noch in der Anlaufphase befinden. Für das vierte Quartal wurde eine Dividende von 1,31 Riyal je Aktie angekündigt. UBS bestätigte ihr Neutral-Rating mit einem Kursziel von 290 Riyal.
Britischer Aktienmarkt: Gemischte Signale und Governance-Sorgen
Der FTSE 100 startete positiv in die Woche, während Investoren auf wichtige Konjunkturdaten warteten. Die Arbeitsmarktdaten am Dienstag und Inflationszahlen am Mittwoch dürften die nächste Zinsentscheidung der Bank of England maßgeblich beeinflussen. Das britische Pfund gab gegenüber dem Dollar leicht nach.
Einzelne Aktien zeigten erhebliche Volatilität. Barratt Redrow verlor über 2 Prozent, nachdem die Deutsche Bank ihre Gewinnprognosen aufgrund verschlechterter Handelsbedingungen und steigender Kosten für Brandsicherheitsmaßnahmen senkte. Die Bank reduzierte ihr Kursziel um 15 Prozent, hält aber an ihrer Kaufempfehlung fest. Die Gewinnschätzungen für die Geschäftsjahre 2026 bis 2028 wurden nach unten korrigiert.
Einen dramatischen Einbruch erlebte SkinBioTherapeutics mit einem Kurssturz von über 37 Prozent. Auslöser war die Ankündigung interner Ermittlungen gegen den ehemaligen CEO Stuart Ashman wegen mutmaßlicher wesentlicher Falschdarstellungen im Finanzbereich. Das Unternehmen muss seinen ausgewiesenen Umsatz für 2025 um 17 Prozent nach unten korrigieren und Lizenzeinnahmen in Höhe von 770.000 Pfund rückgängig machen, was die prognostizierten Betriebsverluste für 2026 deutlich ausweitet.
Optima Health verlor 4,8 Prozent nach der Ankündigung, PAM Healthcare für rund 100 Millionen Pfund zu übernehmen. Die Finanzierung erfolgt über 70 Millionen Pfund neue Kreditfazilitäten und eine 30-Millionen-Überbrückungsfinanzierung von Deacon Street Partners, einer von Großaktionär Lord Ashcroft kontrollierten Gesellschaft. Schroders wurde von RBC Capital Markets auf "Sector Perform" herabgestuft, da nach dem Barangebot von Nuveen nur noch begrenztes Aufwärtspotenzial gesehen wird.
Am Immobilienmarkt stagnierten laut Rightmove die Angebotspreise im Februar nach einem Rekordsprung im Januar nahezu vollständig. Politisch erwägt die britische Regierung, ihr Ziel für Verteidigungsausgaben auf 3 Prozent des BIP schneller zu erreichen als ursprünglich geplant.
