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Altes Auto behalten oder neu kaufen: Experten nennen die Faustregel

Steigende Fahrzeugpreise und längere Lebensdauern machen die Entscheidung schwieriger – Experten empfehlen konkrete Schritte zur Orientierung.

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Altes Auto behalten oder neu kaufen: Experten nennen die Faustregel

Neufahrzeuge kosten heute rund 15.000 US-Dollar mehr als noch vor einem Jahrzehnt. Die durchschnittliche monatliche Rate für ein finanziertes Neufahrzeug ist laut Daten des Marktforschungsunternehmens Edmunds um etwa 250 US-Dollar auf 773 US-Dollar gestiegen. Gleichzeitig halten Autos länger als je zuvor – was viele Autobesitzer dazu verleitet, den Kauf eines Ersatzfahrzeugs so lange wie möglich hinauszuzögern.

Doch irgendwann stellt sich die Frage: Wann lohnt es sich noch, ein älteres Fahrzeug zu reparieren – und wann ist der Zeitpunkt gekommen, sich davon zu trennen? Experten erklärten gegenüber dem US-Sender CNBC Make It, dass es keine allgemeingültige Formel für diese Entscheidung gibt. Stattdessen empfehlen sie, einige wichtige Schritte systematisch zu durchlaufen.

Die 50-Prozent-Faustregel als Ausgangspunkt

Eine bekannte Orientierungshilfe stammt von der American Automobile Association (AAA): Nähert sich eine Reparaturrechnung der Hälfte des aktuellen Fahrzeugwerts, ist eine genauere Prüfung angebracht. Wird ein Auto beispielsweise auf Basis von Schätzungen der Portale Kelley Blue Book oder Edmunds mit 8.000 US-Dollar bewertet und benötigt eine Reparatur für 4.000 US-Dollar, sollte man ernsthaft abwägen, ob das Behalten des Fahrzeugs noch finanziell sinnvoll ist.

„Es ist ein guter Ausgangspunkt", sagt Ivan Drury, Director of Insights bei Edmunds. Andere Experten warnen jedoch davor, diesen Richtwert als automatischen Auslöser für einen Fahrzeugwechsel zu betrachten. In manchen Fällen kann eine größere Reparatur einem ansonsten zuverlässigen Fahrzeug noch Jahre an zusätzlicher Lebensdauer verschaffen.

„Diese eine Reparatur muss nicht zwangsläufig das Ende des Autos bedeuten", sagt Alan Gelfand, Mechaniker und Inhaber des German Car Depot in Hollywood, Florida. Dennoch kann eine hohe Reparaturrechnung ein wichtiges Signal sein, innezuhalten und die eigenen Optionen nüchtern zu bewerten. „Dann ist es an der Zeit, nachzurechnen, Emotionen außen vor zu lassen und hoffentlich die klügste finanzielle Entscheidung für Sie zu treffen", so Gelfand.

Einzelfall oder Muster? Die entscheidende Frage

Ein weiterer zentraler Schritt ist laut den Experten die Einordnung der Reparatur: Handelt es sich um ein isoliertes Problem oder um Teil eines größeren Musters? Ist beispielsweise das Getriebe oder ein Klimakompressor defekt, aber sonst nichts am Fahrzeug auffällig, kann eine Reparatur durchaus noch sinnvoll sein. Häufen sich hingegen die Defekte, spricht das eher für einen Wechsel.

Für deutsche Autofahrer ist die Situation ähnlich: Auch hierzulande sind die Preise für Neu- und Gebrauchtwagen in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, und die Entscheidung zwischen Reparatur und Neukauf stellt viele Haushalte vor eine echte finanzielle Abwägung. Die von US-Experten empfohlene Vorgehensweise – Fahrzeugwert ermitteln, Reparaturkosten ins Verhältnis setzen und das Gesamtbild des Fahrzeugzustands beurteilen – lässt sich dabei gut auf den deutschen Markt übertragen.

Letztlich bleibt die Entscheidung individuell. Wer seinen Fahrzeugwert kennt, die Reparaturkosten realistisch einschätzt und das Fahrzeug nicht durch eine emotionale Bindung bewertet, ist laut den Experten am besten aufgestellt, um die richtige Wahl zu treffen.

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