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Value-Investoren entdecken Quality-Growth-Aktien als neue Chancen

Nach starken Gewinnen passen Value-Fondsmanager ihre Portfolios an und rücken zunehmend unterbewertete Quality-Growth-Titel in den Fokus.

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Value-Investoren entdecken Quality-Growth-Aktien als neue Chancen

Value-Fonds haben in den vergangenen drei bis fünf Jahren erhebliche Gewinne erzielt. Höhere Zinssätze, die angesichts geopolitischer Spannungen im Nahen Osten voraussichtlich auf dem aktuellen Niveau verbleiben, wirken dabei als Rückenwind für diesen Anlagestil. Nun nehmen Value-Fondsmanager taktische Anpassungen vor, um sicherzustellen, dass ihre Portfolios weiterhin attraktiv bewertet sind.

Value- oder Contrarian-Fondsmanager suchen gezielt nach Aktien, die unter ihrem wahren inneren Wert gehandelt werden. Dabei berücksichtigen sie, wie viel Geld ein Unternehmen verdient und wie viel überschüssige Barmittel generiert werden. Typische Merkmale solcher Titel sind ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sowie – sofern Dividenden gezahlt werden – eine überdurchschnittlich hohe Dividendenrendite.

Solche in Ungnade gefallenen Unternehmen finden sich häufig in konjunktursensiblen Sektoren wie Finanzen, Energie und Rohstoffe. Value-Aktien sind grundsätzlich günstiger als Wachstumsaktien, da ihre Bewertungen eher die aktuellen Gewinne als das zukünftige Potenzial widerspiegeln. Fondsmanager kaufen jedoch nicht allein aufgrund der günstigen Bewertung – sie suchen zusätzlich nach einem konkreten Katalysator, der die finanzielle Lage des Unternehmens wiederbeleben kann, etwa eine Restrukturierung, eine Refinanzierung oder ein Managementwechsel.

Quality-Growth-Aktien rücken ins Visier

Ein wichtiger Trend zeichnet sich derzeit ab: Value-Fondsmanager engagieren sich verstärkt in Aktien, die typischerweise als „Quality Growth"-Unternehmen gelten. Diese Firmen sind auf dem Radar der Value-Manager erschienen, nachdem sie in den letzten Jahren hinter dem breiten Markt zurückgeblieben sind und dadurch attraktivere Bewertungen aufweisen.

Jacob de Tusch-Lec, Fondsmanager des Artemis Global Income, brachte diesen Wandel im März in einem Gespräch mit dem Finanzportal Interactive Investor auf den Punkt. Angesichts der starken Gewinne des Fonds in den vergangenen fünf Jahren sei „klar, dass viele unserer Titel nicht mehr auf der Strafbank sitzen, wenn wir unser Portfolio jetzt betrachten, und dessen sind wir uns bewusst", so de Tusch-Lec.

Zum Zeitpunkt des Interviews stellte der Fondsmanager fest, dass einige Quality-Growth-Aktien „wieder interessant auszusehen begannen". Sein Hauptfokus lag jedoch auf dem Ausbau von Positionen im Pharmasektor. Konkret nannte er die Unternehmen AbbVie, Pfizer und Bristol-Myers Squibb als Beispiele für attraktive Engagements in diesem Bereich.

Bewertungsabschlag als zentrales Argument

De Tusch-Lec wies darauf hin, dass das Portfolio des Artemis Global Income mit einem Abschlag von 40 bis 50 Prozent gegenüber dem globalen Aktienmarkt gehandelt wird. Dieser erhebliche Bewertungsunterschied unterstreicht das Kernargument des Value-Investierens: Anleger erhalten für ihr Kapital deutlich mehr Substanz als beim Kauf des breiten Marktes.

Für deutsche Privatanleger ist dieser Trend besonders relevant. Value-Investing erlebt nach einer langen Durststrecke – in der Wachstumstitel wie Technologieaktien dominierten – eine Renaissance. Die veränderte Zinslandschaft hat das Blatt gewendet: Während Niedrigzinsen Wachstumsaktien begünstigten, profitieren substanzstarke, günstig bewertete Unternehmen nun von einem Umfeld dauerhaft höherer Zinsen. Anleger, die nach robusten Erträgen und solider Substanz suchen, finden im Value-Segment derzeit ein breites Spektrum an Möglichkeiten – von klassischen Zyklikern bis hin zu nun günstig bewerteten Quality-Growth-Titeln.

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Diese Publikation befasst sich ausschließlich mit überdurchschnittlich volatilen Werten mit hohem Gewinn- und auch Verlustpotential.

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