Americanas beantragt Ende des Insolvenzverfahrens nach Bilanzskandal
Der brasilianische Einzelhändler hat nach Erfüllung aller Verpflichtungen einen Antrag auf Beendigung des Gläubigerschutzes gestellt.

Der brasilianische Einzelhändler Americanas hat bei einem Gericht in Rio de Janeiro die Beendigung seines Insolvenzverfahrens beantragt. Das Unternehmen erklärte am Mittwoch in einer Börsenmitteilung, alle zuvor festgelegten Verpflichtungen erfüllt zu haben. Die Maßnahmen zum formellen Abschluss des Verfahrens würden weiter vorangetrieben.
Der Insolvenzantrag geht auf einen der größten Bilanzskandale in der brasilianischen Unternehmensgeschichte zurück. Im Januar 2023 hatte Americanas Gläubigerschutz beantragt, nachdem Bilanzunregelmäßigkeiten in Höhe von rund 4 Milliarden US-Dollar aufgedeckt worden waren. Zu Beginn des Verfahrens wollte das Unternehmen Schulden von rund 43 Milliarden Brasilianischen Real – umgerechnet etwa 8,23 Milliarden US-Dollar – restrukturieren.
Radikaler Umbau des Unternehmens
Seit Beginn des Insolvenzverfahrens hat Americanas einen tiefgreifenden Umbau durchlaufen. Das Unternehmen trennte sich von Vermögenswerten und schloss landesweit zahlreiche Filialen. Allein im vergangenen Jahr wurden mehr als 170 Standorte aufgegeben.
Americanas ist ein fast ein Jahrhundert altes Handelsunternehmen mit Filialen in ganz Brasilien sowie einer bedeutenden Online-Präsenz. Das Unternehmen gehört zu den bekanntesten Einzelhandelsketten des Landes und war vor dem Skandal an der Börse in São Paulo gelistet. Welche konkreten Anforderungen für den Abschluss des Verfahrens erfüllt wurden, ließ das Unternehmen am Mittwoch offen.
