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1&1 droht Rückschlag bei Vergabe niedriger Funkfrequenzen

Der junge Netzbetreiber könnte bei Frequenzen unterhalb eines Gigahertz leer ausgehen – die Bundesnetzagentur will Mitbewerber offenbar nicht verpflichten.

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1&1 droht Rückschlag bei Vergabe niedriger Funkfrequenzen

Die Neuvergabe niedriger Mobilfunkfrequenzen könnte für 1&1 zum Problem werden. Laut einem Bericht der Wirtschaftswoche droht dem Unternehmen ein Rückschlag: Bei Frequenzen unterhalb eines Gigahertz könnte der junge Netzbetreiber leer ausgehen. Damit würde ausgerechnet jener Bereich wegfallen, der für den Aufbau eines leistungsfähigen Mobilfunknetzes besonders wichtig ist.

Im Zentrum der Auseinandersetzung steht die Bundesnetzagentur. Die Regulierungsbehörde will die Mitbewerber von 1&1 offenbar nicht dazu verpflichten, eigene Frequenzen an den Newcomer abzugeben. Die Entscheidung über die Neuvergabe fiel bereits im vergangenen Jahr. Die Aussagen der Behörde lassen dabei einen Rückschluss auf künftige Auflagen zu, mit denen 1&1 rechnen muss.

Statt eigener niedriger Frequenzen soll 1&1 das Vodafone-Netz über National Roaming mitnutzen. Das bedeutet: Der Anbieter könnte seine Kunden teilweise über die Infrastruktur eines Wettbewerbers ins Netz bringen, statt überall auf eigene Technik zu setzen. Für 1&1 ist das ein Weg, Versorgungslücken zu schließen – aber nur ein indirekter.

Warum die niedrigen Frequenzen so wichtig sind

Frequenzen unterhalb eines Gigahertz gelten im Mobilfunk als besonders wertvoll, weil sie Gebäudeversorgung ermöglichen. Funksignale in diesem Bereich dringen besser durch Wände und Wände hindurch in Innenräume, weshalb sie für die Flächenabdeckung eine zentrale Rolle spielen. Aus Sicht von 1&1 sind diese Frequenzen nötig, um ein vollständiges Städtenetz aufzubauen. Fehlen sie, bleibt der Netzbetreiber auf höhere Frequenzbänder angewiesen, die vor allem auf kurze Distanzen und in dicht besiedelten Gebieten ihre Stärken ausspielen.

Für 1&1 geht es damit um mehr als ein technisches Detail. Ohne eigene niedrige Frequenzen hängt die Qualität des Angebots teilweise von den Konditionen ab, die ein Wettbewerber beim National Roaming gewährt. Das kann funktionieren, macht den Anbieter aber abhängiger von einem Konkurrenten, der zugleich um dieselben Kunden wirbt.

Der Mobilfunkmarkt in Deutschland gilt als umkämpft. Vier Netzbetreiber ringen um Verträge, und der Preisdruck ist hoch. In diesem Umfeld zählt für Kunden vor allem die Netzerfahrung: Wer in Gebäuden oder auf dem Land keinen stabilen Empfang bietet, verliert Anschlüsse. Genau hier setzt die Kritik von 1&1 an der geplanten Frequenzvergabe an.

Was das für Anleger bedeutet

Für Privatanleger ist die Nachricht vor allem ein Signal zur Vorsicht. Regulatorische Entscheidungen können die Geschäftsaussichten eines Netzbetreibers deutlich verschieben, und die Frequenzausstattung gehört zu den langfristig wirksamsten Stellschrauben. Wer in 1&1 investiert ist, sollte deshalb verfolgen, welche Auflagen die Bundesnetzagentur tatsächlich beschließt und zu welchen Bedingungen das National Roaming mit Vodafone ausgestaltet wird.

Hinter 1&1 steht Gründer Ralph Dommermuth, der das Unternehmen seit Jahren lenkt und den Netzaufbau vorantreibt. Dass der Konzern als junger Netzbetreiber gilt, erklärt einen Teil der Ausgangslage: Während etablierte Anbieter über gewachsene Frequenzbestände verfügen, muss sich ein Neueinsteiger diese Positionen erst erarbeiten – und ist dabei auf politische und regulatorische Entscheidungen angewiesen.

Wie es konkret weitergeht, hängt von den Detailregelungen ab. Klar ist: Sollte 1&1 bei den niedrigen Frequenzen tatsächlich leer ausgehen, müsste der Anbieter seine Netzstrategie stärker auf Roaming und höhere Frequenzbänder stützen. Für Anleger lohnt sich daher ein genauer Blick auf die kommenden Bekanntmachungen der Bundesnetzagentur – und darauf, wie 1&1 selbst auf die möglichen Auflagen reagiert.

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