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American Express: Warum Buffett diese Aktie seit Jahrzehnten hält

Berkshire Hathaway verkaufte Visa und Mastercard, behielt aber American Express – der Grund liegt in einem einzigartigen Geschäftsmodell.

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American Express: Warum Buffett diese Aktie seit Jahrzehnten hält

Warren Buffetts Berkshire Hathaway hat im ersten Quartal mehrere Aktienpositionen reduziert – darunter sogar seine gesamten Beteiligungen an Visa und Mastercard. Doch eine Karte behielt das Konglomerat fest in der Hand: American Express (AXP). Die Aktie gehört neben Apple und Coca-Cola zu den drei größten Positionen im Berkshire-Portfolio und ist dort bereits seit den 1990er Jahren vertreten. Das wirft eine naheliegende Frage auf: Was macht American Express so besonders?

Die Antwort liegt im Geschäftsmodell. American Express betreibt ein sogenanntes „Closed-Loop"-Zahlungsnetzwerk – ein geschlossenes System, in dem das Unternehmen gleichzeitig als Kartenaussteller, Netzwerkbetreiber und Kreditgeber auftritt. Das unterscheidet Amex fundamental von Visa und Mastercard, die lediglich als Netzwerkbetreiber fungieren und das Kreditrisiko an Partnerbanken auslagern. Durch dieses Modell erzielt American Express sowohl Netzwerkgebühren aus Transaktionen als auch Zinserträge aus eigenen Kreditkartenkrediten – eine doppelte Einnahmequelle, die Wettbewerbern fehlt.

Der Burggraben: Premiummarke mit treuer Kundschaft

Ein zentraler Vorteil von American Express ist die konsequente Positionierung als Luxusmarke. Das Unternehmen richtet sich gezielt an vermögende und konsumfreudige Kunden und bietet Leistungen wie Centurion Lounges, Concierge-Services sowie exklusiven Vorverkauf von Eintrittskarten. Diese Vorteile untermauern den Status als Premiummarke – weit über ein reines Zahlungsmittel hinaus. Die Platinum Card etwa kostet jährlich 695 US-Dollar, was Kunden anzieht, die bereit sind, für exklusive Leistungen zu zahlen.

Die Zahlen belegen die Stärke dieses Ansatzes eindrücklich. Im Jahr 2024 lag der durchschnittliche Transaktionswert bei American Express bei 150 US-Dollar – gegenüber rund 94 US-Dollar bei Mastercard und 91 US-Dollar bei Visa. Weil Amex kaufkräftige Kunden anzieht, sind Händler bereit, höhere Gebühren (sogenannte Merchant Discount Rates) zu zahlen, um Zugang zu diesem Kundenstamm zu erhalten. Das stärkt die Verhandlungsposition von Amex gegenüber dem Handel erheblich.

Dieser wohlhabende Kundenstamm zahlt sich auch in der Kreditqualität aus. Im ersten Quartal wies American Express eine Netto-Abschreibungsquote von lediglich 2,3 Prozent aus. Zum Vergleich: Capital One – nach der Übernahme von Discover ebenfalls Betreiber eines geschlossenen Zahlungsnetzwerks – meldete im gleichen Zeitraum eine Abschreibungsquote von 3,7 Prozent für seine Kreditkarten. In wirtschaftlich schwierigen Phasen wie Rezessionen oder Inflationsperioden erweist sich die Kundschaft von Amex damit als deutlich widerstandsfähiger.

Langfristige Stärke durch Dividenden und Aktienrückkäufe

American Express hat seine Aktionäre über die Jahre konsequent mit Dividenden und Aktienrückkäufen belohnt. Diese Kapitalrückführungen haben maßgeblich zur Steigerung des Gewinns je Aktie beigetragen – ein Merkmal, das Buffett bei Langfristinvestments besonders schätzt. Seit den 1990er Jahren ist Berkshire Hathaway Aktionär, und an dieser Haltung hat sich trotz zahlreicher Marktturbulenzen nichts geändert.

Für deutsche Privatanleger, die eine Diversifizierung im Finanzsektor anstreben, bietet American Express ein interessantes Profil: ein starker wirtschaftlicher Burggraben durch Markenführung, ein robustes Geschäftsmodell mit mehreren Einnahmequellen und eine nachgewiesene Widerstandsfähigkeit in Abschwungphasen. Dass Berkshire Hathaway ausgerechnet Visa und Mastercard verkaufte, aber an Amex festhielt, unterstreicht die besondere Stellung des Unternehmens im Buffett-Portfolio – und liefert Anlegern weltweit einen klaren Hinweis auf die langfristige Attraktivität dieser Aktie.

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