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Deutsche Telekom setzt auf KI: Milliardeneinsparungen und Stellenabbau

Auf dem KI-Analystentag in Bonn präsentierte die Deutsche Telekom ambitionierte Ziele: 2,5 Milliarden Euro Einsparungen bis 2030 – mit spürbaren Folgen für die Belegschaft.

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Deutsche Telekom setzt auf KI: Milliardeneinsparungen und Stellenabbau

Die Deutsche Telekom macht Ernst mit ihrer Künstlichen-Intelligenz-Strategie. Auf einem Analystentag in Bonn legte Vorstandschef Tim Höttges die Zahlen auf den Tisch: Bereits jetzt spart der Konzern durch KI-Einsatz in Europa 1,1 Milliarden Euro ein. Das ursprüngliche Ziel für 2027 lag bei 800 Millionen Euro – es wurde damit um 300 Millionen Euro übertroffen. Bis 2030 soll die Einsparung auf 2,5 Milliarden Euro anwachsen.

„Heute sparen wir in Europa bereits 1,1 Milliarden Euro ein", sagte Höttges auf der Veranstaltung. Der Konzernchef eröffnete den Analystentag mit einem KI-generierten Video von sich selbst – ein symbolisches Signal, wie tief die Technologie bereits im Unternehmen verankert ist. Neben den Einsparungen sieht die Telekom in Europa auch potenzielle zusätzliche KI-Umsätze von bis zu 1 Milliarde Euro.

Belegschaft schrumpft – aber nicht durch Massenentlassungen

Die KI-Offensive hat direkte Auswirkungen auf die Personalstruktur. Personalchefin Birgit Bohle sprach davon, dass die Belegschaft „spürbar schrumpfen" soll. Das Modell: Von den ausscheidenden Mitarbeitenden soll nur etwa ein Drittel durch Neueinstellungen ersetzt werden. Die Telekom setzt dabei auf sozialverträgliche Lösungen und betont die sogenannte „Employability" – also die Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeitenden, auch außerhalb des Konzerns.

Gewerkschaftliche Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Christina Dahlhaus, Bundesvorsitzende der DPVKOM, kommentierte die Pläne deutlich: „Transformation ist für mich eine nette Umschreibung von geplantem Arbeitsplatzabbau in Bezug auf KI – auch wenn Sozialverträglichkeit gut und wichtig ist." Die Gewerkschaft bezeichnete den Ansatz, Mitarbeitende auch für den Arbeitsmarkt außerhalb der Telekom fit zu machen, als zynisch. Zudem warnte Dahlhaus vor einer enormen Arbeitsverdichtung für die verbleibenden Beschäftigten.

Aktuell nutzen bereits 83 Prozent der Telekom-Belegschaft KI am Arbeitsplatz. Das Ziel lautet 100 Prozent. 30 Prozent der Mitarbeitenden gelten intern bereits als KI-Experten. Ab 2027 soll ein „KI-Karriere Coach" allen Mitarbeitenden zur Verfügung stehen, der individuelle Weiterbildungswege aufzeigt.

500 KI-Projekte und autonome Netzwerksteuerung

Der Konzern betreibt derzeit rund 500 KI-Projekte. Besonders hervorzuheben ist die MINDR-Plattform: Das Multi-Agenten-System löst bereits 96 Prozent aller Mobilfunkprobleme autonom – nur noch 4 Prozent der Fälle erfordern einen Eingriff durch Techniker. Das System RAN Guardian übernimmt die Netzwerksteuerung bei Großveranstaltungen ab 1.000 Besuchern mit drei spezialisierten Agenten.

Auch im Glasfaserausbau zeigt KI messbare Wirkung: Die Qualität der Netzinfrastruktur verbesserte sich um 15 Prozent, 20 Prozent der Subunternehmer-Rechnungen wurden durch KI-gestützte Prüfung korrigiert, und 100 Prozent der Ausbauprojekte werden mittlerweile automatisch dokumentiert. Die KI-Factory in München soll ihre Rechenkapazität verdoppeln. Zudem bewirbt sich die Telekom um einen EU-Gigafactory-Auftrag.

Deutschlandchef Rodrigo Diehl betonte die strategische Eigenständigkeit des Konzerns: „Wir sind gesund und können mit selbst gebauten Agenten Wert schöpfen." Die Telekom betreibt dabei kein eigenes KI-Grundlagenmodell und tritt nicht in direkte Konkurrenz zu sogenannten Hyperscalern wie Google oder <a class="tvreplink" target="_blank" href="https://de.tradingview.com/symbols/Nasdaq%3AMSFT">Microsoft. Stattdessen positioniert sie sich als Kundin von Chip-Herstellern und Modellbetreibern – und nutzt deren Technologie für eigene Anwendungen.

Fusion mit T-Mobile US und weitere strategische Weichen

Neben der KI-Strategie stehen weitere weitreichende Entscheidungen an. Die Deutsche Telekom plant eine Verschmelzung mit ihrer US-Tochter T-Mobile US. Als möglicher Firmensitz nach der Fusion werden Irland oder Malta gehandelt. Zudem strebt Konzernchef Höttges staatliche Aufträge von Behörden und der Bundeswehr an. Die Telekom ist auch im Bereich Drohnenüberwachung aktiv.

Für Privatanleger ist die Telekom-Strategie aus mehreren Blickwinkeln relevant. Die nachgewiesenen Einsparungen von bereits 1,1 Milliarden Euro in Europa zeigen, dass KI beim Konzern keine Zukunftsmusik mehr ist, sondern messbare Ergebnisse liefert. Das neue Ziel von 2,5 Milliarden Euro bis 2030 ist ehrgeizig, aber auf Basis der bisherigen Entwicklung nicht unrealistisch. Gleichzeitig birgt der Stellenabbau soziale Risiken und könnte zu Spannungen mit Gewerkschaften führen – ein Faktor, den Anleger im Blick behalten sollten. Die Telekom bedient in Europa 200 Millionen Vertragskunden und verarbeitet 100 Milliarden Anrufe im Netz – eine Datenbasis, die KI-Anwendungen besonders wertvoll macht.

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